Rosen schneiden – jetzt ist die beste Zeit

Als Königin der Blumen ist die Rose eine gefeierte Schönheit im Gartenparadies. Und wie es sich für echte Majestäten gehört, sind Rosengewächse anspruchsvoll.

Darum ist ein rechtzeitiger und fachmännisch durchgeführter Rosenschnitt unerlässlich. Mit dem Frühling kommt die beste Zeit zum Rosenschneiden. Lesen Sie hier, was es beim Rückschnitt zu beachten gibt, damit Rosen in voller Blütenpracht erstrahlen.

Rosenschnitt: Warum ist das Frühjahr der optimale Zeitpunkt?

Der betörende Duft der Rosen berührt die Sinne, ihre prächtigen Farben erfreuen das Herz – vorausgesetzt, die edlen Gewächse erhalten eine gute Pflege. Die meisten Rosensorten präsentieren sich ab Juni von ihrer schönsten Seite und blühen bis zum Spätsommer. Ende März sollten Blumenfreunde ihre Rosen schneiden. Das Frühjahr ist für einen Rückschnitt die beste Zeit, weil keine langanhaltenden Frostperioden mehr zu erwarten sind und die Rosengewächse noch nicht im vollen Austrieb stehen.

 

Das Trimmen von Rosen im Herbst ist dagegen nicht empfehlenswert. Werden die Pflanzen beim Schneiden verletzt, schließen sich Schnittflächen oft nicht. Die Gewächse sind anfälliger für Frost, der die Rosentriebe schädigen kann. Um Wind- und Schneebruch zu vermeiden, sollten lediglich überlange und vergreiste Triebe abgeschnitten werden.

Woran können sich Rosenbesitzer beim Frühjahrsschnitt orientieren?

Der Schnittzeitpunkt richtet sich vorwiegend danach, ob die Rosentriebe diesjährig im Laufe des Frühlings wachsen oder ob die Rose mehrjährig blüht. Lebenswichtig ist der Frühjahrsschnitt für Beetrosen und Edelrosen, da diese Rosensorten ausschließlich am diesjährigen Holz blühen. Wann genau im Frühling Rosenbesitzer zur Gartenschere greifen, ist zudem von den regionalen Witterungsbedingungen abhängig. Es ist sinnvoll, das Rosenschneiden nicht an einem bestimmten Datum durchzuführen, sondern sich nach der Entwicklung der übrigen Vegetation zu richten. Eine Faustregel besagt: Wenn die leuchtend gelben Knospen der Forsythien aufbrechen, ist die ideale Zeit für einen Rosenrückschnitt. Die meisten der beliebten Ziersträucher erblühen im März.

Rosen richtig schneiden – so  funktioniert’s

Vor dem eigentlichen Rosenrückschnitt müssen kranke, abgestorbene, erfrorene und nach innen wachsende Rosentriebe entfernt werden. Grundsätzlich werden Rosentriebe auf drei bis fünf Augen zurückgeschnitten. Der Schnitt erfolgt auf nach außen zeigende kräftige Augen und wird etwa 0,5 cm oberhalb des Auges angesetzt. Um die Schnittfläche so gering wie möglich zu halten, ist das Ansetzen der Rosenschere in schräger Schnittführung angeraten – so, dass Regentropfen ungehindert abfließen können. Dadurch lässt sich verhindern, dass Nässe in die Schnittwunde eindringt, die das Faulen begünstigt. Bis zum Austrieb neuer Rosenblüten aus den Augen dauert es, je nach Witterungsverhältnissen, circa vier bis sechs Wochen.

Generell gilt: Je stärker Rosen zurückgeschnitten werden, desto kräftiger wird der Neuaustrieb. Mit einem Rosenschnitt lässt sich außerdem die Blütenbildung fördern. Die stärkste Blütenbildung, abhängig vor der Rosenklasse, findet an Trieben von ein- und zweijährigem Holz statt. Es ist deshalb empfehlenswert, die Rose so zu schneiden, dass sie viele starke Seitentriebe der zweiten und dritten Ordnung bildet. Wer die Wachstums- und Schnittregeln beachtet, kann seine Rosengewächse so „erziehen“, dass sie die angestrebte Wuchsform erreichen. Kräftig wachsende Rosenarten sollten nicht so stark zurückgeschnitten werden. Bei einem leichten Rosenrückschnitt, bei dem sechs bis acht Augen übrig bleiben, bildet die Pflanze zwar mehr, aber auch schwächere und kürzere Neutriebe aus, wächst allerdings auch buschiger. Schwach wachsende Rosensorten vertragen einen stärkeren Rückschnitt. Verbleiben nach dem Rosenschneiden drei bis vier Augen am Rosenhaupttrieb, bringt das Gewächs weniger, dafür aber stärkere und längere Neutriebe hervor.

Das passende Equipment zum Rosenschneiden

Damit die Rosentriebe glatt abgeschnitten werden können, ist die Verwendung einer scharfen Rosenschere ein Muss. Wer mit einer stumpfen oder eingerosteten Gartenschere arbeitet, riskiert Quetschungen am Gehölz und andere Schäden. Rosenscheren müssen regelmäßig gereinigt werden, um zu verhindern, dass sich Pilzkrankheiten wie Mehltau oder Sternrußtau ausbreiten. Hochwertige Rosenscheren verfügen über saubere Schnittflächen und scharfe Klingen. Im Fachhandel finden Rosenbesitzer vorwiegend zwei Scherenarten:

– Amboss-Schere

Vorteil: Besonders geeignet für ältere und härtere Hölzer.

Nachteil: Da die zweite Klinge eine gerade Schnittfläche aufweist, besteht die Gefahr, empfindliche Triebe zu quetschen.

– Bypass-Schere

Vorteil: Dieser Scherentyp mit zwei scharfen Klingen ist ideal zum Schneiden von weichen und jüngeren Hölzern.

Nachteil: Zum Abtrennen von Trieben an festerem Holz ist ein größerer Kraftaufwand nötig.

Schon ein winziger Stich durch eine Rosendorne kann eine Infektion auslösen. Zum Schutz vor Verletzungen eignen sich durchstoßfeste Gartenhandschuhe. Spezielle Rosenhandschuhe mit langer Wildledermanschette schützen auch Arme und Ellenbogen optimal. Wer Rosen schneiden will, sollte sich für Gartenhandschuhe mit flexiblen Texturen entscheiden, da sie die Haut geschmeidig halten und das Greifen von Gartenutensilien erleichtern. Ideal sind Rosenhandschuhe mit ergonomischer Passform, mit denen sich feinmotorische Arbeiten wie das Rosenschneiden mühelos erledigen lassen.

Rosenrückschnitt und Dünung an Rosengewächse anpassen

Die Intensität des Rosenrückschnitts sollte sich auch nach der Vitalität einzelner Rosen richten und wie sie sich im vorangegangenen Jahr präsentiert haben. Hat das Rosengewächs nur wenige dünne und schwache Triebe ausgebildet, ist ein kräftiger Rückschnitt zu empfehlen. Der Austrieb gelingt umso leichter, je weniger „altes Holz“ die bereits geschwächte Rose versorgen muss. Entwickeln sich Rosen nur unzureichend, ist das ein Hinweis auf Nährstoffmangel oder Wurzelprobleme. Dann braucht die Pflanze etwas mehr Mineralstoffdünger oder organischen Rosendünger.

Grundsätzlich wirkt organischer Dünger nachhaltiger, während Mineralstoffdünger zwar für ein schnelleres Wachstum sorgt, die Gewächse allerdings auch anfälliger für Rosenkrankheiten macht. Zudem kann mineralhaltiger Dünger Neupflanzungen schaden. Darum sollte dieses Düngemittel besser bei älteren Rosengewächsen verwendet werden. Um eine Überdüngung zu verhindern, müssen die Dosierangaben der Hersteller genau befolgt werden. Ist das Rosenwachstum dagegen zu üppig, empfiehlt sich ein leichter Rückschnitt, damit nicht zu viele Triebe aus den Knospen treiben. Rosenbesitzer sollten die Düngemenge in dem Jahr um circa ein Drittel verringern, um ein sortentypisches Wachstum zu fördern.

Weniger Blühpausen durch speziellen Rosenschnitt

Um Blühpausen in den Sommer- und Herbstmonaten zu überbrücken, empfehlen einige Rosenexperten den Rückschnitt etwa drei Wochen vor der ersten Blumenblüte. Dazu schneidet man bei jedem vierten Knospen tragenden Trieb die Rosenknospe und etwa drei Rosenblätter tief zurück. Auf diese Weise beginnen die Rosentriebe wieder zu wachsen, noch während das Rosengewächs zum ersten Mal erblüht, und bildet schon wenige Wochen nach dem ersten Blütenflor erneut Blüten aus, etwa gegen Ende Juni.

Werden stattdessen nur die verblühten Rosen ausgeschnitten, treiben alle Blüten und Rosenknospen auf einmal aus, weshalb sich die Blühpausen  auf mindestens sechs Wochen verlängern, denn diese Zeit brauchen die Triebe zum Knospen und Wachsen.

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Der Garten im Winter – Farbakzente gegen tristes und farbloses Einerlei

In den Wintermonaten kehrt im Garten Ruhe ein. Gartenbesitzer können sich nun entspannt zurücklegen, denn die Arbeit ist für dieses Jahr getan.

Das heruntergefallene Laub ist entfernt, der Rasen hat seinen letzten Dünger erhalten, die Beete sind geharkt.

Doch so richtig zufriedenstellend ist er nicht, der Blick in den Garten. Fast überall ist es ein tristes und farbloses Einerlei. Keine Blüten, kein leuchtendes Blattwerk. Und so manch ein Gartenfreund wartet jetzt schon sehnlichst auf das Frühjahr.

Ein schön gestalteter Garten hat allerdings auch im Winter einiges zu bieten – zumindest dann, wenn entsprechend vorgesorgt wurde. In den Gartencentern vor Ort finden Gartenfans eine große Palette an Winterblühern.

Pflanzen, die ihre Pracht erst dann richtig entfalten, wenn es draußen richtig ungemütlich wird, wenn Eis und Schnee die Landschaft dominieren. Wer die richtige Auswahl trifft, hat von November bis Februar ein blühendes Gartenparadies.

Farbenfrohe Blüher für den Winter

Beliebte Winterblüher sind Geißblatt, Zaubernuss und Schneeball. Darüber hinaus gibt es zahlreiche andere Gehölze, die erst in der kalten Jahreszeit so richtig zum Leben erwachen. Mit tollen Blüten und wunderbaren Düften verzaubern sie jeden Gartenbesitzer.

Der Favorit – die Zaubernuss

Die Zaubernuss ist ein aus Ostasien stammendes Gewächs, das mittlerweile aber auch in unseren Gärten und Parks angepflanzt wird. Unterschieden wird in chinesische und japanische Zaubernuss. Die Blütenstände sind knäuelartig und fädrig.

Die Zaubernuss ist optisch ein echter Hingucker. Wenn kaum noch etwas blüht, zeigt sich diese Pflanze in schillerndem Gelb, Orange oder Rot. Frost kann der Zaubernuss nichts anhaben, denn ist es draußen richtig kalt, zeigt das Thermometer Minusgrade an, rollen sich die feinen Blütenfäden ein und strecken sich erst dann wieder, wenn es wärmer wird.

Die Blütezeiten variieren übrigens je nach Sorte. Wer unterschiedliche Pflanzen einsetzt, kann sich den ganzen Winter über an der wechselnden Blütenpracht in unterschiedlichen Farben erfreuen. Der betörende Duft der Zaubernuss ist jedoch allen Sorten gleichermaßen gegeben.

Die Zaubernuss wächst zwar sehr langsam, kann ich Laufe der Jahre jedoch eine stattliche Größe einnehmen. Ist entsprechendes Platzangebot nicht vorhanden, sollte der Gartenfan das Gehölz direkt nach der Blüte schneiden.

Der Duftschneeball – preiswerter Winterblüher

Auch der Duftschneeball sollte in keinem Garten fehlen. Neigt sich das Jahr dem Ende entgegen, entfaltet dieses Gewächs seine ganze Pracht. Mit weißen bis tief rosa Blütenbüscheln wird der Duftschneeball zum Eyecatcher im tristen Einerlei.

Das Besondere am Duftschneeball ist, dass er seine Blütenfarbe während der Blütezeit verändert. Die zunächst rosa leuchtenden Blütenstände werden von Woche zu Woche immer blasser, bis sie zum Ende der Blütezeit strahlend weiß schillern.

Der Duftschneeball lässt sich überdies prima vermehren, sodass er auch im Handel zu einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis angeboten wird. Er ist schnittverträglich und daher sogar als Heckenpflanze geeignet.

Das kleine und robuste Geißblatt

Wer über gelblich-weiße Blüten in dem einen oder anderen Garten staunt, der ist hier vermutlich auf das Geißblatt gestoßen. Beim Geißblatt handelt es sich um eine Pflanze, die zwar klein, aber durchaus robust ist. Auch Minusgrade machen diesem Gewächs nichts aus. Das Geißblatt entfaltet seine Blüten in der kältesten Jahreszeit – im Dezember.

Das Geißblatt versprüht ein starkes Aroma. Die ausgewachsene Pflanze wird lediglich zwei Meter hoch, sodass sie auch in kleineren Gärten ihren Platz finden kann. Häufig wird das Geißblatt als Heckenpflanze eingesetzt. Wer im Sommer auf vergleichsweise unattraktives Grün schauen möchte, dafür aber einen tollen Winterblüher bevorzugt, ist mit dem Geißblatt gut beraten.

Weitere Winterblüher

Wer nicht auf die Klassiker zurückgreifen möchte, der findet im Handel auch andere Winterblüher. Wie wäre es beispielsweise mit der Chinesischen Winterblüte, einer Pflanze, die mit großen und nach Vanille duftenden Blütenkelchen betört. Die Farbe der Blütenglöckchen ist hellgelb – ein Farbtupfer im heimischen Wintergarten. Darüber hinaus erweist sich die Scheinforsythie mit ihren weißen oder rosa farbenen Blüten als ein dankbarer Winterblüher.

Der Strauch ist immergrün, reift mit fleischigen Beeren aus, ist im Sommer allerdings eher unscheinbar. Darüber hinaus ist auch der Winterjasmin ein toller Hingucker. Der eine oder andere wird denken, hierbei handelt es sich um eine früh blühende Forsythie. Winterjasmin sieht zwar ähnlich aus, blüht bei den passenden Temperaturen aber schon Mitte bis Ende Dezember.

Der winterlichen Tristes entgegenwirken können aber auch Winterlinge und Christrosen. Während die Christrose ihre Blüte um die Weihnachtszeit herum entfaltet, blühen Winterlinge in der Regel erst im Februar.

Und was wäre der winterliche Garten ohne die beliebten Schneeglöckchen? Zwar blühen diese erst Ende Februar/Anfang März, jedoch sind es vor allem sie, die anzeigen, dass der nächste Frühling nicht mehr weit ist. Auf Terrasse und Fensterbank können überdies auch Alpenveilchen als Hingucker dienen. Diese gibt es wahlweise in Weiß, in zartem Rosa oder in kräftigem Rot.

Standort und Pflanzzeit der Winterblüher

Damit Gartenfans richtig viel Freude an ihren blühenden Winterfavoriten haben, sollte natürlich schon beim Einsetzen einiges beachtet werden. Steht die Pflanze am falschen Platz oder wird sie nicht ausreichend geschützt, so wird die Blüte eher mickrig bis ganz ausfallen.

Damit Zaubernuss & Co. richtig zur Geltung kommen, sollten sie keinesfalls versteckt stehen. Im Eingangsbereich des Hauses oder im Vorgarten werden sie für viel Aufsehen sorgen. Auch gut sichtbare Plätze im hinteren Garten sind geeignet, um die Pflanze ins rechte Licht zu rücken. Immer ist jedoch darauf zu achten, dass die Blühpflanze genügend Licht und Sonne bekommt. Wir in Gruppen gepflanzt, so sollte auf ausreichend Abstand geachtet werden, damit einzelne Pflanzen später nicht erdrückt werden.

Die besten Pflanzzeiten sind Frühling oder Herbst.

Partnerschaften mit anderen Pflanzen

Wer seinen Winterblühern die richtige Gesellschaft zukommen lassen möchte, der sollte vor allem auf immergrüne Gewächse setzen. Wunderschön zwischen den Winterstars machen sich Buchsbaum & Co, Eibe, Wolfsmilch und Rhododendren. Das satte Grün ist ein ausgezeichneter Kontrast zur jeweiligen Blütenfarbe, der diese noch viel besser zur Geltung bringt. Darüber hinaus bietet das Laub der Partnerpflanzen auch ein wenig Schutz.

Frühlingsboten – wenn sich der Winter dem Ende neigt

Wer strategisch vorgeht und sich ein wenig Gedanken macht, der pflanzt so, dass während des gesamten Winters immer etwas blüht. Doch selbst das schönste Blühen der Winterklassiker hat irgendwann ein Ende und auch der Gartenfreund wartet sehnlichst auf warme Sonnenstrahlen und auf das Erwachen der ersten Frühlingsblüher. Jetzt sprießen Krokusse und Nazissen und läuten das neue Gartenjahr ein.

Vogelschutz contra Architektur?

Im Innern der Wohnung hören wir oftmals nichts weiter als einen dumpfen Knall

… doch wieder einmal ist ein Vogel an unseren Glasscheiben getötet oder zumindest verletzt worden:

„Jährlich sterben tausende Vögel durch sogenannte Scheibenanflüge, denn durchsichtiges Glas wird von den Tieren nicht als Hindernis wahrgenommen“, beklagt daher Ursula Bauer von der „aktion tier“ in Berlin.

Ein tödliches Hindernis:

Tatsächlich ist der Vogelschlag heute sogar für allgemeine Online-Lexika wie Wikipedia ein Thema. Ein Begriff, mit dem freilich auch der Zusammenprall mit Stromleitungen oder aber der Kontakt mit einem Flugzeug (was dann auch für die Insassen fatal sein kann) gemeint ist.

Doch häufiger sind es Immobilien, die für unsere Piepmätze zu einer tödlichen Gefahr werden. Ganz einfach, weil Vogelaugen die Glas- und Fensterfronten an unseren Wohnhäusern, Bürokomplexen und Wintergärten nicht als Hindernis wahrnehmen: „Je nach Lichteinfall spiegeln Glasflächen auch die umgebende Landschaft und vermitteln den Vögeln den Eindruck, einfach weiterfliegen zu können“, wissen Bauer und die „aktion tier“.

Ein wenig Faulheit kann Leben retten!

Die Wikipedia-Autoren geben den Usern daher einen einfachen Tipp, der auch noch Zeit und Kraft spart. Nämlich die Fenster nicht (so oft) zu putzen, weil Staub und Schmutz die Scheiben dann matt machen.
Zum Glück endet auch nicht jeder Zusammenprall mit einem Fenster oder einer Glasfront tödlich.

Vielmehr sind die Tiere nach Auskunft der „aktion tier“ durch den Aufprall oft auch „nur“ benommen und nach einer gewissen Erholungsphase wieder flugfähig: „Wenn man keine äußeren Verletzungen feststellen kann und der Vogel nur benommen wirkt, sollte man ihn draußen in einen geöffneten und mit einem Handtuch ausgepolsterten Karton setzen und beobachten!“

Natürlich wählt man hier einen Stellplatz, der halbwegs katzensicher und vor freilaufenden Hunden geschützt ist. Eine erhöhte Position auf einer Mauer oder dem Gartentisch kann also Sinn machen: „Sobald sich der Vogel regt und wieder munter ist, kann man ihn vorsichtig in die Hand nehmen und fliegen lassen“, erklärt die Tierschutzexpertin.

Dabei sollte man den gestrandeten Piepmatz jedoch keinesfalls „beherzt“ die Luft werfen, sondern stattdessen ganz einfach seine flache Hand unter dem Tier öffnen. Denn der Vogel soll selbst entscheiden, wenn er wieder bereit zum Fliegen ist.

Bleibt der Piepmatz auch nach einer Stunde noch immer matt und weitgehend reglos liegen, hat er wahrscheinlich ein starkes Hirntrauma und/oder innere Verletzungen erlitten, befürchtet die Diplom-Biologin: „Wie bei äußeren Verletzungen, kann auch hier nur ein entsprechend qualifizierter Tierarzt helfen!“

Was ist zu tun?

Um derartiges Tierleid zu verhindern, hat das Bundesamt für Naturschutz bereits 2012 einen Leitfaden für das vogelfreundliche Bauen herausgebracht. Tatsächlich nämlich ist in den letzten Jahren viel auf diesem Sektor geforscht worden, da sich Greifvogel-Silhouetten als abschreckende Maßnahme nicht wirklich bewährt haben.

Tatsächlich werden sich Scheibenanflüge niemals ganz verhindern lassen, glaubt auch die „aktion tier“. Denn großflächige Glasfronten sind nun mal ein charakteristischer und bei den Kunden begehrter Bestandteil unserer modernen Architektur.

Dennoch gibt es Möglichkeiten, Vögel vor einem Aufprall zu bewahren. So ist Milchglas oder strukturiertes Glas aufgrund der geringeren Reflektion weniger gefährlich. Auch vorgezogene Gardinen oder Rollos machen Glasflächen für Vögel besser erkennbar, weiß Bauer, die auch schon mit beweglichen Elementen wie Mobiles oder eng aneinander angebrachten Aufklebern experimentiert hat.

Eine unterschätzte Gefahr:

Und das scheint auch bitter nötig. Schließlich sind nach Auskunft des „Bunds für Vogelschutz und Vogelkunde Herdecke und Hagen“ Fensterfronten und Glasscheiben, zusammen mit Verkehrsunfällen, heute bei Vögeln die Todesursache Nummer 1 und stellen damit ein immenses, allein durch uns Menschen geschaffenes Problem dar.

Es ist also nicht allein die zunehmende Zerstörung der Lebensräume, die für unsere gefiederten Freunde zu einer Gefahr wird.

Dennoch gibt es, wie der BUND im Rhein-Sieg-Kreis beklagt, nach wie vor zu wenig Anstrengungen, dieses Problem anzugehen und zu lösen. Häufig würden die Todesraten „klein geredet“, zumal ja auch viele Kadaver durch Katzen oder Füchse rasch entsorgt werden.

Die Dunkelziffer dürfte daher, in der Tat, hoch sein. Doch die Experten gehen von Millionen Todesopfern aus. Und wissen, dass manchmal bereits mit kleinen Maßnahmen und wenig Aufwand viel erreicht wird:
Gut bewährt hat sich nach Ansicht der „aktion tier“ nämlich der im Fachhandel für Naturschutzprodukte erhältliche „birdpen“, ein Stift, mit dem ein für Menschen nicht sichtbares (!) Muster auf die Scheiben gemalt wird.

Wer dann noch seltener putzt, kann zudem mit Fug und Recht sagen, dass er im Vogelschutz aktiv war!