Dohlen: Pfiffig, aber leider nicht unumstritten!

Unlängst ist in all4pets, einem Tiermagazin aus Österreich, die Dohle zum gefährlichsten Vogel Europas „gekürt“ worden …

Denn die könne, so das Magazin (www.all4pets.at) in seiner Sommerausgabe, Schornsteine derart verstopfen, dass Heizungsabgase, wie das giftige Kohlenmonoxid, nicht mehr richtig abziehen und damit die Bewohner gefährden.

Schornsteinfeger alarmiert:

„Wenn Dohlen in Schornsteinen nisten, ist das Leben der Hausbewohner in Gefahr“, zeigt sich auch die Schornsteinfegerinnung Ostfriesland besorgt und sieht (http://www.schornsteinfeger-innung-ostfriesland.de/?nav=ni_os&bereich=7&detail=22) in den Tieren eine durchaus reale und tödliche Gefahr.

Denn naturgegeben störe es Dohlen in Brutstimmung wenig, dass durch die Schornsteine eigentlich Abgase abziehen sollen, warnt Bruno Stürenburg, stellvertretender Obermeister der Schornsteinfeger-Innung für Ostfriesland, vor den teils betonharten und mit Lehm verfugten Nestern.

Vom Vogel des Jahres zum Buhmann?

Dabei war die Dohle 2012 noch zum Vogel des Jahres gekürt worden und dabei auch und gerade für ihre Findigkeit in Sachen Nistplatzsuche gelobt (http://www.nabu.de/aktionenundprojekte/vogeldesjahres/2012-dohle/meldungen/14230.html )worden.
Tatsächlich gelten die Vögel als äußerst anpassungsfähig und liegt es, bei näherer Betrachtung, vor allem an uns Menschen, dass sich die Höhlenbrüter heute häufig ein derart ungeeignetes Quartier suchen. Schließlich wusste schon Alfred Edmund Brehm, der große Naturbeobachter und Autor des gleichnamigen Tierlebens, dass „der Zwerg unter unseren deutschen Raben“ unter Schindeldächern oder hinter den zurückgeklappten Fensterläden nistet und sich auch dort, wo hohle Bäume stehen, sichtlich wohl fühlt.

Vom Steppenbewohner zum Kulturfolger:

Rückzugsorte und Nistmöglichkeiten, die heute zunehmend rar werden. Der Naturschutzbund NABU beklagt daher, dass die Dohlen in unseren Städten und Dörfern immer weniger Nistmöglichkeiten vorfinden und auch und gerade durch die Gebäudesanierungen, die auch die letzten Nischen, Mauerlöcher und Dachstühle versperren, in Not kommen.

Selbst die Türme vieler Gotteshäuser würden inzwischen zur Taubenabwehr vergittert!

Mit der Folge, dass von den pfiffigen Vögeln nach Alternativen gesucht wird. Die finden sie, laut (http://www.schornsteinfeger-innung-osnabrueck-emsland.de/?nav=ni_em&bereich=117&detail=194) Schornsteinfegerinnung Osnabrück-Emsland, häufig in Schornsteinen: „Die Dohlen werfen Zweige in den Schacht. Wo sie sich verfangen, wird weiter gebaut!“

Womit das Unglück dann seinen Lauf. Denn durch die nistenden Tiere wird der Schornstein in der Regel mehr oder weniger seiner Funktion beraubt. Das größte Problem besteht nach Auskunft der Schornsteinfeger meist darin, dass das Treiben klammheimlich geschieht und von den Betreibern der Gas- oder Ölheizung gar nicht bemerkt wird.

Natürlich wissen auch NABU und Landesbund für Vogelschutz, die die Dohle 2012 zum Jahresvogel gekürt haben, um diese Problematik und raten daher dazu, Schornsteine vorbeugend durch Schutzgitter oder Abdeckungen zu schützen.
Alternativ könnten den Vögeln andernorts Ersatzbrutplätze angeboten werden: „Dazu eignen sich spezielle Dohlen-Nistkästen, die gerne angenommen werden und über den NABU und den LBV bezogen werden können!“

Und wenn es dennoch passiert ist?

Wird ein Nest im Schornstein entdeckt, rangierten Menschenleben natürlich weit vor jedem Tierschutzgedanken und muss diese Barriere unverzüglich entfernt werden. Womit die Schornsteinfeger oftmals ihre liebe Not haben.

Denn die Nester sind so stabil, dass man(n), bzw. Frau, ohne Spezialwerkzeuge kaum Erfolg hat. Zum Einsatz kommen daher so genannte „Harpunen“, mit Widerhaken besetzte Speerspitzen, die das verdichtete Material lösen und damit den Abzug wieder durchgängig und frei machen: „Oder es werden schwere Eisenkugeln an der Kehrleine von oben in den Schornstein geworfen, um das Nest nach unten zu drücken“, erklärt schornsteinfeger-innung-ostfriesland.de und sieht hier eine Arbeit, die schon einmal ein paar Stunden Zeit in Anspruch nimmt!

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