Pferde auf der Weide Schimmel und Fuchs

Berühmte Pferde

Was wäre Winnetou ohne seinen Iltschi, der in deutscher Sprache – da pfeilschnell – „Wind“ heißt!?

Auch Karl May hatte seinen eigenen treuen Begleiter. Im Wilden Westen, als Old Shatterhand, den Rappen Hatatitla (Blitz), während der in der Ich-Form erzählende Reisschriftsteller im Orient als Kara Ben Nemsi Effendi ein arabisches Vollblut namens Rih (Wind) reitet, das ihm der Scheich der Haddedihn, Mohammed Emin, zum Geschenk gemacht hat.

Allzeit gut beritten:

Ob im Orient-Zyklus oder jenseits des Großen Teiches – May war also stetes gut beritten und damit bestens für seine oftmals haarsträubenden Abenteuer gerüstet. Immerhin will der Erzähler unter anderem Grizzlybären allein mit seinem Bowie-Messer, einem bis heute bekannten Arbeits- und Kampfmesser aus den Staaten, erlegt haben. Schwer vorstellar, wenn wir einen echten und leibhaftigen Grizzly zu Gesicht bekommen.

Denn immerhin wird diese nordamerikanische Unterart des Braunbären mitunter bis zu 600 Kilogramm schwer. Wer sich da allein mit (s) einem Messer heranwagt, dürfte vermutlich mit einem einzigen Tatzenhieb skalpiert werden.

Doch lasst uns noch einmal zu den Pferden zurückkehren. Denn nicht nur in Romanen und Abenteuererzählungen finden sich Pferde, die weltberühmt sind:

Historische Begebenheiten:

So wissen wir, dass ein römischer Imperator sein Pferd sogar zum Konsul ernannt hat.

Auch die beliebte Programm-Zeitschrift „Funk Uhr“ berichtet in ihrem Februar-Heft unter dem Motto „9 Fakten über das antike Rom“ von jenem exzentrischen Herrscher namens Caligula, der gemeinhin als wahnsinnig galt und sein Rennpferd zum Konsul gemacht hat.

Denn tatsächlich sind es nicht ausschließlich fiktive Rösser, die Geschichte schrieben und heute in Büchern und Literatur erwähnt werden. So glauben die Historiker, dass Alexander der Große sein Lieblingspferd Bukephalos genannt hat und später, nach dessen Tod, sogar eine Stadt als Erinnerung aus dem Boden gestampft hat.

Der Legende nach war Alexander der einzige, der dieses Pferd reiten konnte, was aber wohl damit zu tun hatte, dass sich das Schlachtross – gar nicht sonderlich heldenhaft -, leicht geängstigt und schlichtweg vor seinem eigenen Schatten erschreckt hat … die „Welt“ titelte daher schon einmal mit „Alexander der Große und sein Angsthase“ und wundert sich ein wenig darüber, wie dieses Tier später zum berühmtesten Pferd der Antike mutiert ist.

Dennoch, trotz seiner Schwächen, sind dem Lieblingsross des Regenten zahlreiche Denkmäler gesetzt worden und findet sich Bucephalus, so die lateinische Schreibweise, sogar auf antiken Münze verewigt. Zudem gibt es viele Völker und Steppenkrieger, die unweigerlich mit ihren Pferden assoziiert werden.

Etwa die Hunnen, gefürchtete Horden von streitbaren und berittenen Nomaden, die im 4. und 5. Jahrhundert unter ihrem Großkönig Attila gen Westen vorstießen und damit sowohl Ost- wie auch Westrom bedroht haben.

Gefürchtete Reitervölker:

Auch das Polit-Magazin „Spiegel“ beschäftigte sich bereits eingehend mit diesem mysteriösen Reitervolk von dem, mangels eigener Geschichtsschreibung, vor allem aus römischen Überlieferungen bekannt ist. Insofern wundert es natürlich nur wenig, dass die meisten Berichte über dieses Volk eher negativer Natur sind. Denn schließlich haben die Hunnen, die gemäß den Spiegel-Autoren „gleich dem Wirbelwind aus den hohen Bergen“ über die Germanen hinwegfegten, einen Dominoeffekt ausgelöst und sich damit auch Rom zum Feind gemacht.

Tatsächlich hatten dessen Militärstrategen mit den ungestümen, in kleinen Gruppen angreifenden Hunnen ihre liebe Not. Zumal die, vom Pferderücken aus, nicht nur Pfeil und Bogen sondern auch dem Lasso ähnliche Wurfschlingen benutzt haben … leicht vorstellbar, wie viele Pferde in diesen Scharmützeln den Tod fanden.

Tatsächlich hat nämlich nicht nur Roman-Pferd Rih einen gewaltsamen Tod gefunden, sondern sind unzählige reale Pferde und Hunde auf den Schlachtfeldern der Menschheit verblutet.

Eigentlich ist es tröstlich, dass unsere heutigen Pferde keine Helden mehr sein müssen, sondern als umsorgte Familienmitglieder und reine Reittiere leben (dürfen)!

Fotos: Peter Hoffmann

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