Kanadische Goldrute und andere Neuankömmlinge beschäftigen die Naturschützer!

„Ursprünglich als Zierpflanze nach Europa gebracht, hat sich die aus Nordamerika stammende Goldrute heute in weiten Teilen Mitteleuropas eingebürgert“, schreibt Wolfgang Schulte in (s) einem BLV Naturführer „Lebensraum Stadt“ und macht uns damit darauf aufmerksam, dass wir es auch bei dieser Pflanze mit einer so genannten invasiven Art zu tun haben …
Tatsächlich finden sich heute weit mehr Goldruten auf Brachflächen sowie an Weg- und Waldrändern denn in unseren Gärten. Schon allein deshalb, weil die bis einen Meter hohen Stauden gleichermaßen robust wie ausufernd daher kommen.

„Besitzergreifende“ Staude:

Will meinen: Mit ihren Kriechwurzeln bilden Goldruten reichlich Ableger, so dass die Bestände längs der Wegränder oftmals dicht an dicht stehen. Auch die Frankfurter Neue Presse widmet sich daher den Pflanzen und der Frage (http://www.fnp.de/ratgeber/hausundgarten/Goldrute-aus-nbsp-Garten-entfernen-Rhizom-ausgraben;art336,874684), wie die aus einem Garten wieder entfernt werden (können).
Manchmal helfe wohl nur, die Rhizome auszugraben, befürchten hier die Autoren. Zudem sollten die Pflanzen noch vor der Blüte beschnitten werden, um so den Flug der Samen zu verhindern.

Auch der NABU Niedersachsen widmet sich diesen pflanzlichen Neubürgern (http://niedersachsen.nabu.de/tiereundpflanzen/neobiota/hintergrund/07804.html) und geht davon aus, dass von zehn eingeschleppten Arten nur jede Zehnte bei uns überhaupt eine Chance hat. Davon wiederum könne nur jede Zehnte dauerhaft Fuß fassen.

Und von denen, die bei uns ein neues Zuhause finden, wird dann, so diese 10 er Regel weiter, wiederum jede zehnte Pflanze problematisch. Wie der Riesen-Bärenklau, der schon manch unvorsichtigem Wanderer heftige Hautirritationen beschert hat.

Ja, und in der Tat dürfe auch bei der Kanadischen Goldrute das Verdrängungs- und damit Gefährdungspotential für andere Pflanzen nicht unterschätzt werden, erklären die Experten des NABU.

Die Aliens sind unter uns:

Unter dem Motto „Die Aliens kommen“ befasst (http://www.umweltbundesamt.at/fileadmin/site/umweltthemen/naturschutz/aliens.pdf) sich daher auch das Bundesministerium für Land- und Fortwirtschaft sowie Umwelt und Wasserwirtschaft in Österreich mit der Problematik unabsichtlich eingeschleppter oder ehemals auch gezielt eingeführter Tier- und Pflanzenarten. Und sieht in unserer heimischen Natur einen kostbaren Schatz, der durch diese Neuankömmlinge durchaus bedroht ist.

Tatsächlich sei die Kanadische Goldrute – nicht zu verwechseln mit der heimischen Echten Goldrute -, 1648 als Zierpflanze und Bienenweide zunächst nach England importiert worden. Eine Unwissenheit, die wir heute büßen müssen. Denn erste Verwilderungen des nordamerikanischen Korbblütlers auf dem europäischen Kontinent sind von 1850 dokumentiert, und „seit etwa 1950 breitet sich die Art in Mitteleuropa explosionsartig aus!“

Auch die österreichischen Experten sehen daher vor allem in den unterirdischen Wurzelsprossen, aber auch in den kleinen und über weite Strecken verwehrten Flugsamen ein großes Problem. Denn die sorgen für eine rasche Verbreitung und oftmals monotone Bestände, in denen andere Gewächse keine Chance haben.

So ist schon manch Flussufer oder artenreiche Magerwiese von Goldruten regelrecht „überrannt“ worden …
Dennoch zeigt sich das Umweltbundesamt Österreich auch bezüglich einer großangelegten maschinellen Bekämpfung skeptisch. Denn auch die stelle, ohne Frage, einen massiven Eingriff in jeden Lebensraum dar.

Vielleicht müssen und sollten wir also mit diesen Neuankömmlingen und den Sünden der Vergangenheit leben, zumal Goldruten bei Faltern und anderen Insekten durchaus beliebt sind!?

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