Birds of Camelot

Faszinierende Jäger der Nacht

Die beliebte Programmzeitschrift „Funk Uhr“ publizierte in einer ihrer Februar-Ausgaben einen Artikel zur Bionik, jener Wissenschaft also, bei der – aus den Bauplänen der Natur -, für technische Produkte gelernt wird:

Die „Welt“ sprach in diesem Zusammenhang schon einmal davon, dass heute unsere Technik sogar von Plankton und Obst inspiriert wird.

Wenn die Baupläne der Natur für Ingenieure Modell stehen:

Tatsächlich könnte, wie die Technische Universität Berlin erklärt, der Unterwasser“flug“ eines Pinguins als Lösungsansatz für technische Probleme genutzt werden.

Hier haben wir es dann mit der so genannten Polarbionik zu tun, wohingegen die „Funk Uhr“ unter anderem die Eule zum Modell erklärt hat. Deren Flügel und nahezu lautlose nächtliche Jagdflug habe nämlich die Forscher zur Herstellung besonders leiser und effizienter Ventilatoren inspiriert … ein Grund mehr also, unsere heimischen Eulen wie die Waldohreule oder den Steinkauz, die wohl bekannteste Kleinohreule Deutschlands, zu schützen:

Der Uhu ist die größte Eule!

Den Giganten unter unseren Eulen stellt dann der Europäische Uhu dar, der bei einer Flügelspannweite von knapp 170 Zentimetern bis 3 Kilogramm schwer wird.

Zum Beutespektrum der eindrucksvollen nächtlichen Jäger, die meist in Dauerehe leben, gehören Hasen, Eichhörnchen und Ratten; dabei wollen die Ornithologen freilich nicht ausschleißen, dass nicht auch einmal die ein oder andere Katze (!) gepackt wird. Zudem stellen Uhus anderen Vögeln wie Krähe, Habicht und Wanderfalke nach. Ergänzt wird dieses breite Nahrungsspektrum durch Frösche, Fische und Insekten, so dass der Uhr, was seine Nahrung anbelangt, eher ein typischer Opportunist ist.

Vogel des Jahres 2005:

Dennoch sieht der Naturschutzbund NABU im Uhu eine Eulenart, die hierzulande schon einmal nahezu ausgerottet war, was vielleicht auch daran liegt, das auch der Uhu mächtige Feinde hat. So weist der WWF Region Basel darauf hin, dass junge Uhus von Habichten und Bussarden gejagt werden und bis heute viele Eulen illegalen Greifvogelvergiftungen zum Opfer fallen: „Die meisten Uhus sterben allerdings an Stromleitungen, im Verkehr oder an Stacheldrähten!“

Dabei gäbe es doch viele Gründe, die stattliche Eule zu hegen und zu umpflegen. Schließlich stand deren Flügelbau nicht nur Modell für nützliche Ventilatoren, sondern macht sich der Uhu, wie seine anderen „Eulenkollegen“ auch, durch die Jagd auf Ratten und Mäuse für uns Menschen nützlich.

Es ist also gut, dass wir den Uhu haben und dass der, so die Stiftung Unternehmen Wald, heute sogar in Stadtstaaten wie Hamburg wieder auftritt!

Die bis 70 Zentimeter großen Eulen sind ruhige und stattliche Tiere und können besser als die mitunter ungestümen Adler für Vorführungen und Auftritte genutzt werden!

Fotos: Peter Hoffmann

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