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Asbest ist nach wie vor ein Thema

Manchmal holen uns die Sünden der Vergangenheit ein. Dies bewahrheitet sich, einmal mehr, auch in Sachen Asbest. Schließlich belastet die einstige „Wunderfaser“ nach wie vor Bauhandwerk und Gewerbe und kann auch für private Bauherren und bei Renovierungsarbeiten zu einem Problem werden …

Denn in vielen Häusern aus der Nachkriegszeit würde nach wie vor Asbest schlummern, erklärt die ARD, wo man in dem Baustoff eine oftmals unterschätzte Gefahr sieht:

Krebsrisiko bestätigt!

Auch das Deutsche Krebsforschungszentrum befasst sich mit dieser Thematik und stuft Asbest, das im Körper nicht (mehr) abgebaut werden kann, als „lungengängig“ ein. Will meinen: Würden die Fasern freigesetzt und eingeatmet, können sie bei entsprechender Länge und Dicke tief in die Lunge gelangen und noch in das angrenzende Gewebe vordringen. Damit wird Asbest zumindest zum Auslöser chronischer Entzündungen!

Und kann auch Entartungen des Gewebes auslösen. Das jedenfalls sagt das Umweltbundesamt, wo die Experten wissen, dass Asbest, als ehemals sehr beliebter Baustoff, häufig im Hochbau zum tragen kam: „Asbest wurde in Deutschland seit etwa 1930 in so großen Mengen wie kaum ein anderer Werkstoff verwendet!“

Beständig, aber gefährlich:

Tatsächlich verspricht der Name viel. Denn Asbest stammt aus dem Altgriechischen und bedeutet so viel wie „unvergänglich“. Ja, Asbest sei chemisch sehr beständig, zudem unempfindlich gegen Hitze und nicht brennbar, bestätigt auch das Umweltbundesamt: „Er weist zudem eine hohe Elastizität und Zugfestigkeit auf und lässt sich aufgrund seiner Bindefähigkeit mit anderen Materialien leicht zu Produkten verarbeiten!“

Daher finden sich auch mehr als 20 Jahre nach dem Verbot zur Herstellung und Verwendung von Asbest in Deutschland immer noch Altlasten. Die einstige „Wunderfaser“ beschäftigt damit nach wie vor den Arbeitsschutz und ist auch vom Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz des Saarlandes noch einmal kritisch beäugt worden:

Hier bestätigen die aktuellen Zahlen der Gewerbeaufsicht sogar eine steigende Bedeutung von Asbest. Denn für das Jahr 2014 wurden dem für die Kontrolle zuständigen Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz (LUA) insgesamt 581 (2013: 556) so genannte „objektbezogene Anzeigen zu Tätigkeiten mit asbesthaltigen Gefahrstoffen“ nach der Gefahrstoffverordnung übermittelt. Bei 103 (2013: 81) gewerblichen Abbruch-, Sanierungs- und Instandhaltungs-Arbeiten, im Fachjargon ASI-Arbeiten, musste weitergehend und vor Ort geprüft werden.

Besorgniserregend ist dabei, dass nach wie vor bei rund 28 Prozent (2013: 36 Prozent) der Kontrollen des LUA Mängel bei den Arbeiten und im Umgang mit Asbest festgestellt wurden: Insgesamt wurden 4 (2013: 7) Bußgeldverfahren eingeleitet; 28 (2013: 16) Strafanzeigen wurden zudem an das Landeskriminalamt (LKA) zur Prüfung weitergeleitet.

Auch im privaten Bereich kontrollierte das LUA im Jahr 2014 in 8 (2013: 6) Fällen nach Eingang einer telefonischen Beschwerde von Anwohnern. Fünf (2013: 4) dieser Beschwerden wurden dann ebenfalls ans LKA zur Tatbestandsprüfung einer Straftat weitergeleitet:

„Diese Zahlen zeigen, dass Asbestkontrollen nach wie vor unverzichtbar sind. Insbesondere in einem Land, in dem seit einer Generation ein Asbestverbot gilt, erkennen junge Arbeitnehmer und Bauarbeiter möglicherweise in den Gebäuden verbaute Asbestprodukte nicht. Wegen der gesundheitlichen Risiken dürfen die Vorschriften zum Schutz der Beschäftigten in der Bauwirtschaft nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Wir müssen die versteckte Gefahr, die von Asbest für Mensch und Umwelt ausgeht, weiter sehr ernst nehmen“, glaubt daher Reinhold Jost, Minister für Umwelt und Verbraucherschutz an der Saar.

Asbest hat viele Gesichter!

Die Fasern, die einst für Brandschutzmaßnahmen so beliebt waren, werden uns also noch länger „verfolgen“. Zumal sich asbesthaltige Produkte auch in Form von Dachwellpappen, Zementrohren, Blumenkästen und Fensterbänken sowie Brüstungs- und Deckenplatten präsentieren.

Asbest wurde zudem in Isolierungen an Lüftungsklappen und Rohrdämmungen verbaut, aber auch in Fensterkitte, Kleber und Spachtelmassen gemischt. Fatalerweise sind gerade jetzt, rund 30 bis 50 Jahre nach dem Einbau, viele dieser Gebäude in einem Zustand, in dem sie grundlegend modernisiert, umgebaut oder abgerissen werden müssen:

„Asbest ist somit eine zusätzlich zu berücksichtigende Größe für die Planung und Ausführung der Bauarbeiten – sowohl für gewerbliche Unternehmen wie auch Privathaushalte“, erklärt das Saar-Ministerium abschließend.

Oftmals schlummert die Asbest-Gefahr auch in alten Blumenkästen, die längst eine gewisse Patina mit sich herumtragen, jedoch ansonsten unverwüstlich sind!

Foto: Hoffmann

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