Pudel Poldi im Sorung

Brauchen „Bello“ und „Mieze“ bald einen Pass?

Für die einen sind sie die besten Freunde und echte Familienmitglieder, während andere in Hunden eher lästige Tölen oder sogar eine Gefahr sehen. Kein Wunder also, dass auch viele staatliche Maßnahmen, wie die Hundesteuer, darauf abzielen, das Aufkommen von Hunden, zumal im Bereich der dichtbesiedelten Städte, in Grenzen zu halten …

Ebenso ist es so, dass die Kennzeichnungspflicht in vielen Bundesländern als Mittel der Kontrolle und damit eher zur Gefahrenabwehr genutzt wird:

Saarland macht sich für einheitliche Kennzeichnung stark!

Freilich kann eine Kennzeichnung auch dem Tierschutz dienen und hilft unter anderem dabei, dass entlaufene Katzen oder Hunde zu ihrem Besitzer zurückfinden. Aus diesem Grunde plädiert Saarlands Umwelt- und Verbraucherminister, Reinhold Jost, für eine einheitlich geltende Regelung, die bundesweit greift.

Denn allzu oft sind die Bestimmungen ein Flickwerk und gelten in jedem Bundesland und oft auch in Kommunen für Hunde- und Tierhalter ganz eigene und individuelle Regeln!

Kommt nun die Vereinheitlichung?

Das Saarland will sich daher auf Bundesebene dafür einsetzen, dass zumindest die Kennzeichnung von Hunden und Katzen einheitlich und gesetzlich verpflichtend wird. Das machte Minister Reinhold Jost bei einer Informationsveranstaltung zum Thema „Kennzeichnung und Registrierung von Hunden und Katzen“ im Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz deutlich.

Im Rahmen des Symposiums hatten Vertreter von Behörden, auch Gäste aus anderen Bundesländern, sowie Mitarbeiter von Tierschutzorganisationen ihre Meinungen und Erfahrungen ausgetauscht. Und das nicht ohne Grund auf ministerialer Ebene. Schließlich ist der Tierschutz seit 2002 sogar zum Staatsziel deklariert worden.

Wirrwarr der Bundesländer:

Daher glauben Jost und sein Ministerium, dass nun auch die Zeit für einheitlich greifende Regelungen „reif“ ist. Derzeit noch ein Wunschtraum. Denn in einigen Bundesländern ist die Kennzeichnung von Hunden im Gefahrenabwehrrecht bereits heute zwingend vorgeschrieben, etwa in Berlin, Bremen, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt. Andernorts wird diese unverwechselbare Registrierung dagegen erst in Sachen EU-Heimtierpass und bei Auslandsreisen zum Thema … und auch in Sachen Kastrations- und Kennzeichnungspflicht von Katzen existieren viele verschiedene Ideen, Auflagen und Regelungen – und das hin bis zur kommunalen Ebene!

Die Halter tragen die Verantwortung:

Dabei haben wir eine hohe Verantwortung für die Tiere, die wir in Obhut nehmen, bekräftigt Jost und weiß, dass Haustiere häufig Familienmitglied und Partner zugleich sind. Doch „leider gibt es auch viele Tierbesitzer, die sich aus dieser Verantwortung stehlen, die Zahl der abgegebenen oder sogar ausgesetzten Tiere spricht Bände“, so der Minister weiter. Vor diesem Hintergrund sieht sein Ministerium in der Einführung einer verpflichtenden Kennzeichnung und Registrierung von Hunden und Katzen daher auch „ein erhebliches Verbesserungspotenzial für den Tierschutz im Bereich der Heim- und Begleittiere“.

So erlaube die Kennzeichnung mittels Mikrochip zum Beispiel eine schnelle Halterermittlung bei Fundtieren und ausgesetzten Tieren: „Das Aussetzen von Tieren verstößt zwar gegen das Tierschutzgesetz, doch die Ahndung scheitert bisher meist daran, dass der Tierhalter nicht ermittelt werden kann“, bekräftigt Jost, dass mit einer Kennzeichnung nicht allein den Ordnungsämtern gedient wäre!

Falls er beim Toben wegläuft, kann er, dank Mikrochip, leichter zu seinem Halter zurückfinden!

Foto: Peter Hoffmann

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