Heimische Singvögel in Gefahr

Dass die Wilderei auf Singvögel im Mittelmeerraum gang und gebe ist, ist hinlänglich bekannt …

Schließlich gelten viele Zugvögel, wie Singdrosseln, hier als echte Delikatesse und werden daher zu Abertausenden gefangen und dann in Restaurants und Haushalten verzehrt. Ein illegales Geschäft, das trotz aller Proteste bis dato nicht gestoppt ist.

Singvögel im Kochtopf:

Die Welt titelte daher schon einmal mit Vogelschlächtern, die nahezu unbehelligt ihr Unwesen treiben, von seltenen Grasmücken, die millionenfach gefangen und gegrillt werden.
Tatsächlich sind viele Singvögel auch und gerade durch die Nahrungsgewohnheiten und Traditionen der Mittelmeeranrainerstaaten bedroht. Der NABU spricht in diesem Zusammenhang von regelrechten Vogelfangfabriken und geht von 10 Millionen (!) Singvögeln aus, die Jahr für Jahr verspeist werden.

Auch Vogelliebhaber werden zur Gefahr!

Nun jedoch enthüllte RTL aktuell, dass auch vermeintliche Vogelfreunde für unsere heimische Tierwelt zur Gefahr werden. Denn viele Singvögel werden nach Auskunft des Senders auch für die Haltung in Volieren gefangen.
Dabei gehen die RTL-Autoren von horrenden Summen aus, die für seltene Arten gezahlt werden. Von Sammlern, die sich regelrecht aufgeilen (was der eine hat, will der andere auch haben). Von dubiosen Händlern, die im Fang und Handel mit geschützten Wildvögeln das ganz große Geschäft wittern.
Auch derwesten.de befasste sich schon mal mit dieser Thematik und geht davon aus, dass die Tiere oftmals auf Friedhöfen (wo Piepmätze und Eichhörnchen meist sehr zahm sind) in Fallen gelockt werden. Denn der Verkauf heimischer Tiere sei offenbar sehr lukrativ.
Da lassen sich dann Verluste und Vögel, die in den Lebendfallen verenden, offenbar verschmerzen. Wie auch jene Tiere, die sich nicht in Gefangenschaft eingewöhnen können und bald jämmerlich verenden.
Das Vogelschutz-Komitee sieht daher, und das weltweit, einen „gierigen Schwarzmarkt“, der rücksichtslos und ständig Nachschub aus freilebenden Vogelbeständen aller Kontinente verlangt, um so die Liebhaber zu versorgen. Wobei Deutschland ausdrücklich als „Täterland“ benannt wird.

Kein Grund, mit dem Finger auf andere zu zeigen!

Es sind also nicht allein die Südländer, die mit Gerichten wie „Lerche an Kürbiscreme“ die Zöllner und Behörden auf Trab halten und, mit ihrer Leidenschaft, für unsere Singvögel zu einer Gefahr werden.
Denn auch Vogelhalter und Vogelfreunde werden offenbar für unsere heimische Tierwelt immer bedrohlicher!

Buchfink auf Nahrungssuche

 

Bildquellen: © Rosemarie Kappler – Fotolia.com, © YK – Fotolia.com

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