Das Gewächshaus im Garten

Mit einem Gewächshaus im eigenen Garten können Pflanzen kontrolliert kultiviert werden. Je nach Ausstattung und Standort des Gewächshauses ist es damit möglich, ganzjährig Gemüse oder Kräuter anzubauen oder Pflanzen aus wärmeren Gefilden, wie Orchideen, Kakteen oder tropische Früchte, zu züchten. Auch können Sämlinge vorgezogen oder Blumenzwiebeln vorgetrieben werden.

Der Aufbau des Gewächshauses

Gewächshäuser sind von den Grundbestandteilen her immer gleich, sie unterscheiden sich jedoch in Größe und Ausstattung sowie der zusätzlich verwendeten Technik. Eines der Grundbestandteile eines Gewächshauses ist ein Fundament, das aus Mauerwerk, Holz oder auch Stahl oder Aluminium bestehen kann. Damit wird das Gewächshaus vor Bodenfrost geschützt.

Licht spielt für ein Gewächshaus eine wichtige Rolle, daher ist die Eindeckung aus lichtdurchlässigem Material, wie Glasscheiben, Kunststoffplatten oder -Folien angeraten. Bei der Ausstattung eines Gewächshauses mit Kulturflächen gibt es verschiedene Möglichkeiten.

 

  • Bodenbeet, das Anschluss an den gewachsenen Boden hat
  • Grundbeet, dessen kulturtragende Substratschicht mit einer Sperrschicht aus Beton oder Folie vom gewachsenen Boden getrennt wird
  • Trogbeet, mit Trögen zumeist aus Beton, in denen sich das Kultursubstrat befindet
  • Tische werden für getopfte Pflanzen verwendet
  • Hängekonstruktionen für Einzeltöpfe oder Rinnen, um den Raum über den Beeten oder Tischen auch nutzen zu können

Eine weitere wichtige Komponente eines Gewächshauses ist natürlich die Belüftung, die den Sauerstoffgehalt und den Gehalt an Kohlendioxid in der Gewächshausluft reguliert, ebenso wie die Temperatur. Zusätzlich können Gewächshäuser mit Bewässerungs- oder Beregnungsanlagen, mit Heizung, Schattierungs- oder Verdunkelungsvorrichtungen, Gewächshauscomputer, Insektenschutz, Beleuchtungs-, Düngungs- und Kraft-Wärme-Anlagen ausgestattet sein.

Kaltgewächshaus, Warmgewächshaus, temperiertes Gewächshaus?

Gewächshäuser werden nach ihrer Innenraumtemperatur unterschieden. Kaltgewächshäuser müssen nicht zusätzlich beheizt werden und können daher durchaus Temperaturen von unter 12 °C erreichen. Sie werden vor allem deshalb verwendet, um im Frühjahr Sämlinge vorzuziehen, um die Gartensaison mit Salaten und Gemüsen zu verlängern oder für die Unterbringung von nicht ganz so empfindlichen Pflanzen.

Im temperierten Gewächshaus hingegen ist es ganz sicher den ganzen Winter über frostfrei, da die Temperatur meist bei mindestens 12 °C gehalten wird. Dieses Gewächshaus kann ganzjährig bewirtschaftet werden und eignet sich daher sehr gut zum Überwintern von exotischen Pflanzen.

Ein Warmgewächshaus wiederum hält ganzjährig Temperaturen von über 18 °C, dabei handelt es sich um sogenannte Treibhäuser. Hier können Orchideen, Kakteen oder Bananen gezüchtet, ganzjährig Salat oder Tomaten geerntet werden.

Die Funktionsweise eines Gewächshauses

Durch Sonneneinstrahlung kommt es in einem Gewächshaus sehr schnell zum sogenannten Glashauseffekt, wobei die Innentemperatur im Gegensatz zu Luft- und Bodentemperatur im Freien rasch und stark ansteigt. Es entsteht ein Wärmestau. Die Sonne erwärmt zunächst einmal Boden, Pflanzen Teile des Gewächshauses. Die undurchlässige Eindeckung verhindert, dass die von diesen Teilen abgegebene Wärmestrahlung entweichen kann.

Es kommt zu einem Wärmestau, wodurch erhebliche Temperaturerhöhungen entstehen können. Dadurch ist es selbst in einem unbeheizten Gewächshaus meist wärmer als draußen. Doch Vorsicht! Hier können auch sehr schnell Temperaturen von über 35 °C entstehen, was für die meisten Pflanzen schädlich ist. Um dies zu verhindern, werden Gewächshäuser mit einer Belüftungsmöglichkeit ausgestattet. Die häufigste Lüftung ist die Dach- oder Stehwandlüftung, wobei entsprechende Lüftungsklappen eingebaut werden, die sich bei Bedarf öffnen lassen oder von einem automatischen System geöffnet werden.

Neuere Bauweisen – Cabrio-Gewächshäuser, Seawater Greenhouse?

Ein Cabrio-Gewächshaus ist zwar nicht fahrbar, doch sein Dach lässt sich fast komplett zusammenschieben. So kann die Innentemperatur so reguliert werden, dass sie fast die Außentemperatur erreicht. Damit wird die Qualität von Kaltkulturen insbesondere im Sommer erheblich verbessert.

Ein Seawater Greenhouse ist eine völlige Neuentwicklung. Dabei handelt es sich um ein Meerwassergewächshaus, das eine Meerwasserentsalzungsanlage zur Trinkwassergewinnung enthält und gleichzeitig als Gewächshaus verwendet wird.

Neue Technologien und modernste Technik werden meist in Forschungsgewächshäusern getestet, wie beispielsweise in der Pflanzenexperimentieranlage PhyTec, die zum Forschungszentrum Jülich gehört.

Wirtschaftlich bedeutsam – Obst und Gemüse ganzjährig verfügbar

Durch die Einführung von Gewächshäusern im Obst- und Gemüseanbau wurde es möglich, den Speisezettel ganzjährig zu bereichern. Im Winter gibt es nicht mehr nur Kohl und Kartoffeln. Abwechslungsreiche und gesunde Ernährung ist so das ganze Jahr über möglich. Zunächst wurden in den Niederlanden große Glashauskomplexe gebaut, die eine ganzjährige Versorgung gewährleisteten. Danach folgten Unternehmen in Südeuropa. Mittlerweile gibt es Treibhauskulturen überall.

In den geschlossenen Systemen von Treibhauskulturen können Nützlinge gezielt eingesetzt werden, um Schadinsekten oder Schadmilben einzudämmen, sodass kaum Insektizide eingesetzt werden müssen. Durch moderne Bauweisen mit Stehwandhöhen von ungefähr vier Metern wird außerdem ein optimales Klima geschaffen, sodass es weniger zu Pilzbefall kommen kann.

Das Kleingewächshaus im eigenen Garten

Das Kleingewächshaus funktioniert im Prinzip genauso wie ein großes Gewächshaus. Es dringt Energie in Form von Sonnenlicht durch eine lichtdurchlässige Außenhaut ein, diese ist meist aus Kunststofffolie oder aus transparenten Stegdoppelplatten gebaut. Das Sonnenlicht trifft dort auf die Einrichtung, die Pflanzen und den Boden und wird dabei in Wärme umgewandelt.

Diese Wärme geben die Gegenstände wieder an die Umgebung ab. Da aus einem geschlossenen Gewächshaus jedoch nichts entweichen kann, erwärmt sich die Luft darin ebenfalls und die Innentemperatur steigt. Die Außenhaut lässt die Wärme nicht so einfach entweichen, wie sie zuvor das Sonnenlicht hat eindringen lassen. Über den Boden oder Undichtigkeiten geht wenig Wärme nach außen, sodass eine Lüftung notwendig ist. Diese Lüftung kann manuell erfolgen oder auch von einem System automatisch gesteuert werden.

Behördliche Auflagen vor der Errichtung des Gewächshauses beachten

In Deutschland ist vieles in Vorschriften und Verordnungen geregelt, so gibt es auch das Bauordnungsrecht. Wer sein Gewächshaus in Form eines Wintergartens bauen möchte und dabei vorsieht, auch einen Aufenthaltsraum einzubauen, unterliegt meist einer Genehmigungspflicht. Das sollte jeder vor dem Erwerb oder der Erstellung eines entsprechenden Gewächshauses in seinem Garten bei der örtlichen Baubehörde prüfen, denn die Kompetenz dafür liegt bei den Bundesländern – Verordnungen können hierbei von Bundesland zu Bundesland leicht variieren.

Wer allerdings nur ein Kleingewächshaus erstellen möchte, braucht meist keine Genehmigung. Ratsam ist es trotzdem, in jedem Fall vorher beim örtlich zuständigen Bauamt nachzufragen.

Vielfalt der Gewächshäuser für den Garten

Auch wenn die Funktionsweise im Grund immer die gleiche ist, so unterscheiden sich die Gewächshäuser doch sehr. Es gibt frei stehende Gewächshäuser, Anlehngewächshäuser, die beispielsweise an ein Gebäude angebaut werden, Balkongewächshäuser oder Zimmergewächshäuser in den verschiedensten Größen. Die verwendeten Materialien können ebenfalls sehr stark variieren. So kann zur Konstruktion neben Holz, verzinktem Stahl oder Kunststoff auch Aluminium verwendet werden. Zum Eindecken wiederum eignen sich neben Kunststoff-Folien auch Glasflächen oder Stegplatten in unterschiedlichen Ausführungen. Die Lüftung kann manuell oder automatisch, zum Beispiel mit Ventilatoren oder Luftumwälzern, durchgeführt werden.

Zur Schattierung eines Kleingewächshauses eignen sich Energieschirme oder Verdunkelungen aus Stoff oder Kunststoff. Ebenso kann die Bewässerung auf verschiedene Arten erfolgen: entweder manuell, mit einer Gießkanne oder dem Gartenschlauch oder mit einem automatischen Bewässerungssystem via Tropfbewässerung oder Sprinkler.

Ein Stromanschluss sorgt für mehr Komfort. So kann eine zusätzliche Beleuchtung in der trüben Winterzeit mit kurzen Tagen für eine Verlängerung der Tageslichtzeit sorgen. Mess-, Steuer- und Regelgeräte für ein Kleingewächshaus gibt es in großer Auswahl, etwa für die Temperatur, die Luft- oder Bodenfeuchte. Hier muss jeder selbst entscheiden, was er genau möchte und wie viel Geld er dabei investieren will.

Die Pflanzen im Gewächshaus

Wenn es draußen kühler wird, geht auch das Wachstum in der Natur zurück. Wer trotzdem nicht auf seine geliebte Gartenarbeit verzichten möchte, hat ein kleines Gewächshaus im Garten stehen. Dort geht es das ganze Jahr über mit der Gartenarbeit weiter. Je nachdem, was für ein Gewächshaus gebaut wurde, können unterschiedliche Pflanzen darin eine neue Heimat finden.

Im unbeheizten Gewächshaus können im Winter verschiedene Gemüsearten, wie Spinat oder Feldsalat, gezogen werden. Die Gewächshäuser eignen sich auch zum Überwintern von nicht ganz so frostempfindlichen Pflanzen. Im frostfreien Gewächshaus, dessen Temperatur bei mindestens 2 °C liegt, können ganzjährig Gemüse und Kräuter angebaut werden.

Auch Stauden und Gehölze lassen sich hier verfrühen. Im beheizten Gewächshaus wiederum ist alles möglich. Bei Temperaturen von mindestens 12–18 °C können sehr leicht Jungpflanzen von Salat oder Tomaten herangezogen werden. Im Warmgewächshaus, dessen Temperatur bei 18–24 °C liegen sollte, können auch Sommerblumen oder -Gemüse, Orchideen, exotische Früchte oder Farne angepflanzt werden.

Gewächshaus kaufen oder lieber selber bauen?

Diese Frage stellt sich häufig, vor allem bei handwerklich versierten Gartenfreunden. Dabei ist es natürlich neben den entsprechenden Kenntnissen auch eine Frage der Kosten. Ein fertiges, vom Fachmann aufgebautes Gewächshaus, ist meist etwas teurer, hat allerdings den großen Vorteil, dass es garantiert fachmännisch aufgebaut wurde und dass es eine Garantie darauf gibt, falls etwas nicht funktionieren sollte. Hierbei kommt man allerdings mit den Kosten schnell in den vierstelligen Bereich.

Anders sieht es aus, wenn man dazu in der Lage ist, sich ein eigenes Gewächshaus zu bauen. Mit einfachen Mitteln lässt sich so ein ansehnliches Ergebnis für unter 200 EUR erzielen. Ein Hobbygärtner, der zunächst erst einmal ausprobieren möchte, ob er überhaupt Spaß am Gewächshausgärtnern hat, ist mit einem solchen Modell für den Anfang gut bedient. Natürlich sind auch hierbei nach oben kaum Grenzen gesetzt, da es immer noch ein bisschen Technik mehr gibt, da es immer noch ein bisschen größer und moderner geht. Ein Folien-Mittelklasse-Gewächshaus, das es oft als Bausatz zum Selbstaufbau gibt, kann bei einer Nutzfläche von ca. 10 m2 für unter 500 EUR erworben werden. Ein etwa gleich großes Gewächshaus mit Stegdoppelplatten kostet schnell das Doppelte. Hier muss sich jeder selbst die Frage stellen, welche Zielsetzung mit einem Gewächshaus verfolgt wird. Soll einfach nur der Sommer noch ein wenig verlängert werden, reicht ein einfaches Modell ohne viel Technik vollkommen aus.

Soll allerdings auch im Winter frohes Schaffen im Garten möglich sein, muss man schon etwas tiefer in die Tasche greifen, da dann auch Beheizung und eventuell automatische Temperaturregelung in Betracht kommen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *