Naturnahe Gärten: Zuflucht für Falter & Co.!

Schmetterlinge fliegen auf Sommerflieder“, schreibt die „Funk Uhr“ in ihrem ersten Mai-Heft und verweist damit auf die Tatsache, dass der Strauch seinen volkstümlichen Namen, Schmetterlingsflieder, nicht von ungefähr trägt …

Unter dem Motto „So locken Sie Schmetterlinge in den Garten“ publiziert die Programm-Zeitschrift dann auch einen NABU-Tipp für eine „Faltertränke“. Dazu könn(t)en Malzbier mit Honig vermischt werden.

Gründe, warum es unseren Faltern gar nicht gut geht:

Tatsächlich nämlich müssen wir einsehen, dass es den Schmetterlingen in unserer zunehmend verarmten Natur gar nicht mehr gut geht: „Rückgang von Europas Schmetterlingen alarmiert Forscher“, titelte (http://www.derwesten.de/panorama/tierisches/rueckgang-von-europas-schmetterlingen-alarmiert-forscher-id8225568.html) daher WAZ bereits 2013.

Hier verweist man auf einen Bericht der Europäischen Umweltagentur, dem zu Folge gerade die Zahl der Wiesenschmetterlinge dramatisch abnimmt. Wen wundert`s!? Schließlich wird Brachland zunehmend zubetoniert und sind viele der blütenreichen Magerwiesen von überdüngtem Grünland verdrängt worden.

Nicht umsonst sah (http://www.nabu.de/tiereundpflanzen/insektenundspinnen/schmetterlinge/news/04737.html) der Naturschutzbund NABU bereits 2006 die Lebensräume der Falter schwinden: „Von Admiral bis Zitronenfalter reicht das Alphabet der Schmetterlinge – doch immer weniger von ihnen flattern durch Europa“, beklagt man hier und sah schon seinerzeit 71 der 576 Tagfalterarten des Kontinents bedroht. Und das quer durch Europa!

Schmetterlinge haben Brennnesseln und andere „Unkräuter“ zum Fressen gern:

„Brennnesseln locken Schmetterlinge in den Garten“, macht (http://www.pnp.de/nachrichten/ratgeber/garten/850880_Brennnesseln-locken-Schmetterlinge-in-den-Garten.html) daher die Passauer Neue Presse darauf aufmerksam, dass auch so genannte Unkräuter im Naturgarten ihren Platz haben und von zahlreichen Insekten und Kleintieren gebraucht werden. Tatsächlich kann man, allein mit Sommerflieder & Co., bei den Faltern wenig Eindruck schinden. Denn auch deren Raupen brauchen Futter. Und mögen dabei auch und gerade die Brennnessel, die von uns Menschen aufgrund ihrer „stechenden Gegenwehr“ so gar nicht geschätzt wird.

Der NABU Mecklenburg-Vorpommern spricht (http://mecklenburg-vorpommern.nabu.de/tiereundpflanzen/pflanzen/12841.html) daher von einem verkannten Schatz im Garten: „Es gibt Schmetterlingsarten, wie die bekannten Tagfalterarten Kleiner Fuchs, Tagpfauenauge, Admiral und Landkärtchen, deren Raupen sich ausschließlich von Brennnesseln ernähren“, weiß man hier um deren Bedeutung.

Hier zeigt sich damit, einmal mehr, was schon der legendäre „Wasserpfarrer“ Kneipp gewusst hat: „Mit jedem Schritt und Tritt, welchen wir in der Natur machen, begegnen wir immer wieder neuen Pflanzen, die für uns höchst nützlich und heilbringend sind.“ Denn tatsächlich stellt die Brennnessel auch ein altgedientes Heilkraut dar. Laut NABU können in der Naturheilkunde Blätter wie Wurzeln verwandt werden: „Sie wirken heilend auf die Harnwege und die Atemorgane, bei Magen- und Darmkatarrhen, zur Blutreinigung, gegen Hautunreinheiten und auch bei rheumatischen Beschwerden“, sieht man hier einen wahren Tausendsassa.

Denn nur „gegen das, was man im Überfluss hat, wird man gleichgültig; daher kommt es, dass viele hundert Pflanzen und Kräuter für wertlose Unkräuter gehalten werden, anstatt dass man sie beachtet, bewundert und gebraucht“, lehrte Kneipp und könnte damit, ohne Frage, auch die Brennnessel gemeint haben. Denn die kann, leicht angetrocknet, auch als Beifutter für Kaninchen genutzt werden.

Auch viele Futtermischungen, die im Fachhandel erhältlich sind, enthalten eine Kombination aus Spitzwegerich und Löwenzahn, dem die Brennnessel beigemischt wurde. Doch lasst uns von hier, von den Mümmelmännern, noch mal zu den Faltern im Garten zurückkehren:

Um denen zu helfen, hat auch der BUND einen Ratgeber aufgelegt, der (http://www.bund-bremen.net/fileadmin/bundgruppen/bcmslvbremen/naturschutz/artenschutz/broschuere-schmetterlingstankstellen.pdf) unter dem Motto „Schmetterlings-Tankstellen“ wichtige Tipps für den Falterschutz im Siedlungsbereich bereitstellt.

Ordnungsliebe contra Falterschutz?

Auch die Landesgruppe Baden-Württemberg widmet (http://www.bund-bawue.de/themen-projekte/artenschutz/schmetterlinge/lebensraeume/) sich dem Thema und warnt vor exotischen Ziersträuchern, von denen die Falter nicht satt werden. Zudem sollten, so die BUND-Experten, Beete nicht zu früh leer geräumt werden. Denn hohle Pflanzenstängel und verblühte Dolden werden von diversen Schmetterlingsraupen, -puppen oder –eiern zum Überwintern genutzt: „Wer etwas Unordnung duldet und mit dem „Aufräumen“ bis zum Frühjahr wartet, kann dafür mit den ersten warmen Sonnenstrahlen schon frisch geschlüpfte Schmetterlinge begrüßen.“

Tatsächlich ist ein millimeter-kurz getrimmter Rasen vieler Falter und Insekten Tod!

Von Bienen, Hummeln und Tomaten

Bereits Einstein, den wir sonst eher mit mathematischen Formeln und physikalischen Fragestellungen in Verbindung bringen, sorgte sich um das Wohlergehen der Bienen, das eng mit dem von uns Menschen verknüpft scheint …

Wenn die Biene erst einmal von der Erde verschwunden sei, habe auch der Mensch nur noch vier Jahre zu leben, lehrte Einstein, der die Bedeutung der Insekten wie folgt auf den Punkt brachte: „Keine Bienen mehr, keine Bestäubung mehr, keine Pflanzen mehr, keine Tiere mehr, kein Mensch mehr!“

Dürfen es auch Hummeln sein?

Tatsächlich sind Honig- und Wildbienen für unsere Ernte bis heute unverzichtbar. Wobei auch und gerade Hummeln gebraucht werden. Denn die pelzig behaarten Wildbienen können auch dann noch ausschwärmen, wenn es für unsere Haus- und Honigbienen zu kalt und verregnet ist und die daher im Stock bleiben.

Zudem könnten gerade die kräftigen Hummeln besonders viel tragen und damit reichlich Pollen transportieren, berichtete unlängst das Pro 7 Wissensmagazin Galileo (http://www.prosieben.de/tv/galileo), wo die Redakteure zeigten, dass Hummeln auch in Gewächshäusern mit Tomaten gezielt zur Bestäubung genutzt und ausgesetzt werden.

Christoph Kolumbus brachte sie nach Europa

Die gehören zur Familie der Nachtschattengewächse, sind also mit Kartoffeln und Paprika verwandt, und wurden erstmals von Christoph Kolumbus nach Europa gebracht.

Wildformen, die in Südamerika wucherten, wurden von den Maya bereits vor Christi Geburt gezielt kultiviert. Auch wenn die vermutlich noch nicht ahnten, wie gesund diese „Paradiesäpfel“ sein können.

Denn erst neuere Studien legen den Verdacht nahe, dass manche Lebensmittel wie Medikamente wirken und womöglich sogar Krebs (zellen) aushungern können: „Rotwein und Tomaten als „Krebskiller“ identifiziert“, titelte (http://www.welt.de/wissenschaft/article6344823/Rotwein-und-Tomaten-als-Krebskiller-identifiziert.html) daher die Welt im Jahr 2010 und zitierte in diesem Zusammenhang US-Forscher William Li, der Lebensmittel nach ihrer Fähigkeit, Krebs zu bekämpfen, zu klassifizieren versucht.

Auch rote Trauben, dunkle Schokolade und Heidelbeeren, Knoblauch, Soja oder diverse Tees könnten Krebszellen „aushungern“, glaubt der, geht gar davon aus, dass gesundes Essen eine dreimalige tägliche „Chemotherapie“ sein könnte …

Die Rolle einer gesunden Ernährung?

Tatsächlich befasste sich auch das Polit-Magazin Focus bereits mit der Ernährung im allgemeinen sowie den Tomaten im Besonderen und geht (http://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/krebs/news/prostatakrebs-tomatenmark-schuetzt-am-besten_aid_304868.html) davon aus, dass sich Tomaten günstig auf Prostatakrebs auswirken können, wobei freilich auch deren Verarbeitung eine Rolle spielt.

Ein wenig skeptischer zeigt (http://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/prostatakrebs/risikofaktoren.php#inhalt7) sich hier freilich das Deutsche Krebsforschungszentrum. Nein, eine spezielle Diät gegen Prostatakrebs, die gebe es nicht: „Derzeit ist weder klar, ob besonders fettreiche Nahrung eine ungünstige Rolle spielt. Noch lässt sich ein Nutzen sogenannter Phytohormone aus Soja belegen!“

Dennoch zählt die in Österreich meist Paradeiser genannte Tomate natürlich zu den gleichermaßen leckeren wie vitaminreichen Nahrungsmitteln und stellt damit, zumal frisch aus dem Garten geerntet, ohne Frage einen gesunden Genuss dar.

Zurück zu den Bienen

Insofern mag es also auch uns Hobby- und Kleingärtnern zu denken geben, wenn es die Bienen zunehmend schwer haben. Tatsächlich sprach (http://www.br.de/themen/wissen/bienen-bienensterben-varroamilbe100.html) auch der Bayerische Rundfunk bereits von „bedrohten Sammlerinnen“, während der BUND angesichts des weltweit knapp werdenden Nahrungsmittelangebots im Bienensterben (http://www.bund.net/themen_und_projekte/chemie/pestizide/gefahr_fuer_die_natur/tiere/bienen/) sogar ernsthafte Bedrohung für uns Menschen sieht.

Gerade so, wie sich auch Albert Einstein schon um das Wohlergehen der emsigen Insekten gesorgt hat.