Einen Obst- und Gemüsegarten anlegen – so gelingt´s

Ein eigener Obst- und Gemüsegarten bereichert nicht nur den Speiseplan ungemein, sondern bietet auch Balsam für Körper und Seele.

Schließlich ist für den Hobbygärtner nichts entspannender, als die Arbeit auf der eigenen Grünfläche. Wer selbst einen eigenen Obst- und Gemüsegarten anlegen möchte, muss nur einige Tipps beachten. Dann kann er sich sogar ganzjährig ohne großen Aufwand selbst mit gesunden Feldfrüchten versorgen.

Wie viel Platz ist notwendig?

Grundsätzlich ist die Größe des Obst- und Gemüsegartens von der Größe der Gartenfläche abhängig. Nicht vergessen sollten die künftigen Hobbygärtner nämlich, dass sie im Garten wohl auch weitere Bereiche benötigen, etwa eine Spielfläche für die Kinder.

Sollte die eigene Grünfläche dennoch zu klein sein, bieten sich einige Alternativen an. So kann etwa ein Gewächshaus als kleiner Garten im Garten angelegt werden. In vielen Kommunen lassen sich überdies auch Grünflächen für Hobbygärtner anmieten. In beiden Fällen gelten allerdings dieselben Grundregeln wie für den Obst- und Gemüsegarten vor dem eigenen Haus.

Gut geplant ist halb gewonnen

Zunächst sollten die künftigen Gärtner ihren Obst- und Gemüsegarten gründlich planen, um sich später die Arbeit zu erleichtern. So sollten etwa die Bereiche für Obst und Gemüse getrennt werden.

Der Grund: Viele Obstsorten wachsen auf Bäumen und Sträuchern. Weil sie höher wachsen als die meisten Gemüsesorten, nehmen sie diesen das Licht weg und sorgen später für eine schlechtere Gemüseernte. Weil sie außerdem tiefere Wurzeln bilden, können sich Obstgewächse anders als bodennahes Gemüse auch mit Nährstoffen aus tieferen Bodenschichten versorgen.

Deshalb sollten Hobbygärtner die sonnenreichsten und nährstoffreichsten Stellen des Gartens für Gemüse reservieren, während Obst auch an nachteiligeren Stellen noch hervorragend gedeihen kann.

Neben der grundsätzlichen Entscheidung, wo Obst und Gemüse im Garten angebaut werden soll, ist für Hobbygärtner zudem eine Detailplanung notwendig. So müssen sie einen ausreichenden Abstand zwischen Bäumen und Sträuchern einplanen, damit diese sich ungehemmt entfalten können und eine reiche Ernte bescheren. Und auch die Beete für die Gemüsepflanzen sollten vorab geplant werden.

Zwischen den Beeten muss beispielsweise ausreichend Platz für Wege eingeplant werden, damit der Hobbygärtner jederzeit Zugang zu den Pflanzen hat, um diese zu pflegen und später abzuernten. Um den Zugang zu gewährleisten, sollten die Beete nicht zu groß dimensioniert sein. Für die Anlage des Obst- und Gemüsegartens empfiehlt es sich deshalb, in jedem Fall vorab ein Plan anzufertigen.

Es muss sich allerdings um keinen professionellen und maßstabsgetreuen Plan handeln. Eine Skizze, aus welcher die Größenverhältnisse ersichtlich werden, reicht für den Hobbygärtner vollkommen aus.

Wo ist eine besondere Pflege nötig?

Obstpflanzen können Hobbygärtner meist einfach ins Erdreich setzen. Gegebenenfalls können sie ein paar Handvoll Humus in das Pflanzloch geben, um das Anwachsen zu erleichtern.

In den Gemüsebeeten hingegen empfiehlt es sich unbedingt, nährstoffreichen Humus unter das Erdreich zu mischen, um das Anwachsen der Pflanzen zu erleichtern und die Ernte zu steigern.

Der Obst- und Gemüsegarten im Jahresablauf

Um aus dem eigenen Obst- und Gemüsegarten eine möglichst reiche Ernte einzufahren, ist jedoch nicht nur die Aufteilung, sondern auch die Pflanzzeit wichtig. Denn die empfindlichen Pflanzen reagieren unterschiedlich auf die witterungsmäßigen Einflüsse der einzelnen Jahreszeiten. So sieht der Obst- und Gemüsegarten im optimalen Jahreslauf aus:

Der Obst- und Gemüsegarten im Frühling

Robuste und widerstandsfähige Gemüsesorten können bereits zu Beginn des Jahres angebaut werden. Dazu gehören neben Karotten, Zwiebeln, Radieschen und Spinat auch Bohnen. Als ideale Anbauzeit für Brombeersträucher gilt der März, während Himbeeren besser einen Monat später angepflanzt werden. Rotkohl, Rote Beete Rosenkohl und Kartoffeln sollten hingegen zwischen April und Juni gesetzt werden, um eine optimale Ernte einzufahren.
Hobbygärtner, die auch Rhabarber anpflanzen können nach der Ernte nutzen. Denn Rhabarber wird üblicherweise im Oktober angepflanzt, gedeiht über den Winter und sollte abgeerntet werden, wenn die Rharbarberstangen eine glatte Oberfläche besitzen.

Tipp: Rhabarber kann immer erst im zweiten Jahr geerntet werden. Bei der Ernte sollten die Rhabarberstangen grundsätzlich nicht abgeschnitten, sondern leicht herausgedreht werden. Dadurch können die Pflanzen erneut wachsen. Abgeerntet werden kann der Rhabarber übrigens nur bis Ende Juni, weil dann der Gehalt von Oxidalsäure ansteigt, die in hohen Mengen giftig für den Menschen ist.

Das wird im Sommer angebaut

Gärtner, die auch Feldsalat im eigenen Garten ziehen wollen, sollten für die Aussaat den Zeitraum zwischen Juli und August wählen. Etwa einen Monat vorher kann bereits Endiviensalat ausgesät werden. Auch Heidelbeersträucher gedeihen am besten, wenn sie zwischen August und November angepflanzt werden. Die Ernte der Pflanzen ist in heißen Monaten hingegen schon im Juli möglich.

Während des Hochsommers benötigen die Pflanzen außerdem eine besondere Pflege. Beispielsweise müssen Unkräuter regelmäßig entfernt werden. Dies lässt sich am einfachsten mit dem regelmäßigen Gießen am Morgen und Abend kombinieren.

Welche Pflanzen vertragen sich?

Weil sich nicht alle Pflanzen miteinander vertragen, hängt der Ertrag außerdem von der Kombination der Feldfrüchte ab. Radieschen oder Salat etwa können mit Karotten bestens kombiniert werden, während sich Zwiebeln optimal mit Kartoffeln, Paprika, mit Gurken und Tomaten vertragen. Hingegen sind Erbsen, Fenchel, Kartoffeln oder Rote Beete in Kombination mit Tomaten tabu. Wer sich unsicher ist, welche Pflanzen gut miteinander harmonisieren, kann sich in der Regel Tipps beim örtlichen Gartenbauverein holen.

Das muss im Herbst gemacht werden

Bevor der Obst- und Gemüsegarten schließlich winterfest gemacht wird, können zwischen September und November noch Brombeer-, Sanddorn-, Johannisbeer- und Preiselbeersträucher gepflanzt werden. Der Herbst ist außerdem die beste Anpflanzzeit für diverse Obstbäume wie Kirschen oder Birnen. Die genaue Anpflanzzeit spielt bei Obstbäumen allerdings eine geringere Rolle, weil der Ernteertrag erst nach einigen Jahren seine volle Blüte entfaltet.

Sobald die Pflanzen abgeerntet sind, sollte der Obst- und Gemüsegarten außerdem kompostiert werden. Dafür bietet sich ein eigener Komposthaufen an, in dem organische Abfälle, die während des Jahres anfallen, kompostiert werden. Diese werden während des Lagerns von Würmern und verschiedenen anderen Bodentieren zersetzt, wobei sogenannter Wurmhumus als natürlicher Dünger entsteht. Der Komposthaufen sollte im Idealfall einen direkten Kontakt mit dem Erdreich haben, damit Würmer und andere Tiere auch hinein gelangen können.

Der letzte Schritt vor dem Winter besteht für Hobbygärtner darin, die Bäume und Sträucher winterfest zu machen. Dafür werden abgestorbene Äste und schadhafte Stellen entfernt. Zusätzlich können Obstbäume mit Leimringen gegen Frost und Blattläuse geschützt werden. Laubhaufen und zurückgeschnitten Äste werden am besten auf einem Haufen im Garten gesammelt.

Darin können sich Eichhörnchen, Igel und andere Tiere ein Winterquartier machen, sodass nach wenigen Jahren im eigenen Obst- und Gemüsegarten ein kleines Ökosystem entstanden ist.

Werden knackige, voluminöse Äpfel heuer zu einem raren und wertvollen Gut?

Die Preise für Äpfel dürften in naher Zukunft vermutlich deutlich anziehen, da der trocken-heiße Sommer und die Dürre auch den leckeren Früchtchen zugesetzt haben …

Damit dürfte sich ein Trend wieder umkehren, der mit dem fernen Russland und der Krise in der Ukraine zu tun hat:

 Äpfel am Baum

Erst billiger, nun wieder teurer!

Denn nachdem Putin, reichlich verschnupft über die Reaktionen des Westens, die Einfuhr von europäischen Lebensmitteln sanktioniert hatte, waren Äpfel und Tomaten deutlich billiger geworden.

Denn bekanntlich regeln auch bei den Lebensmitteln Angebot und Nachfrage den Preis und mussten sich viele Erzeuger, die bis dato nach Russland exportiert hatte, plötzlich innerhalb der EU und mit Kampfpreisen neue Absatzmärkte erschließen.

Die Hitze hatte es in sich!

Dass Äpfel nun dennoch wieder wertvoll und knapp werden, hat indes mit der Witterung der vergangenen Wochen zu tun. Denn die führte zu weniger und kleineren Früchten, als das in der Vergangenheit der Fall war.

Derzeit gehen die Experten des Deutschen Bauernverbandes, verschiedenen Medienberichten zu Folge, allein beim Apfel von Ernteeinbußen von 20 Prozent aus. Und auch beim Getreide mussten bzw. müssen sich Landwirte und Verbraucher auf schlechtere Ergebnisse als in den Jahren zuvor einstellen.

Dennoch kam es beim Getreide offenbar nicht ganz so dramatisch, wie viele Experten zunächst prognostiziert hatten: „Das gute Ergebnis des Vorjahres haben wir zwar nicht erreicht, aber wir liegen im Durchschnitt der vergangenen Jahre“, fasst  Jürgen Hirschfeld, Vorsitzender im Ausschuss pflanzliche Erzeugnisse des Landvolkes Niedersachsen, die nun abgeschlossene Getreideernte zusammen.

„Dürren überall – und trotzdem ist die Ernte groß“, wundert sich daher die Frankfurter Allgemeine in ihrem Wirtschaftsteil. Tatsächlich gibt es, dem Bauernverband zu Folge, regionale Schwankungen, die auch mit der Bodengüte zu tun haben. Daher sei man auch im süddeutschen Raum „recht gut davon gekommen“.

Mager sieht die Ernte dagegen bei den Äpfeln aus, wo Ernteeinbußen von mindestens 8 Prozent im Raum stehen. Vor allem sind viele Früchte zu klein, um im Handel umgesetzt zu werden.

Und auch fürs Winterfutter und den Mais sieht es schlecht aus, da die Halme vielfach während der Hitzeperiode verdorrt sind!

Obwohl die Apfelernte ohnehin im Zweijahresrhythmus schwankt, erwarten die Experten heuer eine besonders schlechte Ernte!

Foto: Peter Hoffmann

Pflanzenschutz im Garten

Schutz – ein Wort voller guter Bedeutungen wie Hilfe, Beistand, Entlastung – ist vielfach in Verruf geraten, wenn es sich auf Pflanzen bezieht. Seitdem die Umweltverschmutzung mehr beachtet wird, bedeutet Pflanzenschutz häufig Gift, Rückstand, „stummer Frühling“.

Das muss aber nicht sein. Richtig ausgeübter Schutz vor Schädigern kommt mit minimalen Spuren kurzfristig wirkender Giftstoffe aus, die nach den vorgeschriebenen Wartezeiten keinerlei unbedenkliche Rückstände hinterlassen. Dann werden auch keine Vögel getötet und schon gar nicht Menschen gesundheitlich gefährdet.

Allerdings setzen recht verstandene vorbeugende Maßnahmen mehr voraus als richtige Konzentration der Mittel und sachgemäße Anwendung Dazu gehört im Hausgarten die Gesunderhaltung der Pflanzen durch Kulturmaßnahmen, damit Obst und Gemüse schon vom Anbau und der Ernährung her gegen gewisse Schädlinge und Krankheiten gefeit sind.

Solch vorbeugender Pflanzenschutz lässt es nur ausnahmsweise zu einem Massenbefall kommen, gegen den man etwas tun muss.

Fraß- Schäden und Krankheiten

Die meisten hochgezüchteten Kulturpflanzen sind zahlreichen Schädigern ausgesetzt, unter denen Blattläuse und Würmer im Obst und Gemüse unverdienten Ruhm gewonnen haben. Aber der Kleingärtner, dem es nicht auf höchsten Flächenertrag ankommt, wird nicht die letzte Blattlaus oder Raupe kämpfen, sondern den Befall in tragbaren Grenzen halten.

Im Übrigen machen tierische Schädlinge nur wenige Prozent des Schadenbildes aus. Während Bakterien und Viren, vor allem in mikroskopischen Grö8enordnungen, keine Fraßschäden sondern „Krankheiten“ verursachen. Leider gibt es aber gegen diese Parasiten nur wenig, teilweise gar keine Mittel.

Die pflanzlichen Krankheitserreger — also Schmarotzer aus der eigenen  Sippe – reichen ebenfalls von einzelligen Ausbeutern fremden Gewebes bis zu deutlich sichtbaren Pilz- und Schimmelrasen.  Ja, bis zu den Pilzen im Rasen (Hexenringe) und an lebendem wie totem Holz. Algen und Moose gehören ebenso dazu wie alle Unkräuter. Pflanzenschutz im Garten weiterlesen