Keine Panik vor Bienen und Wespen!

Wie viele andere Fachbücher, befasst sich auch „Brehms Tierleben“ mit den Bienen. Logisch, dass in diesem Zusammenhang dann auch der Stachel und die Giftwirkung der schwarz-gelben Brummer thematisiert wird …

Deren Gift wirke auf kleinere Tiere tödlich „und kann bei empfindlichen Menschen, außer der bekannten Schwellung der Einstichstelle, Ohnmacht, Herzklopfen und Schweißausbruch, ja sogar den Tod herbeiführen, wenn ein Mensch von vielen Bienen gestochen wird“, weiß der bekannte Naturbeobachter.

Und tatsächlich reagieren viele Menschen beim Anblick von Bienen und Wespen schreckhaft bis panisch:

Führte die Angst vor Bienen zum tödlichen Unfall?

Ein Verhalten, das auch bei Fahrlehrern bekannt und gefürchtet ist. Denn natürlich kann ein Fahrzeugführer, der durch ein Insekt abgelenkt wird und dann hektisch nach dem vermeintlichen Angreifer schlägt, das Lenkrad verreißen.

Schlimmstenfalls mit tödlichem Ausgang, wie jüngst ein trauriger Unfall gezeigt hat: „Musste Neslihan (26) sterben, weil sie eine Wespe jagte“, fragt sich daher nicht nur die Bildzeitung. Denn auch n-tv.de berichtet über die junge Fiesta-Fahrerin, die offenbar angesichts eines Insektes in Panik geriet und in Folge dessen ihr Fahrzeug in den Gegenverkehr, just in einen Lkw, gelenkt hat.

Damit hat eine Wespe, ganz offensichtlich, einen tödlichen Verkehrsunfall verursacht!

Was raten die Experten?

Fahrlehrer empfehlen daher, wie RTL aktuell in einem Hintergrundbericht anmerkte, möglichst ruhig zu bleiben, den Wagen auf den Seitenstreifen zu lenken und dem Tier, durch Öffnen des Fensters, den Rückzug zu ermöglichen.

Ohnehin sind hektische Bewegungen oder gar Schlagen, wie jeder Imker bestätigt, im Umgang mit Beinen und Wespen ein Tabu. Denn dann fühlen sich die Tiere bedroht und könnten erst recht von ihrem Giftstachel, der eigentlich zur Verteidigung gedacht ist, Gebrauch machen.

Tatsächlich sieht auch der Naturschutzbund NABU im Umgang mit Hornissen und Wespen keinen Grund zur Panik. Denn die sind meist friedlicher, als wir in unserer Panik befürchten. Dennoch sei es, so die NABU-Experten, im Sommer durchaus ratsam, süße Nahrungsmittel im Freien abzudecken und Limonaden und Säfte ausschließlich mit dem Strohhalm zu trinken:

„Angstschweiß kann übrigens Angriffe auslösen“, erklärt der NABU. Ebenso könn(t)en Bienen durch Deos angelockt werden … und verirren die sich dann zwischen Kleidung und Körper, wird das Tier, das keinen Ausweg mehr findet, auch von seinem Stachel Gebrauch machen!

Wie ist das mit dem Stich?

Tatsächlich kann ein Stich im Hals- und Rachenraum dramatische Folgen haben. Auch bei Allergikern oder nach Massenstichen muss, ganz wie es Brehm beschreibt, ein Notarzt eingreifen. Horst Altmanns Standardwerk „Giftpflanzen / Gifttiere“, erschienen im BLV-Verlag, geht davon aus, dass bereits 5 Bienenstiche toxisch sind: „Bei 40 Stichen rechnet man schon mit schweren Erscheinungen, tödlich sein sollen jedoch erst über 500!“

Sehr übertrieben wird jedoch, ganz ohne Frage, der Stechapparat und die Giftwirkung der Hornissen. Denn die ist letztendlich nicht viel dramatischer als die bei Bienen: „Keine Angst vor „schwarz-gelb“, beruhigt daher die NABU-Landesgruppe Schleswig-Holstein und weiß, dass der Giftstachel nur zur Verteidigung und zur Beutejagd genutzt wird. Wie auch, dass Bienen und Wespen andere Tiere vor ihrer Giftfracht warnen.

Von Warnfarben und Nachahmern:

Tatsächlich werden schwarz-rote und schwarz-gelbe Warntrachten von vielen giftigen Tierarten benutzt. Unter anderem vom Feuersalamander und vom Marienkäfer, die ihren Feinden damit signalisieren, dass sie ungenießbar sind und keinen leckeren Snack abgeben.

Schließlich verfügt der Feuersalamander über ein giftiges Hautsekret, das sogar die menschlichen Schleimhäute und Augen reizen kann (generell sollte man sich nach dem Anfassen von Froschlurchen die Hände waschen), während Marienkäfer ihre Feinde, wie Eidechsen oder Vögel, mit einem unangenehmen Geruch und widerlichen Geschmack vertreiben.

Dennoch scheint die Furcht vor den grellen Warnfarben vielen Kleintieren nicht automatisch angeboren zu sein, sondern muss erst durch einige negative Erfahrungen erlernt werden!

„Vorsicht, ich bin giftig!“ Bereits die schwarz-gelbe Färbung der Wespen ist eine eindeutige Warnung. Eine Warnung, die verstanden und von den meisten Insektenfressern wie Vögeln oder Echsen befolgt wird. Denn die machen um die wehrhaften Insekten in der Regel einen großen Bogen.

Einige harmlose Arten, wie die Schwebfliegen und der Hornissen-Glasflügler, ein Schmetterling, ahmen die Färbung und das Verhalten von Wespen und Hornissen nach und werden daher ebenfalls von Vögeln und anderen Fressfeinden gemieden!

Fotos: Peter Hoffmann

Die Schwalben schützen, und Probleme mit der Justiz vermeiden!

Laut „Brehms Tierleben“ müssen Baumfalk und Merlin zu den schlimmsten Feinden der Mehrschwalbe gezählt werden. Zudem „werden die Nester von der Schleiereule, zuweilen auch wohl von Wieseln, Ratten und Mäusen geplündert!“

Freilich sieht der Naturschutzbund NABU heute noch eine ganz andere Gefahr. Schließlich würden sich, wie die Landesgruppe Hessen beklagt (http://hessen.nabu.de/presse/pressemitteilungen/index.php?popup=true&show=2001&db=presseservice_hessen), die Meldungen über mutwillig zerstörte Nester häufen:

Ist heute der Mensch die größte Gefahr?

Tatsächlich nämlich scheinen die Akrobaten der Lüfte, die einst zu den beliebtesten heimischen Vögeln gezählt wurden und alljährlich den Sommer einläuten, vielen Hausbesitzern zunehmend suspekt zu sein. Besonders dann, wenn die Hausfassaden neu gestrichen und die Dächer saniert wurden.

Dann nämlich scheinen die kunstvollen Nester plötzlich zu stören. Die werden, wie Alfred Edmund Brehm beschreibt, entweder in Felswänden oder aber an Dachkränzen sowie unter Fenstern und Türnischen errichtet. Stets so, dass sie vor Regen und Witterungseinflüssen geschützt sind. Womit die Probleme mit dem Kulturfolger nahezu programmiert sind. Denn viele fürchten den Kot und möchten nicht, dass ihre frisch sanierten Fassaden derart „okkupiert“ werden.

Dabei sind Schwalben, die ausschließlich von Fluginsekten leben, eifrige Schädlingsbekämpfer und müssen daher eindeutig zu den Nützlingen in Dorf und Garten gezählt werden:

Was sagt der Gesetzgeber?

Ohnehin dürfen die Vögel nicht aus einer Laune heraus (oder um die strahlend weiße Fassade zu schützen) vergrämt werden. Denn „als Hauseigentümer darf man Schwalbennester nicht einfach entfernen, sie sind gesetzlich geschützt“, erklärt dazu Gerhard Eppler, Landesvorsitzender des NABU Hessen.

Tatsächlich würden mittlerweile zahlreiche Gerichtsurteile belegen, dass Schwalbennester nur in begründeten Ausnahmefällen entfernt werden dürfen. Die Nester der Mehlschwalbe unterliegen damit einem besonderen Schutz, der auch im Bundesnaturschutzgesetz noch einmal klar geregelt ist.

Wer Schwalbennester zerstört, muss folglich mit einer Geldbuße rechnen. Tatsächlich müssen Schwalbennester, Eppler zu Folge, von Mietern wie auch Hauseigentümern geduldet werden!

Freilich wissen auch die Naturschützer, dass Kot an frisch geweißelten Wänden nicht unbedingt schön ist. Die empfehlen daher ein mindestens 70 Zentimeter unterhalb der Nester angebrachtes Kotbrett, um so die Konflikte zwischen Mensch und Tier dauerhaft zu lösen: „Eine weitere sanfte Methode ist es, den Schwalben an unproblematischen Stellen künstliche Nester anzubieten, so dass sie im kommenden Jahr umziehen können“, erläutert der Biologe.

Tatsächlich bestätigt auch Hans Steiner in seinem Fachbuch „Nützlinge im Garten“ (Ulmer Taschenbuch 19), dass Mehl- wie auch Rauschschwalben künstliche Nisthilfen nur allzu gerne annehmen.

Ohnehin finden die Vögel in unserer zunehmend verarmten und ausgeräumten Landschaft immer weniger Lehmpfützen, so dass den Tieren das Material zum Nestbau zunehmend ausgeht. Ein Schwalbenkasten an der Hauswand oder ein Schwalbenhotel im Garten kommen den Flugakrobaten damit gerade recht.

Laut Eppler müssen die Bestimmungen des Bundesnaturschutzgesetzes übrigens auch bei Fassaden- und Dacharbeiten berücksichtigt werden müssen: „Wurden die Nester bei notwendigen Renovierungsarbeiten zerstört, so sind Hausbesitzer verpflichtet, künstliche Nisthilfen als Ersatznester anzubringen.“

Noch vor Beginn der Bauarbeiten ist daher eine Rücksprache mit der zuständigen Unteren Naturschutzbehörde (angesiedelt in der Kreisverwaltung) sehr zu empfehlen. Denn nur dann ist man nach Auskunft des NABU als Hauseigentümer auf jeden Fall auf der sicheren Seite.

Zum Schutz der Mehlschwalben und ihrer Nester empfiehlt der NABU Hessen außerdem, Dächer und Dachrinnen nur außerhalb der Brut- und Aufzuchtzeiten zu erneuern. Der naturfreundlichste Termin für Sanierungs-Arbeiten am Haus ist damit die Zeit zwischen Anfang Oktober und Ende Februar!

Strompreise: Allein der verstärkte Wettbewerb kann Kunden nicht entlasten!

Die Strompreise sind ein Thema, das sich längst auch Politiker und Wohlfahrtsverbände zu eigen gemacht haben. Ein Thema, das ganz neue Wortschöpfungen wie die der „Energiearmut“ kreiert hat …

Denn immer mehr Menschen können heute ihre Stromrechnungen nicht mehr bezahlen.

Energiearmut auch in Deutschland ein Thema:

Damit erleben wir nun auch vor unserer eigenen Haustür ein Phänomen, das aus anderen Ländern wie Großbritannien schon länger bekannt ist. Tatsächlich werden nämlich auch in Deutschland Jahr für Jahr rund 300.000 (!) Haushalten die Zähler gekappt, sitzen Menschen ohne Kühlschränke und Informationsgeräte im Dunkeln.

Die Caritas sieht daher in der Vermeidung einer fortschreitenden Energiearmut längst eine der vordringlichen sozialen Aufgaben und mobilisiert so genannte Stromsparhelfer – oft selbst ehemalige Langzeitarbeitslose -, die nun sozial schwache Haushalte beraten. Ein Vorgehen, das offenbar Wirkung zeigt, denn nach einer derartigen Beratung könnten viele Haushalte rund 160 Euro an Energie- und Wasserkosten pro Jahr einsparen!

Mehr Wettbewerb, aber keine sinkenden Preise:

Der verstärkte Wettbewerb der Anbieter muss dagegen seine durchschlagende, sprich: dämpfende, Wirkung auf die Strompreise noch unter Beweis stellen. Zwar registriert das Vergleichsportal Verivox für das erste Halbjahr 2014 einen regen Wettbewerb und geht davon aus, dass Verbraucher an ihrem Wohnort derzeit unter bis zu 150 Anbietern die Qual der Wahl haben. Dennoch sind die Strompreise nicht etwa gefallen, sondern ganz im Gegenteil gestiegen: Denn rund 500 Grundversorger hätten zwischen Januar und Juni die Preise um durchschnittlich mehr als 3 Prozent erhöht!

Wie lassen sich die Stromkosten senken?

Sparen tut also not. Ein Prozess, der Verivox zu Folge bereits beim Anbieter und Tarif beginnt. Denn noch immer ermöglicht die unterschiedliche Preispolitik der Anbieter Sparpotentiale von 300 bis 400 Euro pro Jahr. Vor allem in Schwäbisch Gmünd sehen die Experten ein gewaltiges Sparpotential, wenn statt des örtlichen Grundversorgungstarifs der günstigste verfügbare Anbieter gewählt würde. Doch auch in Pforzheim (mit 408 Euro Ersparnis), Fürth (403 Euro), Grevenbroich (384 Euro) und Mainz (379 Euro) errechnet Verivox gute Chancen für alle Sparfüchse!

Richtig wechseln:

Auch der Verbraucherzentralen Bundesverband rät  daher zum Vergleichen und, ggf., zu einem Wechsel. Allerdings sollten Kunden dabei Vorauszahlungen und Strompakete, also den Einkauf einer vorab vereinbarten Strommenge, vermeiden. Schließlich könnte so, bei einer Pleite des Anbieters, im schlimmsten Fall die hinterlegte Summe futsch sein …

ein Dilemma, das Kunden in der Vergangenheit leider mehrmals erleben mussten. Freilich sind auch dann, oder bei einem Wechsel, keine Versorgungslücken zu fürchten, bestätigen die Verbraucherzentralen. Denn selbst wenn sich der neue Anbieter vom Markt zurückzieht oder in Konkurs fällt, ist eine Ersatzversorgung (zum Grundpreis des regionalen Anbieters) jederzeit gewährleistet!

Was Stromkunden sonst noch tun können?

Natürlich lassen sich aber auch mit neuen und energieeffizienten Geräten deutliche Einsparungen erzielen. Neue Kühlschränke etwa verbrauchen bis zu 75 Prozent (!) weniger als ihre Vorgängermodelle im Alter von 5 oder gar 10 Jahren. Doch auch bei Wasch- oder Spülmaschinen sieht die Deutsche Energie-Agentur ein Sparpotential von gut 30 Prozent.

Leider sind gerade für sozial schwächer gestellte Familien neue, moderne und energiesparende Geräte oftmals unerschwinglich. Freilich lässt sich auch mit Bestandsgeräten jede Menge Energie einsparen – etwa dadurch, dass der Kühlschrank oder die Gefriertruhe weder neben Heizung noch Spülmaschine, sondern stattdessen in einer kühlen Kammer platziert wird!

Energiekosten und Energiesparen sind heute wichtige Themen, die auch Politik und Wohlfahrtsverbände bewegen!

Foto: Hoffmann