Border Collie im Wasser 5

Bellos Badespaß

Viele Hunde schwimmen für ihr Leben gern. Etwa Neufundländer, die mit ihrem dichten, wasserabweisenden Fell und ihrem kräftigen Körperbau für den Wassersport und die Rettung Schiffbrüchiger wie gemacht scheinen …

Auch Pudel sind bzw. waren echte Jagdhunde, die die Beute des Jägers aus dem Wasser apportiert haben. Der Name leitet sich denn auch von „im Wasser buddeln“ ab und beschreibt einen Hund, der an keinem Teich und keiner Pfütze vorbeikommt:

Auf ins kühle Nass!

Dabei ist Schwimmen, auch für Hunde, zunächst einmal ein sehr gesundes Vergnügen und wird heute auch in der Reha genutzt. Denn auch beim Vierbeiner können im Wasser Bewegungsabläufe optimiert und Muskeln aufgebaut werden. Bei minimaler Belastung für die Gelenke:

„Hurra, der Sommer ist da“, freut sich daher die „Aktion Tier“ in Berlin und weiß, dass nun viele Hunde nur noch ab ins kühle Nass wollen.

Doch manch einer kommt deutlich weniger fröhlich aus dem Wasser heraus, als er eben noch hinein sprang. Tatsächlich ist es für Halter ein erschreckender Anblick, wenn der vierbeinige Partner – die Rute in einer seltsam abgeknickten Stellung tragend – nur noch zögerlich aus dem See schlurft:

„Wenn Sie so etwas bei Ihrem Hund sehen, handelt es sich um eine Wasserrute“, erklärt Tierärztin Dr. Tina Hölscher.

Da die Symptome bevorzugt beim bzw. nach dem Schwimmen auftreten, bekam das Krankheitsbild diesen Namen. Was genau dahinter steckt, ist nach Auskunft der „Aktion Tier“ bis heute nicht bekannt. Tierärzte und Experten vermuten hier eine Minderdurchblutung der Muskulatur, Muskelfaserrisse oder auch Einengungen der Nervenbahnen.

„Sicher ist, dass das Auftreten einer Wasserrute, auch Hammelschwanz genannt, für das Tier äußerst schmerzhaft ist“, sieht Hölscher hier einen echten Notfall und hohen Leidensdruck. Tatsächlich können die Patienten, zumal in extremen Fällen, sogar kein Kot und keinen Urin mehr absetzen.

Daher sollte der nächste Weg zum Tierarzt führen: „Stellt der die richtige Diagnose und behandelt den Hund mit Schmerzmitteln und Entzündungshemmern, geht es dem Tier innerhalb von wenigen Stunden schon wieder besser“, beruhigt die Tierärztin jedoch. Freilich braucht der Hund dann noch einige Tage Ruhe und Schonung.

Ohnehin muss auch beim schwimmenden Vierbeiner an die nötige Sicherheit gedacht werden:

Sicherheit geht beim Schwimmen vor!

So zeigen viele Internet-Bilder heute Hunde, die eine Art Schwimmweste anhaben. Zwar kann, theoretisch, jeder Hund schwimmen, dennoch kann das Tier bei starker Strömung oder hohem Wellengang in Not kommen.

Ein ruhiger Waldsee ist daher sicherlich besser als ein Fluss oder die See geeignet, wenn es für „Bello“ ab ins kühle Nass geht. Was bleibt ist natürlich die Frage, ob Schwimmen dort erlaubt ist. Denn gerade in Angelteichen werden die Petrijünger über derartige Störungen „not amused“ sein.

Logisch, dass wir uns mit unserem Vierbeiner auch von den Röhrichtzonen und damit von brütenden Vögeln oder laichenden Amphibien fernhalten. Den stattlichen Schwänen sollten wir, zumal dann, wenn die Jungtiere führen, ohnehin aus dem Weg gehen:

Denn ein einzelner Flügelschlag vermag selbst einem großen Hund oder ausgewachsenen Mann die Knochen zu brechen!

„Nacktbaden“ für Hunden?

Tatsächlich hat sich auch der WDR schon mal mit dem Thema Schwimmen für Hunde befasst und dabei einen kleinen Bade-Knigge aufgestellt. Hier raten die Autoren dazu, den Hund vor dem Ausflug ins Wasser von seinem Halsband zu befreien; das nämlich könnte sich in Ästen verheddern und das Tier dann (er)würgen!

Zudem sollten sich Hundebesitzer laut WDR gegenseitig absprechen. Denn wenn wir selbst allzu forsch unseres Lieblings Ball ins Wasser werfen, dürften auch andere, womöglich frisch frisierte Hunde hinterher hüpfen.

Zudem könnte im Wasser ein Streit um das begehrte Spielzeug entbrennen. Daher gilt auch beim Baden für Hunde: Vorsicht ist besser als ein böses Erwachen!

Die meisten Hunde baden und planschen für ihr Leben gern. Kein Problem, wenn wir als Halter einige Vorsichtsmaßnahmen beachten. Dazu gehört auch bei Hunden ein nüchterner Magen und das Vermeiden von Kreislaufschocks, die unweigerlich auftreten, wenn der noch hechelnde Hund kopfüber ins kalte Nass taucht!

Foto: Peter Hoffmann

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