Baumriese

Der Linde wird nun auch in Form einer Goldmünze ein Denkmal gesetzt!

 

 

Der Bildband „Die Welt der Bäume“ von Rudolf Wittmann (Weltbild) beschreibt die Sommer- und die Winterlinde, berichtet von Tanz- und Gerichtslinden und geht davon aus, dass manche dieser Bäume, als „ewige Linden“, sehr alt werden und scheinbar vor dem natürlichen Vergehen gefeit sind …

Nun hat auch das Bundesfinanzministerium der Linde, als bekannte und beliebte heimische Baumart, ein Denkmal gesetzt und bringt zum 26. Juni 2015 (s) eine 20 Euro-Goldmünze mit einem Lindenblatt als Motiv auf den Markt. Denn „der bis zu 30 Meter hohe Lindenbaum ist in Mitteleuropa heimisch und wird gerne in Anlagen und Alleen gepflanzt, wo er bis zu 1000 Jahre alt werden kann“, heißt es in einer Pressemitteilung des Ministeriums.

Alte und mächtige Linden:

Tatsächlich gibt es sogar Linden, wie die Tasso-Linde in Bayern, die angeblich 1.200 Jahre alt sind und deren Stamm längst ein Umfang von 14 Metern erreicht hat. Damit zählen auch die beiden Lindenarten, die in ganz Europa, aber auch in Sibirien und Kleinasien vorkommen, zu den Giganten unserer Wälder und können mit dem Alter mächtiger Eichen mühelos Schritt halten.

Die oben genannte Sammler- und Gedenkmünze komplettiert denn auch eine ganze Serie von Münzen zum Thema „Deutscher Wald“ und reiht sich in einen Reigen mit der Kiefer (aus dem Jahre 2013), der Buche (2011) oder der Eiche (2010) ein.

Baum des Jahres 1991:

Der Bildband „Alte Bäume“ (Bechtermünz), der „Naturdenkmäler aus aller Welt“ zeigt, sieht in den alten Linden Europas denn auch bedeutende Zeitzeugen, unter denen unsere Vorfahren zu Gericht saßen und wohl auch manchen Übeltäter sogleich aufgeknüpft haben.

Tatsächlich wurden Linden häufig in der Dorfmitte gepflanzt, überdauerten hier die Jahrhunderte und sind – jenseits der Gerichtsbarkeit -, auch viel „freundlicher“ als Orte der Versammlung und Schattenspender bei fröhlichen Festen genutzt worden.

Daher war die Sommerlinde, und zwar 1991, auch schon einmal „Baum des Jahres“ und ist auch seinerzeit, getreu dem Motto „300 Jahre komme, 300 Jahre stehe und 300 Jahre vergehe ich“, für ihre Langlebigkeit gelobt worden. Die Gruppe Waldems im NABU-Landesverband Hessen macht daher ebenfalls für diese Giganten und Naturdenkmäler unserer Wälder mobil und erinnert an die „Tausendjährige Linde in Reinborn“, die bereits 1928 unter Denkmalschutz gestellt wurde.

Botanisch betrachtet, gehören Linden übrigens zur Familie der Malvengewächse und sind daher weitläufig mit der Baumwolle oder dem Kakaobaum verwandt.

Bei Bildhauern begehrt:

Zwar ist das Holz der Linden kaum im Bauhandwerk genutzt worden, erfreut sich jedoch bis heute für Schnitz- und Drechselarbeiten oder bei Bildhauern großer Beliebtheit. Zudem ist Lindenholz von unseren Vorfahren zu Musikinstrumenten verbaut und / oder für die Fassherstellung genutzt worden.

Die Linde war damit ein vielseitiger Baum, der fest mit dem traditionellen Brauchtum verknüpft war (ist) und nun zu Recht geehrt wird!

Frühlingswald mit Buschwindröschen (Foto Peter Hoffmann Waldstraße 20 66113 Saarbrücken) (720x1280)

 

Foto: Peter Hoffmann

 

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