Fruehling im Garten Nelken und Hyazinthen

Gibt der frühe Frühling Grund zur Sorge?

 „Die letzten Schneereste sind kaum weggetaut, da erblühen – wie durch ein Wunder – schon die ersten Blumen in unseren Laubwäldern“, schreibt „Die Natur im Jahreslauf“, ein BLV-Beobachtungsbuch für die ganze Familie. Logisch, dass dieses Aufblühen heuer, nach dem milden Winter, besonders flott geht:

Tatsächlich scheint, in diesem Winter, der fast überfall ausfiel, die Natur ganz besonders (vor) eilig. Die Bild Zeitung sprach (http://www.bild.de/news/inland/wetter/wetter-der-fruehling-kommt-34858348.bild.html) daher bereits von einem „Turbo-Frühling“ und davon, dass schon die Bäume ausschlagen und uns vermutlich ein traumhaftes zweites Märzwochenende ins Haus steht: „Deutschlandweit könnten die Höchstwerte 15 bis 20 Grad erreichen!“

Eine Ausnahme oder nun doch die Regel?

Was viele, insbesondere die Kleingärtner, derzeit freut, wirft natürlich Fragen auf. War dieser Winter, der keiner war, eine Ausnahme oder zeichnet sich hier ein langfristiger Trend ab?

Den wollen die Wetterforscher, nur aufgrund der vergangenen Wochen, so (noch) nicht bestätigen, wenngleich es, wie die Rhein-Erft Rundschau beklagt (http://www.rundschau-online.de/rhein-erft/winter-2013-14-geschlossene-schneedecke-gab-es-nicht,15185500,26478860.html), diesmal keine geschlossene Schneedecke gab. Keine Wunder also, dass viele Wintersportfreunde und –regionen „not amused“ waren.

Tatsächlich gehen viele Experten sogar davon aus, dass unsere deutschen Skigebiete auf Dauer durchaus ein Problem haben. Denn aufgrund des Klimawandels könnten Regionen, die einst als schneesicher galten, alsbald selbst für den Einsatz von Schneekanonen zu warm sein.

Folgen des Klimawandels

Ein Desaster für viele Hotels und Skiliftbetreiber, das eine ganze Branche zum Umdenken zwingt / zwingen wird. Denn selbst wenn wir den vergangenen Winter nicht als Maßstab nehmen, müssen wir einsehen, dass unser Planet „fiebrig“ erhitzt ist.

Greenpeace sieht (http://www.greenpeace.de/themen/klima/klimawandel) sogar eine (Erd) Erwärmung im Akkord und hier, beim Klima, eine der größten Herausforderungen für die Staatengemeinschaft. Das massive Verbrennen fossiler Energieträger wie Kohle und Öl mache die Erde allmählich zu einem gigantischen Treibhaus: „Wenn die Industrie- und Schwellenländer ihren Treibhausgasausstoß nicht drastisch senken, könnte die Durchschnittstemperatur auf der Erde bis zum Ende des Jahrhunderts um weitere vier Grad ansteigen!“

Pflanzen immer „schneller“!

Logisch, dass damit dann auch Konsequenzen für die Pflanzen und deren Vegetationsperioden einhergehen. Ja, der Beginn der Vegetationsperiode in Deutschland habe sich im Zeitraum von 1961 bis 2005 um 19 Tage verschoben, sieht auch der Naturschutzbund NABU unsere Natur im Wandel.

Als Gründe benennen auch hier (http://www.nabu.de/modules/presseservice/index.php?popup=true&db=presseservice&show=10591) die Experten den Anstieg der Jahresmitteltemperatur … Veränderungen, die, ausgehend von der Pflanzenwelt, auch auf unsere Tiere ausstrahlen. Denn unsere Insekten sind unmittelbar von den Pflanzen, deren Blüten und Vegetationszyklen abhängig und dienen wiederum anderen als Nahrung: „Arten und Lebensgemeinschaften hängen voneinander ab, so dass der verfrühte Beginn der Blüte Einfluss auf die davon abhängigen Insekten hat, die wiederum eine wichtige Nahrungsgrundlage für bestimmte Vogelarten darstellen“, sieht der NABU eine Natur, die vielfältig vernetzt ist.

Können zum Beispiel Zugvögel ihre Ankunfts- und Bruttermine nicht schnell genug an diese Veränderungen anpassen, fehle ihnen die dringend benötigte Nahrung zur Aufzucht ihrer Jungvögel. Einfach früher losfliegen, sei jedoch keine Option, da die Vogelzugzeiten eben auch von der Nahrungsverfügbarkeit im Winterquartier abhängen.

Der NABU sieht daher bereits jetzt „Verlierer“ dieser Entwicklung, vor allem unter den Langstreckenziehern; Trauerschnäpper, Nachtigall oder auch der Pirol könnten bald in Not sein!

Derzeit erfreuen wir uns an dem frühen Frühling und dem Blütenmeer. Doch solche „Ausrutscher“ und Verschiebungen im üblichen Jahresablauf können für die Natur durchaus ein Problem sein!

Fotos: Peter Hoffmann

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