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Den Garten (ohne allzu großen Eifer) für den Winter fit machen!?

„Kannst Du Dein Haus nicht mehr erspähen, wird`s höchste Zeit zum Rasenmähen.“ Wer kennt ihn nicht, jenen Spruch, in dem – mit einem Augenzwinkern -, für mehr Sauberkeit und Arbeitseifer im Garten plädiert wird!?

Doch ist es wirklich so, dass wir Deutschen in Sachen Garten- und Parkpflege zu faul sind?

Spagat zwischen Sauberkeit und Tierschutz:

Eher nicht, wie immer wieder von Tierschützern und Naturschutzverbänden kritisiert wird. So bemängelte Forstoberrat Wolf-Eberhard Barth in seiner vielbeachteten Publikation „Praktischer Umwelt- und Naturschutz“ (Paul Parey Verlag) bereits in den 1980 er Jahren, dass heute viele ökologische Nischen schlichtweg verbaut und viele Wiesengrundstücke „totgepflegt“ werden:

Ein biologisch verarmter „Messerhaarschnitt-Rasen“, den man nicht mal mehr betreten darf und exotische Ziergehölze würden heute in vielen Parks und Gärten die biologische Vielfalt nur noch vorgaukeln!

Den Herbst entspannt genießen:

Auch die Natur- und Tierschutzorganisation „Aktion Tier“ in Berlin mahnt dazu, doch gerade einmal jetzt, im Herbst, der Natur ihren Lauf zu lassen.

So sollten beerentragende Sträucher wie Schlehe, Weißdorn und Hundsrose nun von einem Rückschnitt verschont bleiben. Schließlich sind deren Früchte gerade im Winter eine wichtige Nahrungsquelle, die von vielen Sing- und Gartenvögeln rege genutzt wird: „Auch die Fruchtstände von verblühten Stauden und Disteln sowie die Kerne von Sonnenblumen werden in der kalten Jahreszeit besonders gerne von Finken herausgepickt“, weiß Diplom-Biologin Ursula Bauer.

Daher sei es besser, diese Pflanzen im Herbst einfach als Ganzes stehen zu lassen und erst im kommenden Frühjahr die Stängel abzuschneiden. Denn hier, im hohlen Pflanzeninnern, können auch Insekten und Spinnen die Kälte überdauern.

Die „Aktion Tier“ rät daher von zu viel Aktionismus im herbstlichen Garten ab, „denn viele Wildtiere benötigen für den Winter einen unaufgeräumten Garten!“

Nützliche Achtbeiner:

Tatsächlich haben wir Grund zur Freude, wenn nun im herbstlichen Garten allenthalben die imposanten Netze von Kreuz- und anderen Spinnenarten entdeckt werden. Schließlich gelten Spinnen als wichtige Schädlingsbekämpfer, die Fliegen und Blattläuse „zum Fressen gern“ haben:

Schau mal, wer da kommt“, ermuntert daher der Naturschutzbund NABU alle Haus- und Gartenbesitzer, die Spinnen einmal mit anderen Augen zu betrachten, da die Tiere – durch ihre Jagd auf (Schad)Insekten und Kleintiere -, ein wichtiges Regulativ in unserer Natur darstellen.

Was tut sich da im Apfelbaum?

Doch zurück zu den Singvögeln: Besitzer eines Apfelbaumes sollten einige Äpfel am Baum hängen lassen, denn die stellen vor allem für Meisen und Amseln ein willkommenes Futter dar, raten Ursula Bauer und die „Aktion Tier“.

Tatsächlich sollten sich Gartenbesitzer nun auch mal entspannt zurück lehnen und auch angesichts der herbstlichen Laubmassen cool bleiben. Natürlich müssen die von Gehwegen, wo Rutschgefahr droht, entfernt werden. Im Garten jedoch kann die Laubschicht unter Hecken und Bäumen als wichtiger Kälte- und Frostschutz genutzt werden.

Zudem überwintern viele Kleintiere und manchmal sogar Igel in der Laubschicht. Die sollte also liegen bleiben oder aber – ganz gezielt – zu „Laubburgen“ aufgehäuft werden: „Bitte nie Laubsauger verwenden, da in diesen Geräten unzählige eingesaugte Kleinlebewesen zerhäckselt werden“, mahnt die Aktion Tier.

Das dürften Ihnen vermutlich auch Ihre lärmgeplagten Nachbarn danken!

Ein taunasses Spinnen-Netz ist weit mehr als nur ein hübsches Fotomotiv, da die Tiere auch als Schädlingsbekämpfer eine wichtige Funktion haben!

Äpfel, die während der kalten Jahreszeit an den Zweigen bleiben, stellen für viele Vögel eine wichtige Nahrungsquelle dar.

Kreuzspinne

Fotos: Peter Hoffmann

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