Berner Sennenhund aengstlich Schutz suchend

Impfpass ist bei Auslandsreisen Pflicht!

Passend zur bevorstehenden Reisewelle weist Saarlands Umweltminister, Reinhold Jost, auf Folgendes hin: „Ohne Pass, Tollwutschutzimpfung und Mikrochip geht auf Reisen heute nichts mehr!“

Tatsächlich gelten auch für Haustiere bei Auslandsreisen heute die Heimtierverordnung und die Pflicht, einen Impfpass mitzuführen:

Für Hunde, Katzen und Frettchen gilt Ausweispflicht!

Wer sich auch während (s) einer Auslandsreise nicht von seinem Hund oder seiner Katze trennen möchte, muss daher bereits im Vorfeld aktiv werden und einige wichtige Regeln kennen und beachten, mahnt Jost als zuständiger Fachminister an der Saar. Und das auch vor dem Hintergrund, dass die so genannte Heimtierverordnung einige wichtige Änderungen für Tierhalter mit sich brachte.

Die neue Heimtierverordnung (EG) Nr. 576/2013 gilt seit dem 29. Dezember 2014 und regelt das Verbringen von Vierbeinern zwischen EU-Mitgliedstaaten bzw. die Einreise aus Nicht-EU-Ländern (so genannten Drittländern). Ziel dieser Regelungen ist es unter anderem, die Einschleppung bzw. Verbreitung der Tollwut zu verhindern. Daher müssen Vierbeiner – zum Beispiel auch Frettchen -, ihrem Impfstatus belegen können und dürfen pro Person auch nicht mehr als 5 Heimtiere mitgeführt werden!

Wenn „Bello“ mit auf Reisen geht:

Zudem dürfen die Tiere, wie das Saar-Ministerium erklärt, auch nicht dazu bestimmt sein, den Besitzer zu wechseln.

Wollen Frauchen oder Herrchen mit dem vierbeinigen Freund innerhalb der europäischen Union verreisen, so ist bereits hier der EU-Heimtierpass samt einer gültigen Tollwutschutzimpfung Pflicht. Voraussetzung für diesen Pass ist eine zweifelsfreie Identifizierbarkeit des Tieres und damit die vorherige Kennzeichnung durch einen Mikrochip: „Eine Kennzeichnung mittels Tätowierung wird seit Ablauf der Übergangszeit am 3. Juli 2011 nicht mehr anerkannt, es sei denn, diese wurde schon vor dem 3. Juli 2011 vorgenommen und ist eindeutig lesbar“, weist Jost auf das Auslaufen alter Regelungen hin.

Und natürlich darf der EU-Heimtierpass, als amtliches Dokument, auch nur von einer dazu ermächtigten Person, nämlich einem niedergelassenen Tierarzt, ausgestellt werden. Der wird, gerade bei ihm unbekannten Patienten und deren Besitzer, den Chip vor jeder Impfung und Dokumentation auslesen, um sicher zu gehen, auch wirklich das betreffende Tier, zu dem der Ausweis gehört, vor sich zu haben … ein Vorgehen, das auch bei Züchtern und anderen Personen, die mehrere Hunde oder Katzen halten, Verwechslungen ausschließt:

Welpen ziehen gleich!

Angesichts der bevorstehenden Osterferien erklärt das Saar-Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz zudem, dass es bei der Tollwutimpfpflicht für junge Heimtiere in die Bundesrepublik nun keine Ausnahmen mehr gibt. Will meinen: Für Welpen gelten jetzt die gleichen Bedingungen wie für erwachsene Tiere.

Gegen Tollwut können Welpen jedoch frühestens ab einem Alter von 3 Monaten geimpft werden. Diese erste Impfung muss dann mindestens 21 Tage vor dem Grenzübertritt durchgeführt werden, d. h., ein (Auslands) Welpe kann frühestens mit 15 Wochen in die Bundesrepublik eingeführt werden!

Für die Einreise nach Finnland, Großbritannien, Irland, Nordirland, Malta und Norwegen sind weitere Maßnahmen wie eine Behandlung gegen Bandwürmer zwingend vorgeschrieben: „Die Behandlung ist frühestens 120 Stunden und spätestens 24 Stunden vor dem Zeitpunkt der geplanten Einreise von einem Tierarzt vorzunehmen, der die Behandlung im Heimtierausweis bescheinigt“, verweist Jost auf das notwendige Prozedere, das auch hier klar definiert ist.

Bei Nicht-EU-Ländern (Drittländern) ist dann zwischen gelisteten Drittländern, deren Tollwutstatus dem der EU entspricht (z. B. Schweiz, Lichtenstein, Norwegen, Monaco, Gibraltar), gelisteten Drittländern, deren Tollwutstatus mit dem der EU vergleichbar ist (z. B. Bosnien, Herzegowina, Kanada, Russische Föderation, USA) und nicht gelisteten Drittländern, deren Tollwutstatus unbekannt oder bedenklich ist (z. B. Türkei, Serbien, Marokko, Tunesien, Ägypten, Thailand) zu unterscheiden: „Sind Urlaubsreisen in Drittländer geplant, wird empfohlen, sich rechtzeitig über die Einreisebedingungen bei der zuständigen Botschaft oder auf den Internetseiten des Auswärtigen Amtes zu informieren. Weitere Informationen zum Reisen mit Hunden und Katzen finden sich zudem auf der Website des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) unter: http://www.bmel.de/DE/Tier/HausUndZootiere/Heimtiere/_Texte/HeimtiereEinreiseregelung.html

Viel bürokratischer Aufwand und viele Fragen also. Ggf. kann daher – zumal dann, wenn das Traumziel nur via Flugzeug zu erreichen ist -, die Unterbringung des Tieres bei Freunden oder in einer guten Tierpension damit die bessere Wahl sein!

Bei einem Wanderurlaub in den europäischen Alpen ist „Bello“ gerne mit von der Partie, braucht aber, wie der Mensch, (s) einen Pass zur Einreise!

Foto: Peter Hoffmann

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