Zimmer Azalee

Azalee (Rhododendron simsii)

Die Heimat der Azaleen ist Japan und China. Es handelt sich hierbei um eine sehr beliebte blühende Zimmerpflanze.

Bei den Azaleen gibt es sehr viele Sorten, die in vielen Farben blühen von weiß bis rot oder auch in vielen Zwischentönen. Auch von der Blütezeit her unterscheiden sich die Sorten. Sie blühen nicht alle zur gleichen Zeit, sondern von Herbst bis Frühjahr. Die Zimmerazalee ist ein Hybrid des Rhododendron.

Viele Pflanzenliebhaber sind sehr enttäuscht, wenn diese Zimmerpflanze bald nach dem Kauf ihre Schönheit verliert. Die Blüten fallen sehr schnell ab, so dass aus der blühenden Azalee nur noch eine Grünpflanze übrig geblieben ist. Doch das muss nicht sein. Bei richtiger Pflege und richtigem Standort kann die Freude an dieser sehr schönen Zimmerpflanze länger erhalten bleiben.

So sollt man schon beim Kauf auf eine gute Qualität achten. Das Blattwerk sollte dicht sein und es sollten auch viele Knospen vorhanden sein. Die ersten Blüten sollten gerade geöffnet sein.

Pflege der Zimmerazalee

1. Standort

Azaleen wachsen in ihrer Heimat in kühlen und feuchten Bergwäldern. So kann man sich vorstellen, dass das Wohnzimmer mit einer Luftfeuchtigkeit von 30/40 Prozent als Standort nicht gerade für diese Pflanze geeignet ist.

Nach dem Kauf sollte die Azalee drei Tage in einem kühlen Raum stehen, kann auch halbschattig sein. Man muss bedenken, dass die Pflanzen in den Gärtnereien im Kalthaus herangezogen werden, so dass sich die Pflanze den neuen Gegebenheiten erst anpassen muss. Am Besten ist es, wenn man die Pflanze zuerst in den kühlen Flur oder Schlafzimmer stellt. Die günstigsten Temperaturen sind zwischen 8 und 16 Grad.

Steht die Azalee in voller Blüte, kann man sie ins Wohnzimmer stellen. Doch soll sie nie in Nähe einer Heizung platziert werden. Auch die Fensterbank über der Heizung ist als Standort ungünstig. Ebenso sind Zugluft und direkte Sonne für diese Zimmerpflanze schädlich. Vertragbar sind etwas Morgen- und Abendsonne.

Grundsätzlich kann man sagen, dass die Azalee nicht gerade zu den pflegeleichtesten Blühpflanzen zählt.

2. Pflanzsubstrat

Azaleen benötigen ein spezielles Substrat. Sehr gut geeignet ist Moorbeeterde. Diese Erde ist sauer und hat einen ph-Wert zwischen 4 und 4,5. Liegt der ph-wert höher, können die verabreichten Nährstoffe von der Pflanze nicht aufgenommen werden. Diese benötigt die Pflanze zum Wachsen und Gedeihen, doch bei einem höheren ph-Wert werden die Nährstoffe im Substrat festgelegt und die Azaleen können diese nicht aufnehmen.

Günstig ist ein humoser und kalkfreier Boden.

3. Gießen und Düngen

Azaleen mögen viel Wasser. Gut macht sich auch, wenn man die Pflanze mit dem gesamten Wurzelballen ins Wasserbad stellt. Es ist aber wichtig, dass das Wasser entkalkt ist. Die Wurzelballen sollten feucht, aber nicht staunass sein. Auch sollten die Azaleen täglich mit warmem Wasser besprüht werden. Doch es muss darauf geachtet werden, dass kein Wasser auf die Blüten kommt. Sollte es doch einmal vorkommen, dass der Wurzelballen ausgetrocknet ist, ist der Ballen ins Wasser zu tauchen, damit er sich voll saugen kann.

Zum Düngen der Pflanze ist ein spezieller Flüssigdünger für Azaleen und Rhododendren zu verwenden. Es wird gedüngt außerhalb der Blütezeit, also zwischen Frühjahr bis Herbst. Es sollte alle 4 Wochen gedüngt werden.

4. Schneiden

Die Pflanze wird erst beschnitten, wenn alles verblüht ist. Vorher werden nur die verblühten Blüten und Blätter herausgeschnitten. Das sollte unbedingt erfolgen, da es sonst zur Fäulnis führen kann. Ein vollkommener Rückschnitt erfolgt erst nach dem Verblühen. Es wird ungefähr 1/3 zurück geschnitten. Die abgestorbenen Zweige entfernt man komplett. Immer mit einer sauberen Schere schneiden. Man schneidet kurz über einem ruhendem Auge oder einer Blatt- oder Seitenknospe.

Eine Azalee wird alle 2 bis 3 Jahre umgetopft.

5. Überwintern

Meistens werden verblühte Azaleen entsorgt. Doch das ist nicht nötig. Die Pflanze sollte nach der Blüte kühl und hell gestellt werden. Vorher entfernt man alle Samenstände, wenn welche vorhanden sind. Diese entziehen sonst der Pflanze viel Kraft. Man schneidet die Pflanze zurück und topft diese um. Bis Ende Mai lässt man sie kühl und hell stehen. Dann kann man sie ins Freie bringen. Sie sollte aber im Schatten und geschützt stehen. Doch sollte auch jetzt darauf geachtet werden, dass der Ballen stets feucht ist.

Die ersten Knospen kommen dann Ende August bis September und zwar dann, wenn die Nachtemperaturen sinken. Vor den ersten Nachtfrösten wird die Pflanze ins Zimmer genommen und an einen kühlen Ort gestellt. So kann sich die Azalee weiter entwickeln.

6. Vermehrung

Die Vermehrung wird mit halbverholzten Kopfstecklingen vorgenommen. Man schneidet die jungen Triebe im Frühjahr. Es wird ein 8-10 cm Steckling in ein spezielles Substrat gesteckt. Dieses Substrat besteht aus zwei Teilen Sand und einem Teil Torf. Man feuchtet das Substrat an und stülpt über den Topf eine durchsichtige Tüte. Die Tüte sorgt dafür, dass eine hohe Luftfeuchtigkeit entsteht. Man stellt diese Stecklinge halbschattig. Der Steckling sollte nach 8 bis 12 Wochen Wurzeln haben. Dann kann eine Umtopfung in eine Spezialerde vornehmen.

7. Krankheiten und Schädlinge

 

  •  Spinnenmilben bei einem zu warmen und trockenem Standort
  •  Chlorose bei einem falschem Gießwasser
  •  Gewitterfliegen, die Larven ernähren sich bis zur Schlüpfung von jungen Trieben und neuen Blättern. Bekämpfen kann man diese mit Produkten auf Neem-Öl-Basis.
  • Steht die Pflanze im Sommer im Freien erfreuen sich Dickmaulüssler an der Pflanze. Es werden die Blätter angefressen und die Larven nehmen sich die Wurzeln vor.
  • Die Käfer sollten unbedingt abgesammelt werden, ansonsten kann die Pflanze eingehen. Die Larven können mit Nematoden bekämpft werden.

Zum Schluss kann gesagt werden, dass die Zimmerazalee eine wunderschöne Pflanze ist. Doch es muss auch erwähnt werden, dass es sich bei dieser Pflanze nicht um eine Einsteigerpflanze für Blumenliebhaber handelt. Hier braucht man schon etwas Erfahrung und auch ein gewisses Händchen dafür.

Wer dann noch die verblühte Azalee wieder zum Blühen bringen möchte, muss schon etwas Geduld und auch Fingerspitzengefühl aufbringen.

© M. Schuppich – Fotolia.com

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