Flechten sind natürliche Frühwarnsysteme

Selbst allgemeine Online-Lexika wie Wikipedia befassen sich heute mit den Flechten, einer symbiotischen Lebensgemeinschaft aus Pilzen und einem oder mehreren Photosynthese betreibenden Partnern …

Das könn(t)en nach Auskunft des saarländischen Umweltministeriums Grünalgen oder auch Cyanobakterien sein: „Flechten werden dennoch den Pilzen zugerechnet, sie sind also keine Pflanzen!“

Was uns Flechten über unsere Umwelt verraten?

Freilich kann dieses eigenartige Gebilde aus Pilzfäden und Algen als Indikator für eine intakte Umwelt und insbesondere die Luftqualität genutzt werden. Denn Flechten, deren Bauplan die Wissenschaftler erst im 19. Jahrhundert begriffen und erfasst haben, reagieren recht empfindlich auf Luftschadstoffe.

Auch Klimaveränderungen können dieser Lebensgemeinschaft aus Pilz und Algen zusetzen:

Flechten sind sehr empfindsame Wesen!

Flechten werden daher seit langem als so genannte Bioindikatoren eingesetzt“, weiß das saarländische Umweltministerium und macht dabei eine einfache Gleichung auf: „Ist die Luft sauber, gibt es viele Flechten, vor allem auch empfindlichere Arten!“

Wir haben es bei den Flechten also mit einem natürlichen Frühwarnsystem zu tun, das uns darüber Auskunft gibt, ob unsere Umwelt- und Lebensbedingungen noch intakt sind oder ob bereits Gefahr droht. Eine Wächterfunktion, die bereits vor 150 Jahren entdeckt wurde:

In London entdeckt!

Denn seinerzeit erkannte ein britischer Wissenschaftler in London den Zusammenhang zwischen Luftverunreinigungen und dem Rückgang der Flechten. Den lernen heute unsere Kinder bereits in der Schule. Eine Wechselwirkung, die nun von den Saar-Behörden auch im Zusammenhang mit einer umstrittenen Chemieplattform im französischen Carling benutzt wird.

Die nämlich sorgt mit ihren Geruchsbelästigungen regelmäßig für Ärger in der Grenzregion und schürt vor allem auf deutscher Seite diverse Ängste. Daher soll nun der renommierte Flechtenspezialist Dr. Volker John im Auftrag des Umweltministeriums den Flechten im Warndt auf den sprichwörtlichen Zahn fühlen: „Diese Kartierung der Flechtenvegetation soll Aufschlüsse über die tatsächliche Luftqualität im deutsch-französischen Grenzraum geben“, sehen auch die saarländischen Verantwortlichen in den Flechten wichtige Indikatoren.

Dazu werden rund 200 Bäume im gesamten Warndt überprüft und auf ihre Besiedlung mit Flechten untersucht. Nach dieser Arbeit im Gelände, die bis Anfang Juni angeschlossen sein soll, werden die Daten dann analysiert.

Mit ersten Ergebnissen ist nach Ministeriumsangaben Ende Juli zu rechnen. Da jedoch bereits aus 2009 Daten einer französischen Flechtenstudie vorliegen, erhofft man sich – neben einer Bewertung der aktuellen Situation -, auch belastbare Langzeitaussagen bezüglich der Flechtenvegetation und Luftqualität längs der deutsch-französischen Grenze: „Wir wollen mit dieser zielgerichteten Untersuchung der Flechten dazu beitragen, Klarheit über die aktuelle Situation zu erhalten. Denn wir nehmen die Sorgen der Menschen ernst“, betont Umweltminister Reinhold Jost gegenüber der Presse.

Dabei gilt die Flechtenstudie als ein Baustein von vielen. Denn auch so genannte Geruchsmessungen mit neuartigen Microsensoren werden durchgeführt und sollen damit möglichen Schadstoffen und befürchteten Atemwegserkrankungen im Warndt auf den Grund gehen.

Große Artenvielfalt:

Doch die natürliche Messmethode via Flechte hat natürlich einen ganz besonderen Charme.

Weltweit gibt es übrigens rund 25.000 Flechtenarten, allein in Mitteleuropa immerhin 2000 verschiedene Arten.

Davon wiederum gedeihen 500 im grenznahen Saarland: „Nach der Wuchsform und der Auflagefläche des Pilzthallus, unterscheidet man zwischen Krustenflechten, Laub- oder Blattflechten“, erklärt Dr. Volker John die Vielfalt seiner Versuchsobjekte.

Darüber hinaus gibt es Strauchflechten und Gallertflechten. Und viele verschiedene Schattierungen und Farben. Denn das Farbspektrum der Flechten reicht von weiß über gelb, verschiedenen Brauntönen, orange, tiefrot, rosa, olivgrün, blaugrün und grau bis zu tiefschwarz.

Doch was macht Flechten zu derart sensiblen Wesen? Nun, die können, wie John und Jost erklären, aufgenommene (Luft) Schadstoffe nicht wieder abgegeben, da Ausscheidungsorgane und Laubfall fehlen.

Damit müssen Flechten weichen, wenn unsere Umweltbedingungen nicht mehr intakt sind. Und warnen damit auch uns Menschen, dass nun die Zeit zum Handeln reif ist!

In Wäldern, in denen noch Flechten wuchern, können wir von weitgehend intakten Umweltbedingungen ausgehen!

Im Warndt, einem weitläufigen und beliebten Wald- und Naherholungsgebiet längs der deutsch-lothringischen Grenze, leben beim alljährlichen Warndt-Weekend alte Traditionen wie das Köhlerhandwerk wieder auf!

Fotos: Peter Hoffmann

Werden unsere Elektrogeräte bald länger „leben“?

Der Verdacht, dass viele Elektro- und Großgeräte kurz nach dem Ablauf der Garantiezeit den sprichwörtlichen Geist aufgeben, ist bereits mehrfach in Foren und Medien thematisiert worden:

Wer die Suchparameter „Elektrogeräte zu schnell kaputt“ in (s) eine Suchmaschine eintippt, wird daher rasch und vielfach fündig.

Viele Verbraucher enttäuscht!

Und auch die Welt.de argwöhnt, dass viele Geräte plötzlich bereits nach fünf Jahren defekt sind: „Waschmaschinen und Kühlschränke haben eine kürzere Lebensdauer als noch vor zehn Jahren“, verweist man hier auf eine Studie des Umweltbundesamtes.

Ein Thema, mit dem sich nun auch die Politik befasst hat:

Politiker debattieren!

Denn bei ihrem Treffen in Osnabrück forderten die Verbraucherschutzminister der Länder die Bundesregierung dazu auf, einen Maßnahmenkatalog vorzulegen, mit dem einer absichtlichen Verkürzung der Lebensdauer von Produkten begegnet werden kann: Verbraucher hätten nämlich zunehmend den Eindruck, dass die Lebensdauer von Produkten, insbesondere bei technischen Geräten, bewusst von Seiten des Herstellers verkürzt wird, bestätigt auch das Saar-Ministerium.

Viele Endkunden glauben sogar, dass heute Geräte ganz gezielt mit Schwachstellen konstruiert werden. Wenn dem so wäre, dann mit Erfolg. Das jedenfalls berichtet der NDR, dem zufolge Haushalte in Deutschland pro Jahr 101 Milliarden Euro mehr als nötig ausgeben. So jedenfalls besagt es ein Gutachten der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, das vom Sender zitiert wird.

Zufall oder Vorsatz?

Ja, es habe den Anschein, dass Anbieter bewusst Produkte von geringerer Qualität bzw. geringerer Haltbarkeit herstellen, um so eine Absatzsteigerung zu erreichen, heißt es daher auch in einer Pressemitteilung des saarländischen Verbraucherschutzministeriums. Diese geplante Obsoleszenz führe dann zu finanziellen Mehrbelastungen der Verbraucher und einem stetigen Anstieg des Elektroschrotts in den Industrieländern:

Еine künstliche, absichtsvolle Verkürzung der Lebensdauer von Produkten ist für die Verbraucherinnen und Verbraucher aber nicht hinnehmbar, betont auch Saar-Minister Reinhold Jost. Um dieser Masche entgegenzuwirken, müsse daher zum Beispiel an die Einführung eines Siegels oder einer Kennzeichnungspflicht, die Aspekte wie einfache Reparaturfähigkeit oder das Vorhalten von Ersatzteilen einschließt, gedacht werden.

Auch die Herausnahme der Beweislastumkehr in der Gewährleistungsfrist sei ein erstrebenswertes Ziel. Immerhin titelte der Focus bereits 2013 in (s) einer Überschrift mit Schrott-Bauteilen und einem Verfallsdatum, das quasi eingebaut ist. Und einem Bauchgefühl der Verbraucher, das die Politiker, auch aufgrund oben genannter Studien, nun aufgreifen.

Wer viel Geld für seinen Staubsauger oder gar ein elektrische Großgerät ausgibt, wünscht sich völlig zu Recht auch eine lange Lebensdauer!

Foto: Peter Hoffmann

Wie viele Bewohner kann unsere Erde ertragen?

Bereits in „Kein Platz für wilde Tiere“ ist von Bernhard Grzimek, dem streitbaren Naturschützer und Direktor des Frankfurter Zoos, die „krebsartige Wucherung“ der Menschheit beklagt worden:

Zu jenen Zeiten, als an den Ufern des Nils die Pharaonen regiert haben, hätte die Menschheit noch 3.000 Jahre gebraucht, um ihre Kopfzahl auf Erden um 10 Millionen zu vermehren, „heute sind dazu nur noch knapp zwei Monate nötig!“

Sind wir Menschen zu fruchtbar?

Tatsächlich ist das Bevölkerungswachstum heute in aller Munde, so dass sich unlängst auch die Süddeutsche Zeitung mit dieser Thematik befasst hat. Schließlich prognostiziert eine UN-Studie wachsende Menschheitszahlen und könnte in Zukunft durchaus die 12 Milliarden-Grenze erreicht werden.

Oben genannte Studie warnt angesichts derartiger Zahlen vor dramatischen Auswirkungen, und auch Afrika-Forscher und Naturschützer Grzimek gab zu bedenken, dass nur 2 Prozent (!) der Erdoberfläche als Äcker und für Gemüsekulturen urbar gemacht werden könnten.

Wo also soll das alles hinführen, wenn schon zu Grzimes Zeiten Millionen an Hunger starben?

Wird es auf der Erde bald eng?

Auch die Welt spricht daher von einer regelrechten Bevölkerungsexplosion und knapper werdenden Ressourcen. Von Zahlen, die Sorge machen. Von einer Entwicklung, die vermutlich mit allerhand Problemen, dem Kampf um Rohstoffe und Trinkwasser sowie viel Elend verknüpft ist.

Bekanntlich argwöhnte ja bereits Boutros Boutros-Ghali, der ehemalige Generalsekretär der Vereinten Nationen, dass die Kriege der Zukunft weniger um politischen Einfluss denn genießbares Trinkwasser und andere überlebenswichtige Faktoren geführt werden!

Was sagen und tun unsere Politiker

„Angesichts der bis 2050 auf über 9 Milliarden Menschen wachsenden Weltbevölkerung kann nur der nachhaltige Umgang mit unseren natürlichen Lebensgrundlagen die Ernährung heutiger und kommender Generationen sichern“, glaubt in diesem Zusammenhang Bundesernährungsminister Christian Schmidt.

Oberstes Ziel sei es daher, Verluste und die Verschwendung von Lebensmitteln zu minimieren, „weil so gleichzeitig nennenswerte Mengen an Wasser, Energie und Treibhausgasen eingespart werden.“ Denn ohne Frage ist die ständig wachsende Weltbevölkerung auch für das Klima ein derbes Problem.

Vor dem Treffen der Agrarminister in Paris hatte Schmidt das Deutsch-Chinesische Agrarzentrum in Peking und ein Agrartrainingszentrum in Sambia eröffnet. In den Demonstrationsvorhaben des Ministerium geht es darum, vor Ort Wissen zu vermitteln und nachhaltige Produktionsprozesse zu organisieren; zudem zielt das BMEL in einem so genannten Bilateralen Kooperationsprogramm darauf ab, Regierungen und Selbstorganisationsstrukturen in Fragen der zukunftsfähigen und nachhaltigen Agrarwirtschaft zu beraten.

Denn „so ein Hungertod ist schmerzhaft und dauert oft Monate“, beklagte Grzimek. Pest und Cholera seien da fast „gnädiger“!

Wie können wir die Menschheit vernünftig ernähren?

Bereits bei der großen Ministerkonferenz „Global Forum for Food and Agriculture“ im Januar in Berlin hatte sich Schmidt daher, zusammen mit über 60 Ministerkollegen, auf die Notwendigkeit von nachhaltigen und vielfältigen Agrar- und Ernährungssystemen sowie nachhaltigen landwirtschaftlichen Produktionsverfahren verständigt. Denn wir werden uns wohl auch weiter und ungebremst vermehren. Vor allem in Ländern wie Afrika, wo die Welt 2050 bis zu 2 Milliarden Menschen sieht.

Eine Verdoppelung, die auch mit mangelnder Verhütung zu tun hat. Wie auch damit, dass hier Großfamilien und ein reicher Kindersegen aus kulturellen Gründen wie auch zur Altersvorsorge zum guten Ton gehören und quasi gewollt sind.

3sat.de propagiert dagegen auch in Afrika die Kleinfamilie als Zukunftsmodell. Und auch die Kirche scheint ihre ablehnende Haltung gegenüber Verhütungsmethoden allmählich zu überdenken.

Doch das ist noch Zukunftsmusik. Denn „auch im Jahr 2015 werden 233 Millionen Frauen keinen Zugang zu modernen Verhütungsmitteln haben“, beklagte der Berufsverband der Frauenärzte bereits im Vorfeld. Ein Ende des Bevölkerungswachstums scheint daher so schnell nicht in Sicht!