Fracking vor dem Aus!? Oder doch etwa nicht?

Bürgervereine fordern Fracking-Verbot!“ So, oder so ähnlich, steht es immer wieder in den Medien, während viele Minengesellschaften und offenbar auch einige Politiker glauben, dass die umstrittene Fördermethode völlig okay ist …

Doch was ist Fracking überhaupt? Und warum reagieren gerade wir Deutschen so sensibel, wenn Meldungen über diese Erdöl- und Erdgasfördermethode publik werden?

In den Staaten gang und gebe:

Schließlich gilt das so genannte Hydraulic Fracturing, auch Hydrofracking oder kurz Fracking genannt, in den USA als durchaus wegweisend.

Dabei wird, unter hohem Druck, ein meist mit Chemikalien versetztes Wassergemisch in den Untergrund gepumpt und werden so neue Erdöl- und Erdgasquellen erschlossen. Ein Prinzip, das eigentlich nicht völlig neu ist, jedoch gerade in den Staaten und seit Anfang der 2000 er Jahre verstärkt praktiziert wird.

Rein wirtschaftlich gesehen mit gutem Erfolg, da zum einen die Preise für Erdgas in den USA dramatisch sanken und gleichzeitig in strukturschwachen Regionen neue Arbeitsplätze installiert wurden. Kein Wunder also, dass auch hierzulande immer wieder Politiker und andere Entscheidungsträger begierig nach dieser Methode „schielen“, zumal die Erdgaslieferungen aus Russland, mit Ausweitung der Ukraine-Krise, unsicherer denn je erscheinen.

Hier könnte also, in der Tat, dem US-Flüssiggas ein wahrer Boom bevorstehen!

Naturschützer dennoch kritisch:

Kann Fracking also eine Lösung unserer Energie-Misere darstellen, fragt sich auch die WWF Jugend und weiß, dass in North Dakota oder Texas längst ganze Regionen von der neuen Technologie abhängen und mit den Fördertürmen regelrecht gespickt sind. Allerdings fürchten nicht nur hier, unter den jugendlichen Usern und Diskussionsteilnehmern, viele eine Verunreinigung des Grundwassers.

Auch Greenpeace befasst sich daher mit diesem gewaltsamen Aufbrechen von öl- und gashaltigen Gesteinsschichten und sieht darin wahrlich keine gute Lösung. Schließlich könnten die dem Fracking Fluid beigemischten Giftstoffe ins Grund- oder Trinkwasser gelangen oder aber in die Luft entweichen.

Zudem sieht Danijela Milosevic hier einen gigantischen Material-, Energie- und Landverbrauch und fürchtet zudem Erdbeben als Folge. Fracking sei damit alles andere als eine Trendwende und Zukunftstechnologie!

Was sagt die deutsche Politik?

Deutsche Umweltminister stellen sich gegen Fracking“, titelt daher Süddeutsche.de und zitiert in diesem Zusammenhang den baden-württembergische Umweltminister Franz Untersteller. Dem zufolge sei man sich nach einer Ministerkonferenz von Bund und Ländern in Konstanz einig, „dass die Förderung unkonventioneller Gasvorkommen mit Fracking, also mit Chemie und hohem Druck, kein ökologisch vertretbarer Weg ist!“

Eine Sichtweise, die auch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, kurz BMUB, immer wieder bestätigt. Sie halte Fracking nicht nur für eine falsche, sondern auch für eine überschätzte Antwort auf die Energiefrage, gab Bundesministerin Dr. Barbara Hendricks Anfang Juni in einem Interview mit der Nordwest-Zeitung noch einmal nachdrücklich zu Protokoll.

Ohnehin sieht, Spiegel Online zu Folge, EU-Kommissar Günther Oettinger für die Methode in Europa allenfalls begrenzte Möglichkeiten und keinen Markt, der so lukrativ wie der in den USA sei.

Dennoch plädiert der CDU-Politiker dafür, die Technologie weiter im Hinterkopf zu haben und sich so eine Option offen zu halten … man darf also durchaus gespannt sein, was unsere Politiker und Europas Staatlenker schlussendlich mit dem Fracking und unserer Umwelt im Sinn haben.

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