Dürrekatastrophe: Ist Kalifornien erst der Anfang?

Kalifornien ist die Heimat edler Weine, hat mit Hollywood (s) eine Traumfabrik, das Zentrum der Musik- und Filmindustrie schlechthin. Hier finden sich Städte, wie San Francisco, die zu den schönsten der Welt zählen – und dennoch müssen selbst notorische Optimisten einsehen, dass der „Sunshine State” nun ein gewaltiges Problem hat …

Ein Problem, das mit den ausbleibenden Niederschlägen im Winter zu tun hat und damit, letzten Endes, mit dem Klimawandel verknüpft scheint:

Kalifornien trocknet aus!

Die „Frankfurter Allgemeine“ titelt daher bereits mit „Große Dürre“ und spricht von einer Katastrophe, während die Welt von einem echten Drama ausgeht und von den Autoren, ein wenig provokant, „Hast Du Wasser?“ gefragt wird.

Doch genau das ist derzeit im einst so gelobten Sunshine State schwer zu haben, wird allmählich wertvoller als Öl und Gold, das in den Staaten einst so eifrig geschürft wurde.

Firmen, die Tiefenbohrungen nach Grundwasser anbieten, sind daher auf Wochen und Monate ausgebucht, und „Spiegel Online“ berichtet in seinem Wirtschaftsteil davon, dass heute in Kalifornien sogar Wasser geklaut wird.

Ein Drama, das bald auch Europa bevorsteht?

Zumindest hat Kalifornien nach Ansicht der „Zeit“-Autoren gegen den Klimawandel kaum eine Chance. Der indes wird, nach Auskunft des Naturschutzbundes NABU, weltweit immer stärker spürbar und könnte, zumindest langfristig, die Lebensgrundlage von Milliarden Menschen bedrohen. Ein Problem, in das auch Deutschland durchaus involviert ist. Denn „Deutschland steht auf Platz 6 der weltweit größten CO2-Emittenten, daher kommt uns eine besondere Verantwortung zu“, erklärt der NABU und geht davon aus, dass die Uhr unerbittlich ihren Countdown zählt.

Wenn nicht jetzt, wann dann, sollte die Wende zu einer CO2-armen Wirtschaft gestemmt werden!?

Wacht die Menschheit endlich auf?

Tatsächlich scheint sich, wenngleich zögerlich, allmählich ein Umdenken einzustellen. Denn bekanntlich hatten sich China und die USA (die lange als unverbesserlich galten) Ende 2014, leidlich überraschend, auf ehrgeizige Klimaschutzziele verständigt. Ein Abkommen, das US-Präsident Obama gar als „historisch“ deklariert hat.

Tatsächlich könnte, wenn diese beiden großen Produzenten von Treibhausgasen zusammen arbeiten und Wort halten, wohl einiges erreicht werden. Denn die Zeit drängt, wie die US-Amerikaner nun am eigenen Leib in Kalifornien „eindrucksvoll“ erfahren.

Und auch im fernen Peking sollte man allmählich erkannt haben, wie wichtig saubere Luft und genießbares (Trink) Wasser sind. Schließlich hat das Land gewaltige Umweltprobleme, regelrechte „Krebsdörfer“, in denen einfache Menschen für den Wirtschaftsboom des Landes und den Reichtum anderer einen grausamen Preis zahlen. Ein Dilemma, das mit den bleiverseuchten Böden und den Schadstoffen in der Luft zu tun hat und nun auch von der politische Führung des Landes, wenngleich noch zögerlich, allmählich eingeräumt wird.

„Zeit Online“ geht zudem davon aus, dass bereits 60 Prozent (!) von Chinas Grundwasser verschmutzt sind: „Der Großteil enthält so viele Schadstoffe, dass es nicht getrunken werden kann!“

Damit scheint sich die Warnung von Boutros Boutros-Ghali, dem ägyptischen Diplomaten, allmählich zu bewahrheiten. Denn der warnte bereits zu seiner Zeit als Generalsekretär der Vereinten Nationen vor einer zunehmenden Wasserknappheit in vielen Ländern der Erde und ging davon aus, dass die Kriege der Zukunft nicht um Öl, materiellen Reichtum und Landstriche, sondern schlichtweg um geniebares Trinkwasser geführt werden!

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