Die Blütenpracht im Garten hat einen tieferen Sinn!

Spätestens jetzt stehen die Natur und unsere Gärten in voller Blüte. Überall summt, schwirrt und brummt es, da die bunten Blumen natürlich von allerhand Falten und anderen Insekten besucht werden …

Tatsächlich nämlich haben die zarten Gebilde aus Kelch-, Kronen- sowie Staub- und Fruchtblättern einen tieferen Sinn:

Ohne Blüte keine Vermehrung!

Dabei können Blüten sehr unterschiedlich aussehen, mal einzeln stehen, dann wieder dicht an dicht in Blütenkörbchen gedrängt sein. Doch der grundlegende Blütenaufbau bleibt in aller Regel erhalten.

Ebenso der Zweck der Blüten an sich, über den bereits das „Hamburger Abendblatt“ auf seiner Kinderseite nachgedacht hat: Warum blühen die Blumen, fragten sich hier die Autoren. Und wussten zu berichten, dass damit weniger wir Menschen erfreut, denn Blütenbesucher wie Insekten oder auch Vögel angelockt werden.

Es kann auch mal ein Vogel sein!

Schließlich wissen wir alle, dass manche Gewächse auch von den in Amerika heimischen Kolibris bestäubt werden. Die nämlich leben nahezu ausschließlich vom süßen Nektar der Blüten und nehmen Insekten, die sich ebenfalls im Blüteninnern aufhalten, allenfalls als schmackhafte (Fleisch) Beilage.

Auf Spanisch heißen sie übrigens „Picaflor“, was in etwa mit „Blütenpicker“ übersetzt werden kann. Ein durchaus treffender Name, da die kleinen Leichtgewichte im Vogelreich in ihrer Heimat zu den wichtigsten Blütenbestäubern gezählt werden.

Eine Aufgabe, die gerade hier, im Urwald, oftmals auch von Fledermäusen gestemmt wird. Und dazu führt, dass viele Tropengewächse leuchtend rot sind.

Die Farbe Rot nämlich kann von Vögeln besonders gut erkannt werden, wohingegen viele Insekten rot-blind durch die Natur irren:

Bienen sehen keine rote Farben!

Bienen etwa sehen die Welt völlig anders als wir Menschen und könnten keine roten Blüten entdecken. Dafür sehen Bienen und viele andere Insekten im ultravioletten Bereich, so dass die Mohnblüte, die wir rein rot sehen, für Insekten eher lila-blau ist!

Tatsächlich will keine Pflanze mit ihren Blüten uns Menschen gefallen, sondern muss vielmehr von Bienen und anderen Insekten entdeckt werden. Damit ist es für eine Pflanze auch völlig unerheblich, wie unscheinbar sie für das menschliche Auge daher kommt. Und ob wir beim Anblick der Blüte entzückt sind oder aber, statt dessen, eher angewidert die Nase rümpfen und uns abwenden.

Denn auch der Geruch soll Fliegen und andere Insekten anlocken. Daher kommt es, dass Pflanzen wie der Aronstab auch einmal nach Kot oder Urin duften. Schließlich geht es nicht darum, uns Menschen mit dem Blütenduft zu betören, sondern soll, ganz im Gegenteil, die fliegende Kundschaft angelockt werden!

Manchmal tut`s auch der Wind:

Tatsächlich wird die Mehrzahl aller Pflanzen durch Insekten bestäubt; mitunter wird diese Aufgabe aber auch von Wind und Wellen oder Wirbeltieren (siehe oben) übernommen.

Daher bleiben die meisten Blüten bei Wind und Regen geschlossen, weil dann zum einen die Staubgefäße und der Pollen verkleben würden und ohnehin kaum Insekten draußen unterwegs sind!

Da es eine Kombination aus optischen Reizen und Geruchsbotschaften ist, die die Insekten anlockt, bilden viele Gewächse auffällige Blütenstände oder ganze Körbchen voller Blüten, da so mehr Aufmerksamkeit als mit einer Einzelblüte erhascht wird:

Ein Korb voller Blüten?

Zu den so genannten Korbblütengwächsen zählen zum Beispiel Löwenzahn und Gänseblümchen, bei dem die inneren Röhrenblüten von einem Kranz weißer Zungenblüten umhüllt werden.

Dadurch finden sich, dichtgedrängt, bis zu 100 Einzelblüten in jedem Gänseblüchen-Blütenstand.

Andere Blüten sind glockenförmig, um so ihren Blütenstaub und ihre Fruchtknoten vor Feuchtigkeit und dem Wetter zu schützen. All die verschiedenen Blütenformen und -farben, die wir in unseren Gärten und in der Natur entdecken, haben damit nur einen Sinn – den Frucht- und Samenansatz und damit die Verbreitung der Pflanze zu sichern!

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