Warum manche Vogelarten aggressiv werden?

Es muss schon etwas Ungewöhnliches passiert sein, damit sich ausgerechnet der Regierungschef höchst selbst mit einer einzelnen Vogelart befasst …

Doch die Möwen längs der englischen Seebäder werden zunehmend aggressiv. Und haben bereits einen Kleinhund getötet – ein Treiben, das nun sogar Premierminister David Cameron auf den Plan rief.

Auch im Landesinneren eine Plage:

Denn längst begnügen sich die Seevögel nicht mehr mit jenen Krumen, die ihnen Touristen und Einheimische zuwerfen. Damit ist die einst friedliche Koexistenz fürs Erste gefährdet. Denn die zunehmend aggressiv bettelnden Tiere belästigen nun all jene, die sich in England ihr Picknick mit an den Strand nehmen.

Selbst im Landesinnern und in den Großstädten werden Möwen, die mehr und mehr ihre Scheu vor den Menschen verlieren, zur Plage. Immer wieder landen die Tiere auf den Köpfen von Passanten, verfangen sich in deren Haare und/oder hacken sogar blutige Wunden.

Die Gründe für dieses Verhalten scheinen vielschichtig und dürften auch mit dem Rückgang der Fischerei zu tun haben. Denn damit ist der Tisch für Möwen weniger reichlich als in früheren Tagen gedeckt.

Ohnehin haben und hatten Möwen seit jeher eine geringe Fluchtdistanz und zeigen nur wenig Scheu vor Menschen und anderen Tieren. Dazu kommt ein durchaus räuberisches und aggressives Betragen, da Möwen, als typische Allesfresser, nicht ausschließlich von Abfällen und Aas leben:

Möwen sind keine Geier der Küsten!

Ganz im Gegenteil. Als durchaus wehrhafte Beutegreifer machen Möwen auch auf Nagetiere Jagd oder plündern die Nester anderer Vögel. Dabei werden, zumindest von den größeren Möwenarten, auch schon mal die Altvögel bis hin zur Entengröße getötet, so dass wir es bei den Möwen mit durchaus wagemutigen Wegelagerern zu tun haben:

„Die Möwen greifen“, titelt daher die Frankfurter Allgemeine und verweist auf die Erfahrungen der Kiosk- und Strandlokalbetreiber, die wissen, dass die Vögel allenfalls vor scharfer Tabascosauce Respekt haben.

Denn ansonsten wird alles von der Eiswaffel bis hin zum Hot Dog verschlungen.

Die Angriffe der Möwen scheinen daher längs der Küsten hauptsächlich vom Hunger und der Gier auf menschliche Lebensmittel diktiert zu werden und dürften damit, letzten Endes, auch mit jenen Urlaubern, die sie zunächst angelockt und angefüttert hatten, zu tun haben!

Phänomen nicht neu:

Dabei ist die Tatsache, dass Vögel aggressiv auf Passanten reagieren, nicht neu und kann auch mit der Brutpflege zu tun haben. Denn auch in Deutschland gab es schon Fälle, in denen Rabenvögel – und das selbst in den Großstädten (!) – die Spaziergänger attackiert haben:

„In Berlin greifen die aggressiven Krähen an“, vermeldete seinerzeit die Welt und nahm dabei Bezug auf die Geschehnisse am Prenzlauer Berg, wo schließlich sogar Warnschilder installiert wurden. Denn auch Babys schienen vor den aufdringlichen Raben plötzlich nicht mehr sicher.

Die jedoch wollten nach Ansicht der Experten wohl nur ihre Gelege verteidigen. Und machten deshalb Jagd auf alle Passanten, die ihr Revier gekreuzt haben: „Rabenvögel sind keineswegs „blutrünstige Mörder“, sondern kümmern sich im Naturhaushalt um die Beseitigung von Aas“, stellt daher der Naturschutzbund NABU klar, weil man hier weiß, dass die schlauen Tiere auch als „Singvogel-Mörder“ unter Generalverdacht gestellt werden.

Dabei fressen Raben nach NABU-Auskunft auch Raupen, Mäuse und Drahtwürmer und helfen damit unseren Land- und Forstwirten!

Zusammenleben funktioniert:

Wir müssen und sollten also zusammen mit Krähe & Co. leben. Wie das in Zukunft in England bei den Möwen funktionieren soll, scheint derzeit noch offen, da hier zahlreiche Lokalpolitiker, zumindest mit ihren Stammtischparolen, bereits zur Jagd blasen.

Dabei müssen wir uns – siehe oben – in Sachen Möwen auch selbst mit die Schuld geben. Denn Füttern lockt die Tiere an und macht sie zunehmend „mutiger“.

In einigen deutschen Gemeinden ist das Füttern von Möwen daher sogar verboten und wird mit einem Bußgeld geahndet: „Es ist verboten, Möwen zu füttern“, besagt zum Beispiel eine Stadtverordnung der Hansestadt Rostock für den Ortsteil Seebad Warnemünde.

Zudem sollten Passanten, im eigenen Interesse, natürlich den Nestern der wehrhaften Tiere fernbleiben. Und niemals mit einer aufdringlichen Möwe um die Eiswaffel oder einen anderen stibitzten Snack streiten.

Zudem sind auch die Gemeinden gefragt. So müssen Mülltonnen, die gerade längs der Strandpromenaden oft auch Lebensmittel und andere für Möwen genießbare Abfälle enthalten, regelmäßig kontrolliert und zügig geleert werden. Damit sich die Tiere ihre Futtergründe erst gar nicht in zu intimer Nähe zu uns Menschen einrichten!

Moewe

Bildquellen: © LianeM – Fotolia.com

Mit „Bello“ ins Freibad? – Saarbrücken macht es möglich!

Mit dem geliebten Vierbeiner ins Freibad? Das ist – normalerweise – natürlich nicht möglich. Doch nun hat die Landeshauptstadt Saarbrücken, zum Ende der Freibadsaison, ein so genanntes Hundeschwimmen ins Leben gerufen, das derzeit heiß diskutiert wird …

Denn im Freibad Schwarzenbergbad findet am 13.9.2015, von 10 bis 17 Uhr, für Hundebesitzer zum ersten Mal ein so genanntes Hundeschwimmen statt. Natürlich ist das Wasser dann nicht gechlort und findet die Veranstaltung erst dann statt, wenn die menschliche Badesaison vorbei ist und es für die Zweibeiner zurück in die Hallenbäder geht:

Sicherheit und Hygiene gehen vor!

Zudem dürfen nach Auskunft der Bädergesellschaft Saarbrücken nur Hunde mit einem gültigen Impfschutz und einer aktuellen Hundemarke ins Freibad.

Auf dem Gelände selbst sind dann Umsicht und gegenseitige Rücksichtnahme gefragt, um Raufereien zu vermeiden; die Vierbeiner müssen daher auf den Wiesen angeleint sein.

Hier sind – natürlich – wie auch sonst im Stadtgebiet, die Hinterlassenschaften des Tieres zu entfernen. Daher werden nach Auskunft von Gabriele Scharenberg-Fischer, Geschäftsführerin der Saarbrücker Bäderbetriebe, kostenfreie Kotbeutel (auch eine kleine Spende ist gerne gesehen!) zur Verfügung gestellt.

Im Wasser ist dann „freies Schwimmen“ angesagt. Allerdings nur für die Hunde selbst. Denn Herrchen und Frauchen müssen draußen bleiben.

Die sollten jedoch auf jedem Fall dem ungeduldig mit den Pfoten scharrenden Vierbeiner Halsband oder Brustgeschirr abnehmen, da sich die Tiere, beim emsigen paddeln, hier leicht mit den Pfoten verfangen:

Warum Schwimmen für „Bello“ sehr gesund ist?

Notfalls hilft dann das Lieblingsspielzeug bei den ersten Schwimmversuchen, eine „Motivationshilfe“, die bei wasserscheuen Hunden manchmal nötig ist. Bedenken sollten wir zudem, dass Schwimmen auch für die Wasserratten unter den Hunden anstrengend ist. Halter sollten ihren Vierbeiner also niemals überfordern und stets rechtzeitig aus dem Wasser zurückrufen.

Dennoch ist Schwimmen für alle Hunde ein sehr gesundes Vergnügen, da so – bei minimaler Belastung für die Gelenke – Bewegungsabläufe optimiert und die Muskulatur gestärkt werden!

Sorge von Hundegegnern unbegründet:

Natürlich melden sich nun verstärkt auch jene zu Wort, die mit Hunden bereits im Alltag ein Problem haben. Tatsächlich ist das Hundeschwimmen in Saarbrücken auch ein Novum, hat sich jedoch in anderen Regionen, als spezielles Event der Nachsaison, durchaus bewährt.

Hygienische Bedenken sind ohnehin unbegründet. Denn Hunde verlieren beim Baden nicht mehr Haare als wir Menschen, bringt es die Bädergesellschaft auf den Punkt.

Eine Mehr- oder Überbelastung der Filteranlagen sei damit ausgeschlossen: „Zudem wird das Wasser routinemäßig vor Beginn der nächsten Saison abgelassen. Anschließend werden die Beckenwände und -böden gereinigt und desinfiziert“, erklärt Stefan Brand, Schwimmmeister und Betriebsleiter im Totobad, das weitere Vorgehen nach Waldis Besuch.

Kopfsprünge verboten!

Der muss übrigens haftpflichtversichert sein. Und darf auch nicht kopfüber ins kühle Nass eintauchen. Denn auf dem Gelände selbst herrscht Leinenpflicht.

Der Eintritt „pro Fuß und Pfote“ kostet 0,60 Euro. Darüber hinaus bittet die Bädergesellschaft – ohne Frage eine gute Idee – um eine Spende für das örtliche Tierheim. Wer mitmachen will, sollte für seinen Liebling ein Tuch zum Abtrocknen und ggf. auch Sonnencreme bereithalten. Denn auch Vierbeiner können einen Sonnenbrand bekommen.

Dies gilt insbesondere für Nackthunde, aber auch andere Rassen mit einem hellen und kurzen Fell, etwa Dalmatiner. Zudem sind bei allen Hunden die Ohren und Nasenregion, aber auch der meist kürzer behaarte Bauch für Hautirritationen infolge einer hohen Sonneneinstrahlung empfänglich.

Schleckt das Tier die Sonnencreme immer wieder ab, hilft daher nur ein Platz im Schatten!

Bedenken müssen wir zudem, dass sich auch Hunde erst akklimatisieren müssen, das heißt, langsam und Pfote um Pfote, ins Nass steigen. Und auch für den Vierbeiner gilt: Gefressen wird erst nach dem Sport.

Letzte Einlassmöglichkeit ist um 16.15 Uhr. In diesem Sinne: Allen Hunden einen feucht-fröhlichen Tag!

Schwimmen macht Hunden Spaß: Was normalerweise nur in Seen und Teichen möglich ist, wird vielerorts nun auch zum Saisonende in den Freibädern zum Hit!

 Border Collie im Wasser

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Foto: Peter Hoffmann

Heimische Singvögel in Gefahr

Dass die Wilderei auf Singvögel im Mittelmeerraum gang und gebe ist, ist hinlänglich bekannt …

Schließlich gelten viele Zugvögel, wie Singdrosseln, hier als echte Delikatesse und werden daher zu Abertausenden gefangen und dann in Restaurants und Haushalten verzehrt. Ein illegales Geschäft, das trotz aller Proteste bis dato nicht gestoppt ist.

Singvögel im Kochtopf:

Die Welt titelte daher schon einmal mit Vogelschlächtern, die nahezu unbehelligt ihr Unwesen treiben, von seltenen Grasmücken, die millionenfach gefangen und gegrillt werden.
Tatsächlich sind viele Singvögel auch und gerade durch die Nahrungsgewohnheiten und Traditionen der Mittelmeeranrainerstaaten bedroht. Der NABU spricht in diesem Zusammenhang von regelrechten Vogelfangfabriken und geht von 10 Millionen (!) Singvögeln aus, die Jahr für Jahr verspeist werden.

Auch Vogelliebhaber werden zur Gefahr!

Nun jedoch enthüllte RTL aktuell, dass auch vermeintliche Vogelfreunde für unsere heimische Tierwelt zur Gefahr werden. Denn viele Singvögel werden nach Auskunft des Senders auch für die Haltung in Volieren gefangen.
Dabei gehen die RTL-Autoren von horrenden Summen aus, die für seltene Arten gezahlt werden. Von Sammlern, die sich regelrecht aufgeilen (was der eine hat, will der andere auch haben). Von dubiosen Händlern, die im Fang und Handel mit geschützten Wildvögeln das ganz große Geschäft wittern.
Auch derwesten.de befasste sich schon mal mit dieser Thematik und geht davon aus, dass die Tiere oftmals auf Friedhöfen (wo Piepmätze und Eichhörnchen meist sehr zahm sind) in Fallen gelockt werden. Denn der Verkauf heimischer Tiere sei offenbar sehr lukrativ.
Da lassen sich dann Verluste und Vögel, die in den Lebendfallen verenden, offenbar verschmerzen. Wie auch jene Tiere, die sich nicht in Gefangenschaft eingewöhnen können und bald jämmerlich verenden.
Das Vogelschutz-Komitee sieht daher, und das weltweit, einen „gierigen Schwarzmarkt“, der rücksichtslos und ständig Nachschub aus freilebenden Vogelbeständen aller Kontinente verlangt, um so die Liebhaber zu versorgen. Wobei Deutschland ausdrücklich als „Täterland“ benannt wird.

Kein Grund, mit dem Finger auf andere zu zeigen!

Es sind also nicht allein die Südländer, die mit Gerichten wie „Lerche an Kürbiscreme“ die Zöllner und Behörden auf Trab halten und, mit ihrer Leidenschaft, für unsere Singvögel zu einer Gefahr werden.
Denn auch Vogelhalter und Vogelfreunde werden offenbar für unsere heimische Tierwelt immer bedrohlicher!

Buchfink auf Nahrungssuche

 

Bildquellen: © Rosemarie Kappler – Fotolia.com, © YK – Fotolia.com