Aepfel als leckrer Snack Apfel als Gesundbrunnen

Jetzt starten die Herbst- und Erntedankfeste!

Es scheint ein christliches Fest, das fest im Kirchenjahr verankert ist, doch auch viele Obst- und Gartenbauvereine feiern Erntedank, so dass Erntekronen, Almabtriebe und dergleichen Brauchtum irgendwie „universell“ sind:

Ja, das Einbringen der Ernte (und auch die Dankbarkeit dafür) sei zutiefst menschlich und in allen Kulturen anzutreffen, bestätigt das Portal „Garten-Literatur“ und verwiest auf die Griechen, Römer und Juden, die ebenfalls Erntedankfeste zelebriert haben.

Ein Brauchtum, das auch unseren eigenen Vorfahren, den Germanen, durchaus vertraut war: „Die alten heidnischen Vorfahren begingen das Fest mit großen Opfern!“

Zu danken gab es auch in der Vergangenheit reichlich:

Die Bild-Zeitung spricht daher von einer uralten Tradition, die bis weit in vorchristliche Epochen zurück reicht. So hätten die Germanen ihren Gottheiten, allen voran Göttervater Wodan (identisch mit Odin, dem „Hauptgott“ in der nordischen Mythologie und Götterwelt), im Herbst reichlich Opfergaben in Form von Gerste, Erbsen und Hirse gewidmet: „Aber auch die alten Römer und Griechen feierten ihr Erntedankfest!“

Schließlich waren sich gerade die frühen, oftmals bäuerlich geprägten Kulturen ihrer Abhängigkeit von den Launen der Natur durchaus bewusst.

In den christlichen Gemeinden wird das Erntedankfest heute am ersten Sonntag im Oktober ganz offiziell gefeiert: „Der Altar ist dann mit prächtigen, farbenfrohen Arrangements geschmückt, die Menschen bringen Obst und Gemüse in Prozessionen in die Gotteshäuser“, erklärt die katholische Kirche in Deutschland.

Ein vergleichsweise junges kirchliches Fest:

Ein Festtermin, der von der Deutschen Bischofskonferenz erst 1972 festgelegt wurde. Angelehnt an vorchristliche Bräuche, von denen bereits das Alte Testament berichtet. So soll bereits Kain aus Dankbarkeit für eine gute Ernte einige seiner Feldfrüchte als Opfer dargebracht haben … eine durchaus noble Geste, die dann freilich später, durch den Mord an seinem Bruder Abel, deutlich relativiert wird.

Dass wir modernen Menschen, zumal als Großstädter, wenig (er) Bezug zu bäuerlichen Themen haben und damit auch mit Erntebräuchen und Erntedank oftmals kaum vertraut sind, liegt natürlich auf der Hand: „Mit der industriellen Massenherstellung von Lebensmitteln und dem weltweiten Handel wurde das Bewusstsein für die Abhängigkeit von der heimischen Ernte geringer“, beklagt das Portal katholisch.de, weiß aber auch, dass das Fest im Dritten Reich von den Nationalsozialisten wieder verstärkt propagiert wurde … düstere Zeiten, die heute zum Glück, wenn auch nicht vergessen, so doch lange vorbei sind:

Auf zu den Herbst- und Erntedankfesten!

Daher dürfen und können wir heute die kirchlichen wie auch weltlichen Herbst- und Erntedankfeste in vollen Zügen genießen. Die beginnen oftmals schon sehr früh im Jahr, mit den traditionellen Schäferläufen, wenn sich die jungen Burschen und Mädchen ein Wettrennen – wohlgemerkt ohne Schuhe und Strümpfe (!) – über die abgeernteten Stoppelfelder liefern. Eine Touristenattraktion, die dann oftmals mit einem Leistungshüten und anderen bäuerlichen Wettkämpfen kombiniert wird.

Natürlich feiert man(n), bzw. Frau, auch in den Bergen eine gute und gelungene Ernte. So können zum Beispiel in der Landeshauptstadt Bozen beim großen Erntedankfest am 18. Oktober auf dem Bozner Waltherplatz Südtiroler Spezialitäten wie Obst und Gemüse, aber auch Weine und Schnäpse, verköstigt und gekauft werden.

Die Natur im Jahreslauf:

Auch der Deutsche Bauernverband lädt dazu ein, die Natur in ihrem Jahresablauf neu zu entdecken. Denn gerade Stadtkinder wüssten oftmals nicht mehr, wie der Apfel in unsere Gärten gelangt ist oder woher die Löcher in unserem Käse rühren.

Daher gibt es einen so genannten Schulklassenkalender, der sich an Kinder der dritten Jahrgangsstufe richtet: „Mit seinen bunten Seiten, kindgerechten Texten und Bastel-Tipps macht das Blättern im Kalender Spaß. Monat für Monat gibt es etwas Neues zu entdecken“, glauben die Macher, dass sich hier das Lesen ganz besonders lohnt.

Wie war die Ernte?

Der Landesbauernverband in Baden-Württemberg weist übrigens darauf hin, dass die Ernte, trotz widriger Bedingungen, gut war. Trotz schwieriger Vegetations- und Erntebedingungen hätten die Landwirte in Baden-Württemberg insgesamt eine gute Getreide- und Rapsernte – und das mit ordentlicher Qualität -, eingefahren.

Wir haben also durchaus Grund, dankbar zu sein!

Erntedankfeste spielen nicht nur in der kirchlichen Tradition eine bedeutende Rolle!

Foto: Peter Hoffmann

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