Die Herrscher der Meere machen wieder von sich reden

Für die einen sind sie nichts weiter als Fressmaschinen, ein Monster, dessen Mythos durch etliche TV-Thriller bis in unermessliche Sphären des Grauens genährt wurde … ganz anders sehen das naturgegeben die Biologen. Die nämlich argumentieren, dass Haie für ein natürliches Gleichgewicht in unsere Meeren ganz dringend gebraucht werden.

Der König der Tiere im Meer.

Doch natürlich kann und will niemand leugnen, dass sich immer wieder dramatische Unfälle ereignen, bei denen Menschen zu Schaden kommen oder gar den Tod finden.

Alles nur ein Missverständnis:

„Vor den Augen der Tochter“ titelt zum Beispiel n-TV und erinnert damit an den jüngsten Vorfall in Tasmanien (wo die Haiproblematik eher moderat ist), bei dem ein Taucher von einem Weißen Hai attackiert wurde. Und dabei vor den Augen seiner entsetzten Tochter zerfleischt wurde.

„Schon wieder“ gruselt sich da die Bild-Zeitung, wenngleich die Zahlen, weltweit gesehen, eigentlich moderat sind. So registrierten die Statistiker 2012 ganze 83 Haiangriffe auf Menschen, von denen wiederum „nur“ sieben einen tödlichen Verlauf nahmen.

An sich könn(t)en wir damit die Gefahr von Haiangriffen und tödlichen Zwischenfällen vernachlässigen – zumindest dann, wenn wir die Vorfälle zu Todesfällen im Straßenverkehr oder auch im Haushalt in Relation setzen!

Das Gruseln bleibt:

Doch das Gruseln bleibt. Auch wenn Weltmeister Mick Fanning, der ebenfalls von einem Hai attackiert wurde, schon wieder surft.

Dabei können die Meeresbiologen durchaus erklären, warum gerade Surfer wie er ins Visier der Haie geraten. Deren Paddeln wird von dem Raubfisch nämlich häufig mit den Flossenschlägen eines verletzten Fisches verwechselt, so dass Surfer, die auf ihrem Board sitzen, besonders häufig attackiert werden.

Ohnehin scheint die Silhouette des Surfbretts viele Haie an Robben, ihre Lieblingsspeise, zu erinnern, so dass die Jäger blindwütig zustoßen … letztendlich stellt damit jede Attacke auf Menschen ein Missverständnis dar:

Denn wir Menschen zählen nicht zum Nahrungsspektrum der Haie!

Warum der Jäger selbst in Gefahr ist?

Tatsächlich ist es so, dass wir Menschen für den Hi zur Gefahr werden. Greenpeace spricht daher von einem faszinierenden Lebewesen, das heute stark bedroht ist. Dabei bevölkern Haie schon seit Jahrmillionen die Meere, „lange bevor die ersten Saurier aus dem Ei schlüpften.“

Heute wird den einstigen Herrschern der Meere jedoch die Fischerei zum Verhängnis. Vor allem die Flossen gelten als Delikatesse, und so kommt es, dass häufig nur diese abgetrennt werden und die Haie dann verstümmelt zurück ins Meer fliegen:

Hier sterben sie nach einem grausamen Todeskampf! – Wer also ist hier das Monster?

Haie haben wichtige Aufgaben:

Ohnehin ist es so, dass Haie im Gefüge und in den Nahrungsketten der Weltmeere dringend gebraucht werden: „Ohne Haie stirbt das Meer“, bekräftigt daher der botanisch-zoologische Garten Wilhelma (www.wilhelma.de): „Sie ernähren sich von Rochen, Fischen sowie kleineren Haiarten und reduzieren somit die Fressfeinde von Muscheln und Kleinstlebewesen!“ Diese wiederum haben nach Auskunft der Stuttgarter Experten eine wichtige Funktion, weil sie das Meer reinigen und so die Wasserqualität im Gleichgewicht halten.

Dazu trägt auch der Hai selbst bei, indem verletzte und blutende Tiere gefressen und attackiert werden. Tatsächlich sind Haie so etwas wie die „Müllabfuhr“ der Meere und stehen in der Nahrungskette ganz oben.

Dennoch sind sie auch – siehe oben – die Gejagten. Das Polit-Magazin Spiegel befasste sich daher bereits 2003 mit dem dramatischen Rückgang der Haipopulationen und weiß von Arten, die nahezu um 90 Prozent (!) dezimiert wurden.

Der Rückgang der Haie hat dramatische Folgen!

Dabei kann dieses ungebremste Haisterben für die Meere verheerend sein, befürchtet die Wilhelma. Über Ursachen und Folgen berichtet daher die Organisation „Sharkproject“ in der Reihe der Wilden Wochenenden anlässlich eines Wilhelma-Thementags am Sonntag, den 2. August, von 11 bis 17 Uhr.

Dabei zeigt Rolf Richter dann um 15 und 16 Uhr auch seine beeindruckenden Multimedia-Vorträge. Und will auch damit Ängste abbauen:

Denn wer schützt schon etwas, vor dem er sich fürchtet?

Ängste abbauen!

„Nur, wenn uns Menschen bewusst wird, wie wichtig die unterschätzten Kreaturen für das Ökosystem Meer und damit letztlich auch für uns selbst sind, kann es gelingen, diese drastische Entwicklung aufzuhalten“, glauben daher die Experten von „Sharkproject Germany e.V.“, einer internationalen Initiative mit Sitz in Offenbach. Und zeigen unter anderem Nachbildungen von großen Weißen Haien. Auch Haihaut kann in der Wilhelma einmal angefasst werden.

Vielleicht begreifen wir ja dann endlich, dass Haie keine Monster sind!?

Haie tragen zu dem biologischen Gleichgewicht im Ökosystem Meer bei.

Zitronenhai

Foto: Sharkproject

Wer rettet den König der Tiere?

Er gilt als der König der Tiere … dennoch ist es so, dass wir Menschen nach wie vor reichlich respektlos mit den letzten Löwen umgehen.

Ein Tier, das ursprünglich sogar einmal in Griechenland gelebt hat und heute zu den „Big Five“ der afrikanischen Wildnis gezählt wird:

Die Löwen und ihr Lebensraum schwinden!

„In alte Zeiten lebten die Löwen in allen Teilen Afrikas, im westlichen Asien und sogar in Griechenland“, schrieb der bekannte Naturfilmer Heinz Sielmann in „Könige im Tierreich“ und erinnert dabei auch an Sagen und Legenden, die sich um den Löwen ranken. Etwa die vom Löwenbändiger Herkules … glorreiche Zeiten, die heute längst vorbei sind.

Denn der Verlust ihrer Lebensräume, der gleichzeitige Rückgang von Beutetieren und nicht zuletzt die Trophäenjagd haben Löwen in freier Wildbahn längst an den Rand des Aussterbens gebracht.

Vom König der Wildnis zum Gefangenen in menschlicher Obhut?

Tatsächlich sprechen die Zahlen eine grausame und ungeschminkte Sprache. Gab es vor 30 Jahren noch geschätzte 100.000 Löwen in Afrika, ist deren Bestand nach Auskunft der Weltnaturschutzunion (IUCN) längst auf weniger als 20.000 Exemplare geschrumpft: „Gleichzeitig steigt die Zahl der in Gefangenschaft lebenden Zuchtlöwen stetig an“, beklagt die Tierschutzorganisation VIER PFOTEN und prangert damit die so genannte „Löwenindustrie“ an, die vor allem in Südafrika ein gleichermaßen einträgliches wie brutales Geschäft ist.

Denn hier sollen bereits heute auf etwa 200 Farmen bis zu 6.000 Zuchtlöwen leben. Tendenz steigend!

Ein Geschäft und ein Tierleid, das auch Prominente und Schauspieler nicht kalt lässt. Am 7. Juli 2015 berichtete daher auch das ZDF im Rahmen der preisgekrönten Tierdoku-Reihe „Hannes Jaenicke: Im Einsatz für…“ über diese Thematik.

Dazu war der beliebte Schauspieler und engagierte Tierschützer zusammen mit (s) einem Filmteam in Afrika unterwegs und besuchte unter anderem das von VIER PFOTEN geführte Großkatzenrefugium LIONSROCK, um so wachzurütteln und auf das traurige Schicksal moderner Löwen aufmerksam zu machen.

Hannes Jaenicke setzt sich ein:

Dazu der Schauspieler: „Zunächst werden die Löwen als Babys in Streichelzoos angeboten, wo man für Geld die Tiere streicheln und ein Foto machen darf. Und sobald sie zu groß zum Streicheln sind, werden sie für die Jagd freigegeben!“

Gatterjagd heißt dabei die Devise … ein nahezu fabrikmäßig aufgezogenes Abschlachten, das mit echter Jagd und tiergerechtem Waidwerk (falls es das denn überhaupt gibt) rein gar nichts mehr zu tun hat. Denn die Löwen kommen dazu auf so genannte Jagdfarmen.

Die sind komplett eingezäunt, und dann dürfen Hobbyjäger dort die Tiere aus kurzen Distanzen und ohne jegliche Mühe abknallen. Das sei in etwa so schwer ist, wie ein Garagentor zu erschießen, ereifern sich VIER PFOTEN und Jaenicke  gegen dieses grausame Geschäft mit den Zuchtlöwen.

Die Tierschützer möchten daher solche Gatterjagden am liebsten ganz verbieten und setzen dabei auch und gerade auf die Aufklärung von Touristen und Reiseanbietern.

Denn die bringen das Geld und die Devisen ins Land. Dazu Thomas Pietsch, Wildtierexperte bei VIER PFOTEN:

„Wir freuen uns, dass auch Hannes Jaenicke den Menschen das traurige Schicksal der afrikanischen Zuchtlöwen nahebringt und hoffen, dass so viele wie möglich uns dabei unterstützen, ein gesetzliches Verbot der Gatterjagd zu erreichen.“

Denn gerade die Urlauber könnten helfen, dem Leid der Löwen ein Ende zu setzen: „Wer als Tourist nach Südafrika kommt, sollte definitiv jeglichen direkten Kontakt mit Löwen meiden. Also, wenn ein Anbieter sagt: „Sie können hier Löwen streicheln“, bitte nicht hingehen“, mahnt Hannes Jaenicke.

Zudem sollte nur in jenen Lodges ein Urlaub gebucht werden, die garantiert keinen Jagdtourismus anbieten. Denn es sei doch ein viel faszinierendes Erlebnis, wildlebende Löwen in großen Schutzgebieten zu beobachten, in denen nicht gejagt wird, macht Thomas Pietsch Lust auf einen sanften und tierschutzkonformen Tourismus.

Vor der Reise nach Südafrika?

Das Auswärtige Amt rät übrigens gerade Rucksacktouristen dazu, stets auf sichere Unterkünfte zu achten und die einschlägigen Reiseführer zu studieren: „Bei Ausflügen in öffentlich zugängliche Naturflächen und Parks und zu bekannten Sehenswürdigkeiten Südafrikas sollte man auch keine einsam gelegenen Wanderwege nutzen und unbelebte Gegenden meiden!“ Denn die Gefahr, Opfer eines Überfalls zu werden, sei durchaus gegeben und Ernst zu nehmen.

Um das Risiko von Überfällen zu verringern, sollte man Ausflüge nur in Gruppen unternehmen, raten die Diplomaten im Außenamt abschließend.

Vogelschutz contra Architektur?

Im Innern der Wohnung hören wir oftmals nichts weiter als einen dumpfen Knall

… doch wieder einmal ist ein Vogel an unseren Glasscheiben getötet oder zumindest verletzt worden:

„Jährlich sterben tausende Vögel durch sogenannte Scheibenanflüge, denn durchsichtiges Glas wird von den Tieren nicht als Hindernis wahrgenommen“, beklagt daher Ursula Bauer von der „aktion tier“ in Berlin.

Ein tödliches Hindernis:

Tatsächlich ist der Vogelschlag heute sogar für allgemeine Online-Lexika wie Wikipedia ein Thema. Ein Begriff, mit dem freilich auch der Zusammenprall mit Stromleitungen oder aber der Kontakt mit einem Flugzeug (was dann auch für die Insassen fatal sein kann) gemeint ist.

Doch häufiger sind es Immobilien, die für unsere Piepmätze zu einer tödlichen Gefahr werden. Ganz einfach, weil Vogelaugen die Glas- und Fensterfronten an unseren Wohnhäusern, Bürokomplexen und Wintergärten nicht als Hindernis wahrnehmen: „Je nach Lichteinfall spiegeln Glasflächen auch die umgebende Landschaft und vermitteln den Vögeln den Eindruck, einfach weiterfliegen zu können“, wissen Bauer und die „aktion tier“.

Ein wenig Faulheit kann Leben retten!

Die Wikipedia-Autoren geben den Usern daher einen einfachen Tipp, der auch noch Zeit und Kraft spart. Nämlich die Fenster nicht (so oft) zu putzen, weil Staub und Schmutz die Scheiben dann matt machen.
Zum Glück endet auch nicht jeder Zusammenprall mit einem Fenster oder einer Glasfront tödlich.

Vielmehr sind die Tiere nach Auskunft der „aktion tier“ durch den Aufprall oft auch „nur“ benommen und nach einer gewissen Erholungsphase wieder flugfähig: „Wenn man keine äußeren Verletzungen feststellen kann und der Vogel nur benommen wirkt, sollte man ihn draußen in einen geöffneten und mit einem Handtuch ausgepolsterten Karton setzen und beobachten!“

Natürlich wählt man hier einen Stellplatz, der halbwegs katzensicher und vor freilaufenden Hunden geschützt ist. Eine erhöhte Position auf einer Mauer oder dem Gartentisch kann also Sinn machen: „Sobald sich der Vogel regt und wieder munter ist, kann man ihn vorsichtig in die Hand nehmen und fliegen lassen“, erklärt die Tierschutzexpertin.

Dabei sollte man den gestrandeten Piepmatz jedoch keinesfalls „beherzt“ die Luft werfen, sondern stattdessen ganz einfach seine flache Hand unter dem Tier öffnen. Denn der Vogel soll selbst entscheiden, wenn er wieder bereit zum Fliegen ist.

Bleibt der Piepmatz auch nach einer Stunde noch immer matt und weitgehend reglos liegen, hat er wahrscheinlich ein starkes Hirntrauma und/oder innere Verletzungen erlitten, befürchtet die Diplom-Biologin: „Wie bei äußeren Verletzungen, kann auch hier nur ein entsprechend qualifizierter Tierarzt helfen!“

Was ist zu tun?

Um derartiges Tierleid zu verhindern, hat das Bundesamt für Naturschutz bereits 2012 einen Leitfaden für das vogelfreundliche Bauen herausgebracht. Tatsächlich nämlich ist in den letzten Jahren viel auf diesem Sektor geforscht worden, da sich Greifvogel-Silhouetten als abschreckende Maßnahme nicht wirklich bewährt haben.

Tatsächlich werden sich Scheibenanflüge niemals ganz verhindern lassen, glaubt auch die „aktion tier“. Denn großflächige Glasfronten sind nun mal ein charakteristischer und bei den Kunden begehrter Bestandteil unserer modernen Architektur.

Dennoch gibt es Möglichkeiten, Vögel vor einem Aufprall zu bewahren. So ist Milchglas oder strukturiertes Glas aufgrund der geringeren Reflektion weniger gefährlich. Auch vorgezogene Gardinen oder Rollos machen Glasflächen für Vögel besser erkennbar, weiß Bauer, die auch schon mit beweglichen Elementen wie Mobiles oder eng aneinander angebrachten Aufklebern experimentiert hat.

Eine unterschätzte Gefahr:

Und das scheint auch bitter nötig. Schließlich sind nach Auskunft des „Bunds für Vogelschutz und Vogelkunde Herdecke und Hagen“ Fensterfronten und Glasscheiben, zusammen mit Verkehrsunfällen, heute bei Vögeln die Todesursache Nummer 1 und stellen damit ein immenses, allein durch uns Menschen geschaffenes Problem dar.

Es ist also nicht allein die zunehmende Zerstörung der Lebensräume, die für unsere gefiederten Freunde zu einer Gefahr wird.

Dennoch gibt es, wie der BUND im Rhein-Sieg-Kreis beklagt, nach wie vor zu wenig Anstrengungen, dieses Problem anzugehen und zu lösen. Häufig würden die Todesraten „klein geredet“, zumal ja auch viele Kadaver durch Katzen oder Füchse rasch entsorgt werden.

Die Dunkelziffer dürfte daher, in der Tat, hoch sein. Doch die Experten gehen von Millionen Todesopfern aus. Und wissen, dass manchmal bereits mit kleinen Maßnahmen und wenig Aufwand viel erreicht wird:
Gut bewährt hat sich nach Ansicht der „aktion tier“ nämlich der im Fachhandel für Naturschutzprodukte erhältliche „birdpen“, ein Stift, mit dem ein für Menschen nicht sichtbares (!) Muster auf die Scheiben gemalt wird.

Wer dann noch seltener putzt, kann zudem mit Fug und Recht sagen, dass er im Vogelschutz aktiv war!