Hagebutten am Strauch

Hecken: Eine wahre Oase für Vögel und heimische Kleintiere

Nun, Anfang September, haben sich die Hecken herausgeputzt und ist der Tisch hier für Vögel und Bilche reich gedeckt …

Denn nun zeigen sich die ersten Hagebutten, und auch die Zweige von Schlehe und Weißdorn sind mit Beeren reich bestückt:

„Tankstelle“ für den Winter!

Hier finden Drosseln und Rotkehlchen nun Nahrung im Überfluss. So reichlich, dass noch was für den Winter übrig bleibt.

In der Tat helfen die beerenbehangenen Hecken vielen Arten über die kalte Jahreszeit. Und dienen dann, im nächsten Frühling, als sichere Zuflucht, da hier die Nester erbaut werden: „Die auffallendsten Vertreter der Heckenfauna sind sicherlich die dort zahlreich anzutreffenden Vogelarten“, schrieb Peter Schwertner daher bereits Anfang der 1990 er Jahre in (s) einem Arbeitsbuch für den Naturschutz („Heimische Biotope“; Natur Verlag) und beklagt daher, dass allein in Schleswig Holstein der Heckenbestand zwischen 1950 und 1979 um ein Drittel (!) dezimiert wurde.

Eine Oase, in einer ansonsten öden und ausgeräumten Natur?

Auch der Naturschutzbund NABU sieht daher in Hecken einen Lebensraum, der nicht allein das menschliche Auge erfreut und weit mehr als „nur“ schön ist. Ganz im Gegenteil. Denn Hecken und Gebüsch würden auch Wind und Wetter abhalten.

Tatsächlich können Hecken – auch in unseren Gärten -, Staub und Abgase aus der Luft filtern und Äcker vor Windböen (die die Ernte umknicken und / oder den Mutterboden wegwehen) und deren Folgen bewahren. Zudem stehen viele der Beeren, auch von jenen Straucharten, die für uns Menschen giftig sind, auf dem Speiseplan der Vögel. Damit sei, so  die NABU-Experten, auch der „kulinarische“ Nutzen von Hecken nicht zu verachten: „Dass Fuchs, Hase, Igel und Co. Schutz in Hecken finden, Winterschlafplätze oder auch ihren Bau dort einrichten, ist zudem weithin bekannt!“

Äcker wurden begradigt und Hecken entfernt:

Insofern stellte die Flurbereinigung, in deren Zuge Äcker zusammengelegt und / oder Hecken entfernt wurden, für den Vogel- und Naturschutz ein derbes Problem dar, da so unsere Landschaft sukzessive verarmt ist.

Denn was die Landwirtschaft intensivierte, hat – durch die Zusammenlegung einzelner, einst verstreuter und durch Hecken getrennter Äcker -, zahlreiche Lebensräume vernichtet!

Experten sprechen daher von den Sünden unserer Väter. Und sehen in den heutigen Äckern riesige Monokulturen, „Getreide-Fabriken“, wo kein störender Baum, keine Hecke und kein mit Acker(un)kräutern bewucherter Randstreifen mehr Platz hat.

Was jeder einzelne tun kann?

Der NABU Mecklenburg-Vorpommern sieht daher in den Hecken „wilde Ecken“, ein urwüchsiger Lebensraum, der auch in der Stadt seinen Platz hat. Tatsächlich können auch Kleingärtner ihren Teil zur Wiederansiedelung von Hecken beitragen. Jedenfalls dann, wenn im Vor- und Schrebergarten statt der weitgehend nutzlosen Exoten wieder vermehrt einheimische Büsche und Sträucher gepflanzt würden:

„In den Hainbuchenknicks Schleswig-Holsteins wurden rund 1.500, in Feldhecken Süddeutschlands etwa 900 Tierarten festgestellt“, sieht Schwertner hier, in den Hecken und Sträuchern, ein Eldorado für allerhand Vögel, Insekten und Kleintiere. Ein Lebensraum, wie er vielfältiger kaum sein kann.

Jedenfalls dann, wenn sich der Hobbygärtner ein wenig zurück hält. Und hier der Natur ihren freien Lauf lässt. So plädiert die NABU Landesgruppe Hamburg dafür, dass Falllaub im Heckenbereich liegen bleib: „Es ist nicht nur eine natürliche Mulchdecke, die den Boden schützt und die Sträucher mit natürlichen Nährstoffen versorgt, sondern bietet auch vielen Kleintieren Schutz!“

Auch Totholz in jeglicher Form, von abgestorbenen Ästen bis zu vermodernden Stämmen und Stubben, lasse sich ganz hervorragend in jede Hecke integrieren. Schließlich leben, wie der NABU klarstellt, gerade Insekten häufig im und am toten Holz, „und auch Igel, Wiesel, Kröten, Spitzmäuse und viele andere Kleintiere finden hier Nahrung und Unterschlupf.“

Einen Reisighaufen im Umfeld der Hecke sollten wir uns – und der Natur – also schon gönnen!

In den stachelbewehrten Ranken von Heckenrosen finden Vögel einen sicheren Unterschlupf und Nistplatz. Zudem dienen die Hagebutten im Herbst und im Winter als Futter!

Foto: Peter Hoffmann

 

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