Blumenzwiebeln – Tipps für eine reichhaltige Pracht

Schöne Blumen im Garten, das wünschen sich alle Hobbygärtner. Gerade Blumenzwiebeln versprechen dabei einen großen Erfolg bei relativ geringem Arbeitseinsatz.

Allerdings – ganz ohne das richtige Know-how geht es auch bei den Blumenzwiebeln nicht. Hier ein paar Tipps, wie eine wahre Blütenfülle erreicht werden kann.

Mit Blumenzwiebeln Blütenpracht das ganze Jahr

Blumenzwiebeln gibt es in vielfältiger Auswahl. Kleine Blüten, große Blüten, ganz bunte Blüten, die Klassiker, wie Tulpen oder Narzissen, oder die Exoten wie die Kaphyazinthe oder Sterngladiole. Vor allem aber gibt es die Blütenpracht vom Frühjahr bis zum Winter, angefangen bei den Schneeglöckchen, die ihre kleinen weißen Blüten schon vor Frühlingsbeginn hochrecken, bis hin zu Amaryllis und Christrose, die im Winter erblühen. Hier entscheidet wirklich nur der persönliche Geschmack.

Die Auswahl von Standort und Erde

Zwiebelpflanzen bevorzugen einen durchlässigen Boden – auch dann, wenn sie in Schalen oder Töpfen gesetzt wurden. Die meisten Blumenzwiebeln wünschen dabei einen sonnigen Standort. Ist der Gartenboden etwas schwerer, kann sie mit Feinsplit oder Sand aufgelockert werden. Auch Kies oder Feinsand sind dafür geeignet. Durch die Beimischung von Sand oder kleinen Steinchen wird die Erde durchlässiger, die bei Blumenzwiebeln unbeliebte Staunässe wird dadurch vermieden.

Blumenzwiebeln und der richtige Zeitpunkt zum Setzen

Gartenfachleute weisen stets darauf hin, dass Blumenzwiebeln von September bis zum ersten Frost gesteckt werden können. Wer aber zu lange wartet, riskiert, dass die Blumenzwiebeln nahezu unbewurzelt überwintern und dann wesentlich frostempfindlicher sind. Später als Mitte Oktober sollten die Zwiebeln daher also nicht in die Erde gebracht werden, wenn im Frühjahr eine wirklich tolle Blumenpracht erscheinen soll.

Zwiebelblumen, die später im Jahr blühen, haben in der Regel etwas andere Steckzeitpunkte. Herbstblumen sollten beispielsweise im August bis spätestens Anfang September gesteckt werden.

Wie die Zwiebeln richtig gesteckt werden

Wer schon beim Kauf der Zwiebeln auf eine gute Qualität der Produkte achtet, hat später doppelt Freude. Schöne große Blumenzwiebeln ergeben letztendlich auch schöne große Blüten. Um eine zeitlich ausgedehnte Blütenpracht im Garten zu haben, empfiehlt es sich, auf die jeweiligen Blühzeitpunkte zu achten und Zwiebeln mit unterschiedlicher Blütezeit zu mischen.

Bei den Blumenzwiebeln ist es sehr wichtig, sie in der richtigen Pflanztiefe zu stecken. Als Faustregel gilt: Die Pflanztiefe sollte etwa doppelt so groß sein, wie die Blumenzwiebel dick ist. So hat die Pflanze genügend Zeit, um im geschützten Boden schon kräftig zu wachsen. Wer ein besonders natürliches Blütenbeet möchte, der sollte die Pflanzen nicht zu gleichmäßig im Boden verteilen, denn dadurch entsteht der Eindruck von Zufälligkeit. Da Blumenzwiebeln ein gefundenes Fressen für Wühlmäuse sind, empfiehlt sich zudem, beim Einpflanzen beispielsweise engmaschigen Draht zu verwenden. Im Handel gibt es allerdings auch vorgefertigte Körbe, die dann einfach in den Boden gestellt und mit den Blumenzwiebeln gefüllt werden.

Was wird entfernt nach der Blüte?

Damit Blumenzwiebeln immer wieder Freude bereiten, und zwar immer wieder in großer Pracht, sollten auch nach der Blüte ein paar Dinge beachtet werden. Es sieht vielleicht nicht mehr so schön aus, aber auf jeden Fall bringt es viel Kraft in die Blumenzwiebel zurück, wenn die Blätter nicht gleich nach der Blüte entfernt werden. So kann die Blumenzwiebel Kraft für das nächste Jahr und die nächste Blüte sammeln. Zur Unterstützung sollte in dieser Zeit, solange die Blätter noch grün sind, auch unterstützend gedüngt werden. Hierfür ist Kompost sehr gut geeignet. Die Blätter werden am besten erst dann entfernt, wenn sie wirklich schon welk sind und sich ganz leicht von der Pflanze entfernen lassen.

Genauso bleiben auch die Blütenstängel bestenfalls stehen, bis sie verwelken. Was unbedingt jedoch direkt nach der Blüte entfernt werden sollte, sind die Blüten selbst zusammen mit den Fruchtansätzen. Denn wenn die Früchte heranreifen, kosten sie die Pflanze sehr viel Kraft und die Blütenpracht fürs nächste Jahr ist dahin. Blumenzwiebeln brauchen diese Fruchtstände nicht, um sich zu vermehren. Gut genährte Pflanzen bilden sogenannte Tochterzwiebeln, die bei entsprechender Größe ebenfalls anfangen zu blühen.

Blütenpracht auch für Fensterbank und Balkon oder Terrasse

Doch, was ist, wenn man keinen eigenen Garten hat? Muss dann auf die schönen Frühjahrsblüher verzichtet werden? Nein – Blumenzwiebeln sind auch hervorragend für die Aufzucht in Topf oder Schale geeignet. So sorgen die Frühblüher auch auf dem Balkon schon für Frühlingsgefühle.

Doch auch in diesem Fall gibt es ein bisschen was zu beachten, um die Blütenpracht auf dem Balkon zu erhöhen. Beispielsweise können für eine besonders üppige Blühpracht Tulpenzwiebeln und Narzissenzwiebeln übereinander gepflanzt werden. Wenn es dann zu sprießen und blühen anfängt, entsteht ein herrlich bunter Blütenteppich. Beim Stecken in Töpfen kann also ruhig ein sehr geringer Abstand gewählt werden. Trotzdem sollte so viel Abstand bleiben, dass die Blumenzwiebeln sich nicht berühren.

Die Blumenzwiebeln müssen nach dem Abblühen jedoch keinesfalls entsorgt werden. Nach der ersten Blüte können sie einfach den Garten verpflanzt werden, denn auf Dauer wird es doch etwas eng in einer Pflanzschale oder einem Blumentopf. Ist kein eigener Garten vorhanden, so können die Zwiebeln verschenkt werden.

Blumenzwiebeln im Winter

Ganz besonders empfindliche Sorten sollten nicht im kalten Boden bei Frostgefahr überwintern. Ausgegraben und an einem frostfreien Ort in einer Holzkiste trocken gelagert, können die Blumenzwiebeln sicher den Winter überstehen. Aber auch die etwas robusteren Sorten brauchen ein bisschen Unterstützung im Winter, damit der Frost ihnen nichts anhaben kann. Dazu kann die Erde beispielsweise mit Mulch oder ähnlichem Material abgedeckt werden.

Blütenpracht auch für die Vase

Insbesondere Tulpen und Narzissen sind im Frühjahr natürlich ein gern gesehenes Give-away, bringen sie doch Farbe und den Frühling ins Haus, helfen, den Winterblues zu vertreiben. Wer wirklich lange Freude an seinen Blumen in der Vase haben möchte, achtet aber darauf, was in der Nachbarschaft steht. Eine Obstschale beispielsweise kann die Tulpen ganz schnell welken lassen, da Obst immer das Reifegas Ethylen ausströmt. Auch Wärmequellen, wie ein Kamin oder ein Ofen, sind schlecht für die Blütenpracht.

Damit die Tulpen das Wasser aus der Vase wirklich gut aufnehmen können, dürfen sie nicht mit der Schere geschnitten werden. Die Stiele werden bestenfalls mit einem scharfen Messer gekürzt, sodass die empfindlichen Leitungsbahnen in den Stielen nicht verletzt werden. Tulpen wachsen übrigens in der Vase weiter, kurios aber wahr. Damit sie nicht zu schnell in die Höhe schießen, hilft ein kleiner Trick. Das Blumenwasser sollte nicht gewechselt, sondern nur aufgefüllt werden.

Auf diese Weise bleibt der Nährstoffgehalt im Wasser fast konstant, die Tulpen bleiben länger frisch und streben nicht nach oben. Und jetzt noch ein kleiner Tipp zum Abschluss: Da die Tulpenstiele trotz aller Tricks zumindest ein klein wenig weiterwachsen, besteht sehr leicht die Gefahr, dass sie abknicken und die Tulpenköpfe dann schlaff herunterhängen. Dies kann mithilfe von Spaghetti vermieden werden. Dazu wird eine rohe Spaghettinudel von oben durch die Blüte geschoben bis in den Stiel hinein. Sehr vorsichtig, damit nichts verletzt wird.

 

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