Gruene Leguane

Exoten, gar Schlangen, sollten niemals unbedacht angeschafft werden!

In einem gut eingerichteten Aquarium oder Terrarium, das zudem entsprechend der Größe seiner Pfleglinge dimensioniert ist, können sich die Insassen ohne Frage wohl fühlen und deutlich älter als in freier Natur werden. Dennoch häufen sich die Fälle, bei denen Behörden Exoten beschlagnahmen …

Auch Unfälle sind gar nicht so selten. Das liegt vor allem daran, dass gerade Echsen oder Schlangen oftmals ohne jede Überlegung und Vorbildung gekauft werden. Mitunter auch aus einem Geltungsbedürfnis heraus. Man(n) möchte ja kein Weichei sein, so dass normale Buntbarsche plötzlich nicht mehr genug sind.

Tiere als Statussymbol?

Also müssen schon Piranhas her. Oder wie wäre es mit einer Vogelspinne oder gar Giftschlange, um so bei den Kumpels und der Freundin mächtig Eindruck zu schinden!?

Das kann dann nicht nur für die Tiere, die unter der oftmals falschen Unterbringung leiden, sondern auch für Mensch und Gesundheit zu einer immensen Gefahr werden: „Nilwaran beißt seinen Besitzer“, machte die Aktion Tier bereits vor einigen Jahren darauf aufmerksam, dass viele dieser Exoten, zumal bei unbedachtem Hantieren am Becken, unberechenbar sind und aus heiterem Himmel zuschnappen können.


Doch leider gehe der Trend seit einiger Zeit verstärkt in Richtung exotisches und möglichst auch noch gefährliches oder giftiges Tier, fürchtet Diplom-Biologin Ursula Bauer aus Berlin: „Via Internet, auf Exotenbörsen oder über Kleinanzeigen kann sich praktisch jeder eine Riesenschlange, ein Krokodil oder einen Pfeilgiftfrosch besorgen!“

Problemzone „Exotenbörse“:

Auch die Tierschutzorganisation PETA Deutschland sieht in jenen Exoten- und Terrarienbörsen ein großes Problem und möchte derartige Reptilienausstellungen am liebsten ganz verbieten lassen. Denn die würden zum einen dem Tierschutz widersprechen und könnten auch für die Besucher und Käufer der Tiere zu einer Gefahr werden: „Studien zufolge können Reptilien exotische Salmonellenarten übertragen – geschätzte 90 Prozent der Tiere tragen die gefährlichen Erreger in sich!“

Auf den Menschen übertragene Salmonellen führen, neben Magen-Darm-Problemen, womöglich auch zu einer Hirnhautentzündung und können damit, schlimmstenfalls, zum Tod führen. Hier sind vor allem Kinder und ältere Menschen stark gefährdet. Tatsächlich rührt nach Schätzungen des Robert-Koch-Instituts heute bereits jede dritte Salmonelleninfektion bei Kleinkindern von exotischen Tieren her.
Doch auch die Tiere leiden:

Von Tierschutz keine Spur!

So kritisiert Lisa Wittmann, Kampagnenleiterin bei PETA Deutschland, dass gerade bei den gewerblichen Tierbörsen von einer artgerechten Unterbringung keine Rede sein kann. Die Exoten würden in deutlich zu kleinen Boxen, teilweise ohne Versteckmöglichkeiten, zur Schau gestellt.

Auch sind, Wittmann zu Folge, auf solchen Events mit ihren Besucherströmen Stress und / oder falsche Temperaturen und Witterungseinflüsse vorprogrammiert. Ganz einfach, weil es in den Transportboxen rasch zu stickig oder zu kühl wird.

PETA appelliert daher an alle Tierfreunde, solche Terraristikbörsen, Reptilienausstellungen und Exotenmessen zu meiden: „Wer über die nötigen Fachkenntnisse verfügt, sollte ein Tier aus einer Auffangstation bei sich aufnehmen und so dazu beitragen, den Tierhandel einzudämmen!“

Tatsächlich sucht (http://www.reptilienauffangstation.de/ich-moechte-ein-tier-abgeben-aufnehmen/ich-moechte-ein-tier-aufnehmen) zum Beispiel die aus zahlreichen Fernsehdokumentationen bekannte Reptilienauffangstation in München regelmäßig fachkundige Halter. Hier werden auch Beratungsgespräche angeboten, die jenen, die sich ernsthaft für die seröse und tierschutzgerechte Haltung von Schlangen interessieren, das nötige Rüstzeug vermitteln.
Derzeit (Mai 2014) sind in der Münchner Auffangstation zum Beispiel mehrere kleinere subadulte Kornnattern in unterschiedlichen Farben abzugeben. Neben diesen sowie erwachsenen Kornnattern beider Geschlechter warten aber stets auch einige Königspythons auf ein gutes neues Zuhause: „Diese sehr schönen und ruhigen Riesenschlangen sind hervorragend für die Terrarienhaltung geeignet.

Wir vermitteln sie gerne auch an interessierte Terraristikneulinge“, erklärt Fachtierarzt Dr. Markus Baur, Leiter der Station: „Dennoch muss auf einige Haltungsbesonderheiten hingewiesen werden, bitte vereinbaren Sie deshalb mit uns einen Termin für ein Beratungsgespräch!“

Foto: Peter Hoffmann

2 Gedanken zu „Exoten, gar Schlangen, sollten niemals unbedacht angeschafft werden!“

  1. Ich habe selber Schlangen in der privaten Haltung und kann die Menschen immer nicht verstehen die diese Tiere dann abgeben und im schlimmsten Fall auch aussetzen. Bitte vorher überlegen bevor diese Tiere gekauft werden. Schlangen können auch sehr sehr alt werden !!!

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