Kampf gegen den Müll in den Meeren

Die Welt sprach schon einmal von einer ganzen „Insel“ aus Müll, die da im türkisblauen Meer dümpelt …

Ein Problem, von dem auch Tauchreviere und Sehnsuchtsinseln vieler Deutschen, wie die Malediven, zunehmend bedroht sind:

Der Müll kennt keine Grenzen!

Tatsächlich scheinen wir Menschen auch die Weiten der Ozeane zunehmend zu verpesten. So geht Spiegel Online davon aus, dass sogar die Tiefsee vermüllt ist. Ein Problem, das „hausgemacht“ ist. Denn diese Müllberge gehen, wie Schleswig-Holsteins Umweltminister Robert Habeck betont, allein von uns Menschen aus. Und stellen für das Ökosystem ein immenses Problem dar. Denn „Seevögel, Delfine oder Robben verfangen sich im Plastik und ersticken qualvoll oder verhungern, wenn sie Plastik mit ihrer natürlichen Nahrung verwechseln“, ergänzt NABU-Präsident Olaf Tschimpke.

Tier- und Naturschützer in Sorge:

Auch Greenpeace sieht hier eine völlig neue Dimension, wenngleich das Problem an sich nicht neu ist. Schließlich sind schon vor Jahrhunderten und zu Beginn der Seefahrt Abfälle kurzerhand im Meer entsorgt worden. Doch unser moderner Zivilisationsmüll kann nicht mehr auf natürlichem Wege abgebaut werden. So sind, Greenpeace zu Folge, Plastikprodukte besonders langlebig und bleiben uns gut 450 Jahre erhalten. Und sammeln sich mancherorts aufgrund der Strömungsverhältnisse konzentriert an.

Tatsächlich sind diese Ansammlungen, etwa zwischen Hawaii und dem amerikanischen Festland, sogar allgemeinen Online-Lexika wie Wikipedia einen eigenen Beitrag wert und tragen phantasievolle Eigennamen wie Great Pacific Garbage Patch, was übersetzt so viel wie „Großer Plastikmüllfleck“ heißt.

Die Zeit zum Handeln scheint also reif.

Gemeinsames Projekt:

Mit einem gemeinsamen Projekt wollen daher das Umweltministerium Schleswig-Holstein und der NABU beigefangene Abfälle aus dem Meer entfernen. Außerdem sollen mit „Fishing for Litter“ Daten über die Müllbelastung der Meere gewonnen werden. Zumal die Müllberge auch für den Tourismus (siehe oben) zunehmend zu einem Problem werden. Schließlich müssen immer mehr Strände mühsam vom Müll befreit werden. Und auch in den Netzen der Fischer landen immer mehr Müllteile.

Mit dem nun initiierten Projekt soll daher nicht nur aktiv die vom Menschen ausgehende Belastung auf den Lebensraum Meer reduziert werden, sondern auch die Öffentlichkeit für dieses wichtige Thema sensibilisiert werden: „Mit dem Projekt wollen wir das Bewusstsein für die Vermüllung der Meere schärfen“, so Habeck. Denn letztlich könne nur ein sensiblerer Umgang mit Verpackungen und ein international verbessertes Abfallmanagement dazu beitragen, dass der Abfall erst gar nicht in die Fluten gelangt.

Erstes Ziel des auch vom Landesfischereiverband Schleswig-Holstein unterstützten Fishing-for-Litter-Projektes ist es aber, jenen Müll, der in die Fischernetze gerät, einzusammeln und zu entsorgen. Die gesammelten Abfälle werden dann in einer speziellen Sortieranlage auf ihre Zusammensetzung untersucht.

Insgesamt beteiligen sich bereits neun Häfen und etwa 70 Fischer in Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern an der Initiative. Im Rahmen des nun für neun Monate von der schleswig-holsteinischen Landesregierung mit rund 26.500 Euro unterstützten Projektes soll die Initiative möglichst noch in 2014 auch im Büsumer Hafen und beim Eidersperrwerk umgesetzt werden.

Mit dem Geld werden unter anderem Behälter für den Müll an Bord der Schiffe, die Müllcontainer im Hafen sowie die Analyse des Mülls finanziert. Abfall ist eben nicht nur eklig, sondern verschlingt auch bei seiner Beseitigung noch einmal richtig Kohle!

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