Der Wolf kehrt auch in den Südwesten zurück!

Wer kennt es nicht, das Märchen, in dem Rotkäppchen auf den bösen Wolf trifft!? Tatsächlich hatten, gerade in der Vergangenheit und bei Drehbuchautoren, Wölfe selten eine gute Presse:

Selbst Brehms berühmtes Tierleben brandmarkt Canis lupus als „schädliches Raubtier“ und spricht davon, dass Haustiere und Kleinvieh vom Wolf „ohne Gnade und Barmherzigkeit“ gewürgt werden.

Kein Wunder also, dass Wölfe in Deutschland lange Jahre systematisch verfolgt wurden und erst allmählich wieder eine eigene Lobby haben:

In Deutschland waren Wölfe bereits ausgerottet!

Tatsächlich wurde der letzte seiner Art 1904 in der Lausitz erlegt, womit sich das Kapitel Wolf in Deutschland, fürs Erste, erledigt hatte. Doch nun kehrt ein Tier, das nach Angaben des WFF bereits seit dem Mittelalter dämonisiert wird, ganz allmählich zu uns zurück.

Selbst das renommierte Handelsblatt befasste sich schon mit dieser Thematik und glaubt, dass wir unseren Frieden und den richtigen Umgang mit dem heimischen Räuber noch immer nicht gefunden und erlernt haben. Denn „was für Umweltschützer eine gute Nachricht ist, treibt Jäger und Bauern auf die Barrikaden“, argwöhnen hier die Autoren.

Dabei sind heute wieder mehr Gebiete in Deutschland Wolfsrevier, als viele von uns ahnen. So geht der Naturschutzbund NABU davon aus, dass Wölfe nicht nur durch Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg streifen, sondern auch Niedersachen längst erreicht haben. Ja, sie seien wieder da, die wilden Wölfe in Deutschland: „1998 wurden auf dem Truppenübungsplatz Oberlausitz in Sachsen zwei, im Jahr 2000 sogar sechs Wölfe – Eltern und Jungtiere – von Revierförstern beobachtet.“

Auch das Saarland rüstet sich!

Und auch andere Bundesländer wissen, dass die Rückkehr von Isegrimm nur eine Frage der Zeit ist. So bereitet sich nach eigenen Angaben auch das Saarland mit einem eigenen Wolfsmanagementplan auf die Rückkehr des Jägers vor. Denn der ist auch in den Vogesen und dem nördlichen Lothringen, unweit der saarländischen Grenze, längst wieder heimisch. Und soll dabei, wie gut unterrichtete Quellen munkeln, auch schon mal das kleine Bundesland im Südwesten, nämlich in Waldhölzbach am malerischen Losheimer Stausee, besucht haben.

Auch wenn dies nicht offiziell bestätigt ist, sind sich die Experten dennoch sicher: Das Saarland muss mit der baldigen Ankunft des Wolfes rechnen!

Daher entwickelt das zuständige Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz bereits jetzt (s) einen so genannten Wolfsmanagementplan. Denn „der Wolf ist nach internationalem, europäischem sowie deutschem Recht eine geschützte Art. Wir sind demnach als Bundesland gesetzlich dazu verpflichtet, die Rückkehr des Wolfes positiv zu begleiten und etwaige Konflikte zwischen Mensch und Wolf zu vermeiden“, sieht sich Umweltminister Reinhold Jost vor einer Aufgabe, die vermutlich auch mit Problemen und Ängsten verknüpft ist.

Vordingliches Ziel müsse in der Tat sein, die Akzeptanz innerhalb der Bevölkerung und insbesondere bei den Nutztierhaltern zu stärken; denn nur so ist ein friedliches Nebeneinander von Mensch und Wolf in einer eng besiedelten Kulturlandschaft wie der unseren möglich.

Zusammenarbeit gefragt:

Dabei setzt das Saarland auch auf die Erfahrungen aus den anderen Bundesländern und will mit dem benachbarten Rheinland-Pfalz eng zusammen zu arbeiten. So orientiert sich der vorliegende Entwurf am bereits veröffentlichten rheinland-pfälzischen Wolfsmanagementplan.

Der saarländische Plan enthält zudem eine Vielzahl von Informationen. Diese reichen vom Umgang mit dem Wolf und Handlungsempfehlungen über Präventionsmaßnahmen, Entschädigungsregelungen bis hin zur Öffentlichkeitsarbeit und behördlichen Zuständigkeiten.

Denn Wölfe brauchen Befürworter, Zugeständnisse und eine positive Presse. Schließlich will und kann auch der NABU nicht ausschließen, dass ein Wolf mal ein Schaf reißt. Doch „Wölfe sind sehr vorsichtig und meiden Menschen gewöhnlich. Selbst Wissenschaftler, Förster und Jäger bekommen sie nur selten zu Gesicht“, wissen die NABU-Wolfsexperten.

Die hat man sich im Saarland daher von Anfang an mit ins sprichwörtliche Boot geholt und den Wolfsmanagementplan mit allen betroffenen Interessengruppen und –verbänden, dem Bauern-, Ziegen- und Schafzüchterverband, aber auch mit den Jägern und dem Saarwald-Verein diskutiert. BUND und NABU gaben dann weitere wichtige Anregungen und Hinweise. Dazu noch einmal Fachminister Jost: „Wir sind davon überzeugt, dass mit der Wiederbesiedlung einhergehende Unsicherheiten aus dem Weg geräumt werden können und mit einer transparenten Vorgehensweise für alle Beteiligten die bestmögliche Lösung gefunden werden kann!“

Auch ein saarlandweites Beobachtungsnetzwerk für den Wolf wie auch den Luchs wurde ins Leben gerufen und soll in der Zukunft weitere wichtige Erkenntnisse über Isegrim liefern. Tatsächlich verstehen sich auch die Behörden und der Managementplan selbst als „lernendes System“, das ggf. nachgearbeitet und angepasst werden muss.

Denn letzten Endes ist es Neuland und nach wie vor ein spanendes Erlebnis, dass die Wölfe nun endgültig zu uns nach Deutschland zurückkehren!

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