Reifkristalle (Foto Peter Hoffmann Waldstraße 20 66113 Saarb

Alte Pflanzenstängel dürfen auch mal stehen bleiben!

Alte Pflanzenstängel dürfen auch mal stehen bleiben!

Sollten die verblühten Stauden nun zurück geschnitten, gar gänzlich entfernt werden oder dürfen wir, ganz im Gegenteil, die Ranken stehen lassen und hier, im Garten, nun voller Spannung auf den ersten Frost warten?

Das ist eine Frage, vor der viele Hobbygärtner jedes Jahr stehen und die auch auf ARD alpha, dem Bildungskanal, unlängst thematisiert wurde:

Gärtner dürfen auch mal bewusst faul sein!

Hier, wo  man sich das Motto „Die Welt verstehen“ zu eigen gemacht hat, ist dann von einer Gartenbaumeisterin ganz bewusst für ein wenig Zurückhaltung beim herbstlichen Rückschnitt plädiert worden:

Denn auch die braunen Ranken könn(t)en, so die Expertin, noch durchaus attraktiv sein. Spätestens mit den ersten Frösten und Schneeflocken, wenn Goldrute und Co., bereits im Absterben begriffen, noch einmal „aufblühen“ und im Gegenlicht ein tolles und stimmungsvolles Motiv geben.

Tatsächlich lohnt es sich, den Garten bei Reif und Frost nach lohnenden Objekten zu durchstöbern, da nun auch vergilbte Blüten und alte Samenstände noch einmal ihre ureigene Schönheit und einen fast magischen Glanz haben.

Am besten eignet sich dazu eine Kompaktkamera samt Naheinstellung oder aber ein spezielles Makroobjektiv, das an einer Spiegelreflex-Systemkamera montiert wird.

Dabei sollten wir bedenken, dass gerade hier, im Makro- und Nahbereich, die Schärfentiefe gering ist. Wir müssen die Kamera also entsprechend abblenden (Blende von mindestens 11 oder 16), damit unser Bild auch durchgängig scharf ist.

Auch die Kleintiere profitieren!

Übrigens lohnt diese „Faulheit“ nicht nur aus fotografischer Sicht. Daher rät auch der Landesverband Bremen im Naturschutzbund NABU dazu, Stauden-Stängel stehen zu lassen, da die für viele Insekten ein wichtiges Quartier sind.

Tatsächlich könnten, so die Experten, allein in den mächtigen Schilfstängeln 120 Larven überleben: „Zuviel Ordnung stört die Natur“, findet daher NABU-Geschäftsführer Sönke Hofmann und kritisiert, dass viele Gartenfreunde, mit ihrer übersteigerten Ordnungsliebe, unbewusst die Winterquartiere der Kleintiere zerstören.

Mein schöner winterlicher Garten:

Dabei scheint das Thema auch vermehrt die Hobbygärtner selbst zu bewegen, da die, auf Fachportalen wie „mein schöner Garten“, längst eine rege Diskussion führen: „Ich lasse meine Stauden fast alle überwintern, ohne sie abzuschneiden. Außer denen, die von allein umfallen, weil sie schon weich im Stiel sind“, schreibt hier eine Userin, während der nächste Post die Nützlinge im Garten wie Marienkäfer und Florfliegen im Blick hat.

Doch nicht nur hier, in den verwelkten Stauden und Samenständen, sondern auch in Laubhaufen können Nützlinge überwintern. Der NABU rät daher dazu , Laub im Garten liegen zu lassen, zumal die welken Blätter auch einen wertvollen Frostschutz für Hecken und Gehölze darstellen.

Weniger (Arbeitseifer) ist daher auch beim Gärtnern mitunter mehr!

 

Bei Raureif bieten sich im Garten viele tolle Motive!

Nun, nachdem der erste Frost die Wiese überzieht, geben die Grashalme und das Laubblatt im dezenten Gegenlicht ein stimmungsvolles Bild ab.

Um derartige Motive einzufangen, muss die Naheinstellung der Kompaktkamera, besser noch ein Spiegelreflex-System samt Makro-Optik genutzt werden!

Fotos: Peter Hoffmann

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *