Die Wildkräuter sprießen … doch wer sammeln will, muss in Botanik auch wirklich fit sein!

Unter dem Motto „So verzaubert uns der Frühling“ ist im März von der beliebten Fernsehzeitschrift „Funk Uhr“ auch der Löwenzahn vorgestellt worden:

Der sei ein „wilder Kraftspender“, in dem jede Menge Vitamin A, C und E steckt: „Das Kraut wirkt leicht harntreibend und unterstützt die Leber- und Gallenfunktion“, berichtet Elke Polomski über das erste, appetitlich frische Grün.

Bei Tierhaltern und in der Volksheilkunde begehrt!

Tatsächlich ist der Löwenzahn auch ein altgedientes Heilkraut, das nicht umsonst Bettnässer, Bettseecher oder auch Pissnelke genannt wird. Denn die harntreibende Wirkung ist hinlänglich bekannt. Eine Wirkung, die in der Volksheilkunde von jeher gerne genutzt wurde.
Ebenso von jenen, die auch in der Tiermedizin auf die Kraft der Heilkräuter gesetzt haben: „Feingehackte junge Löwenzahnblätter sind eine vitaminreiche Futterergänzung“, schreibt Petra Durst-Benning in ihrer „Kräuterapotheke für Hunde (Weltbild) und empfiehlt den Saft auch als Frühjahrskur und / oder Jungbrunnen für ältere Hunde.

Kein Wunder also, dass die Funk Uhr nun zum (Kräuter) Sammeln einlädt und dabei auch weitere Pflanzen wie den Bärlauch vorstellt.

Nur sammeln, was auch wirklich bekannt und sicher bestimmt ist!

Doch Vorsicht, denn wie im Herbst, bei den Pilzen, drohen auch im Frühjahr Verwechslungen, die nicht ohne Gefahr sind. Auch und gerade beim Bärlauch, der nach Auskunft des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg leicht mit zwei Giftpflanzen zu verwechseln ist: Wer im Wald wild wachsenden Bärlauch sammelt, sollte daher auf der Hut sein“, mahnt Verbraucherminister Alexander Bonde. Denn die Blätter könnten, zumal von unerfahrenen Sammlern, leicht mit den hochgiftigen Blättern von Herbstzeitlosen und Maiglöckchen verwechselt werden.

Eine Unwissenheit, die schlimmstenfalls tödlich ausgeht, da sowohl bei Herbstzeitlosen wie auch Maiglöckchen Vergiftungsfälle mit tödlichem Ausgang bekannt sind. Selbst das Wasser in der Blumenvase wird nach einer Zeitlang giftig, wenn wir uns einen Maiglöckchen-Strauß im Garten gepflückt haben: Daher rate ich allen Verbraucherinnen und Verbrauchern, die Kräuter im Zweifelsfall lieber links liegen zu lassen“, erklärte Verbraucherminister Alexander Bonde zum Frühlingsanfang in Stuttgart.

Bei Kennern indes gelten die gestielten, schlanken Bärlauchblätter als milder Knoblauchersatz. Da jedoch zur gleichen Zeit auch die Herbstzeitlosen und Maiglöckchen austreiben (und gerade letztere auch noch an ähnlichen Stellen gedeihen), kommt es immer wieder zu bösen Verwechslungen.

Die genaue Unterscheidung, anhand der Stängel, ist auf den Seiten des Ministeriums erklärt. Hier (http://www.mlr.baden-wuerttemberg.de/Beim_Baerlauch_Sammeln_ist_Vorsicht_geboten/130591.html) sorgt man sich freilich auch aufgrund einer möglicher Kontamination mit Bandwurmeiern und rät daher vom Sammeln eher ab.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *