Kochen mit dem Dutch Oven

Das Kochen mit dem Dutch Oven birgt einen Hauch von Abenteuer in sich. Es findet im Freien und auf dem offenen Feuer statt und lässt sich durch Ausprobieren sowie gemachten Erfahrungen stets verbessern. Mit dem Kochgerät lassen sich gesunde und schmackhafte Speisen unterschiedlicher Art zubereiten. Dazu gehören Fleisch, Fisch, Gemüse, Suppen, Soßen und sogar Backwaren. Hier erfahren Sie, was ein Dutch Oven ist, wie Sie ihn verwenden und pflegen.

Der Dutch Oven ist ein ganz besonderer Topf

Die Bezeichnung „Dutch Oven“ heißt zu deutsch „Holländischer Ofen“. Die Herkunft ist heute nicht mehr genau nachvollziehbar, doch der Name weist auf das Land Holland hin.

Bei dem Oven handelt es sich um einen schweren Gartopf aus Gusseisen, mit dem die Speisen auf offenem Feuer und unter freiem Himmel zubereitet werden. Für die Befeuerung hat sich die ausschließliche Verwendung von Holzkohlebriketts bewährt. Das Heizmaterial sorgt für eine ausdauernde Brennleistung und gleichmäßige Gluthitze. Allerdings ist dabei wichtig, dass die glühenden Kohlen auf dem Deckel sowie unter den Topf richtig verteilt werden. Auf diese Weise findet eine gleichmäßige Entwicklung von Ober- sowie Unterhitze im Oven statt, und eine gleichmäßiger Garprozess ist gewährleistet.

Verschiedene Sorten von Dutch Oven stehen zur Auswahl

Ein brauchbarer und stabil gearbeiteter Dutch Oven besteht aus einem rundherum einheitlich starken und rostfreien Gusseisen. Die Form ist harmonisch rund. Am Boden befinden sich mindestens drei fest installierte Standbeine und an den Seiten zwei handliche Henkel. Der Deckel sitzt perfekt auf dem Topf, ohne zu wackeln und ohne eine Lücke zu lassen. Dadurch bleiben die Hitze und der Dampf beim Kochen im Oven und bei den Speisen. Außerdem lässt er sich mit einem Henkel leicht drehen sowie ab- und aufsetzen. Der obere Rand des Topfes ist etwas erhöht und garantiert auf diese Weise die sichere Platzierung der heißen Briketts.

Der Handel bietet eine brauchbare Auswahl von Geräten an. Diese unterscheiden sich hauptsächlich in der Größe voneinander. Der Durchmesser eines Topfes wird in dem Maß Zoll angegeben, wobei 1 Zoll 2,54 Zentimeter misst. Es gibt Töpfe mit 10 Zoll, 14 Zoll und 16 Zoll. Entscheiden Sie sich beispielsweise für einen Dutch Oven mit 10 Zoll, möchten Sie Speisen mit einem Gesamtvolumen von 3 Litern zubereiten. Diese Menge reicht in der Regel für zwei bis drei Personen aus. Entscheiden Sie sich stattdessen für das nächstgrößere Exemplar mit 12 Zoll Durchmesser, planen Sie ein Volumen von 6 Litern und eine Verköstigung für 4 Personen ein.

Zum Topf dazu ist nützliches Zubehör erhältlich. Die Anschaffung ist ratsam, da es das Kochen deutlich erleichtert, den Topf schont und der Sicherheit dient:

– Eine Zange zum Setzen und Bewegen der glühenden Briketts.

– Eine hitzebeständige Unterlage zum Abstellen des heißen Topfes neben dem brennenden Feuer.

– Ein Holzlöffel zum Umrühren der Speisen, ohne dabei die Schutzschicht im Innenbereich des Topfes zu beschädigen.

– Je nach schwere des Deckels, kann ein Deckelheber beim sicheren Bewegen des heißen Deckels helfen.

– Grillhandschuhe für den Schutz der Hände.

Den Oven aktivieren

Bevor Sie mit dem Dutch Oven das erste Mal kochen, benötigt er eine sorgfältige Reinigung und muss eingebrannt werden. Mit der Reinigung entfernen Sie noch alle etwaigen Schadstoffe und Schmutz, welche durch die Herstellung noch vorhanden sein können. Das Einbrennen dient dem vollständigen Versiegeln des porösen Gusseisens und bildet eine wichtige Antihaftschicht. Außerdem macht es den Topf noch stabiler und haltbarer und stellt sicher, dass die zubereiteten Speisen gesund bleiben und aromatisch werden.

Den Oven reinigen

1. Verwenden Sie zum Reinigen warmes Wasser OHNE Geschirrspülmittel. Geschirrspülmittel dringt in die Poren ein und zerstört die Schutzschicht des Dutch Oven.

2. Wischen Sie den Topf außen und innen am besten mit einem Schwamm oder einer Bürste ab.

Anschließend spülen Sie den Topf mit klarem Wasser gründlich ab.

3. Lassen Sie den Topf vollständig trocknen.

Den Oven einbrennen

Brennen Sie den Topf entweder auf dem offenen Feuer, auf einem Grill mit einer Abdeckung oder im Backofen ein. Die geeignete Temperatur beträgt ungefähr 200° Celsius. Achten Sie darauf, dass dabei eine starke Rauch- und Geruchsbildung entsteht und sorgen Sie für den ungehinderten Abzug.

1. Reiben Sie den Topf und den Deckel überall mit Sonnenblumenöl ein.

2. Legen Sie ihn mit der Öffnung nach unten auf den Grill, auf das Feuer oder in den vorgeheizten Backofen.

3. Legen Sie den Deckel auf die Füße des Topfes oder daneben.

4. Lassen Sie den Topf ungefähr einer Stunde in der Hitze einbrennen.

Die gelungene Prozedur erkennen Sie daran, dass überall auf dem Gusseisen von Dutch Oven eine gleichmäßige schwarze Patina erkennbar ist. Diese bildet den Schutz des Materials und verhindert das Eindringen von Nässe sowie die Entstehung von schädlichem Rost. Außerdem können die Speisen nicht so leicht anbrennen und sich ihr eigentliches Aroma entwickeln.

Falls die Patina nicht überall gleichmäßig entstanden ist, sollten Sie das Einbrennen sofort wiederholen.

Den Dutch Oven verwenden

Wichtigste Voraussetzung für die gelungene Zubereitung der Speisen jeder Art ist ausreichend Hitze. Das beste Heizmaterial für den Dutch Oven sind Holzkohlenbriketts. Diese entwickeln eine sehr starke Hitze und geben diese gleichmäßig an den Topf sowie an die Speisen ab. Zudem brennen die Briketts ausdauernd und die die notwendige Materialmenge lässt sich einfach abmessen.

Welche Temperatur im Kochgerät entstehen soll, richtet sich nach seiner Größe, der verwendete Menge der Briketts den verwendeten Speisen. Letztendlich unterliegt die Handhabung des Gerätes dem eigenen Ermessen und erschließt sich durch das Ausprobieren und durch die gesammelte Erfahrung. Möchten Sie dennoch eine erste Orientierungshilfe, sollten Sie wissen: Die Größe vom Dutch Oven x 2 genommen ergibt die Anzahl der Briketts. Folglich verwenden Sie bei einem Topf- Durchmesser von 10 Zoll genau 20 Briketts. Die zu erwartende Temperatur beträgt 170 bis 180° Celsius. Bei der Befeuerung legen Sie die Briketts je nach Speise entweder unter den Topf oder direkt auf den Deckel oder an beide Stellen gleichzeitig. Die Briketts auf dem Deckel sorgen für die Oberhitze, die beispielsweise bei einem Braten nicht notwendig ist.

Bei der Regelung der Temperatur kommt dem Deckel eine wichtige Aufgabe zu. Möchten Sie die Hitze im Dutch Oven senken, öffnen Sie einfach den Deckel und lassen heißen Dampf ab. Je mehr Dampf dabei entweicht, desto mehr Hitze ist im Gerät enthalten. Möchten Sie die Hitze im Topf drosseln, senken Sie außerdem die Menge der Befeuerung. Stellen Sie fest, dass die Speisen nicht überall gleichmäßig garen, entstehen im Topf Bereiche mit mehr oder weniger Hitze. In diesem Fall müssen Sie die Briketts gleichmäßiger verteilen. Außerdem kann der Deckel nach jeweils 15 Minuten Garzeit um 90 Grad gedreht werden. Möchten Sie am Ende der Kochzeit die Speise noch etwas braten, können Sie dafür die Unterseite des heißen Deckels wie eine Pfanne benutzen.

Übrigens: Achten Sie stets darauf, dass der Dutch Oven nicht zu lange leer auf der Hitze steht und füllen Sie keine zu kalten Speisen oder Flüssigkeiten in den heißen Topf ein. Ansonsten kann er seine gleichmäßige Form und seine Standfestigkeit verlieren oder der Deckel passt nicht mehr richtig.

Die Pflege des Topfes nach der Benutzung

Leeren Sie den Dutch Oven aus und reinigen Sie ihn mit heißem Wasser und einem Schwamm. Verwenden Sie kein Geschirrspülmittel und kratzen Sie nicht auf dem Material! Sind hartnäckige Essensrückstände vorhanden, entfernen Sie diese mit einem Holz- Spatel oder Holzlöffel. Lassen Sie den Topf nicht längere Zeit im Wasser stehen und trocknen Sie ihn nach dem Reinigen ab, um Rost zu verhindern. Zur Sicherheit gegen Feuchtigkeit legen Sie eine Lage Küchenkrepp in den Topf.

Bewahren Sie den Dutch Oven an einem trockenen Ort mit guter Luftzirkulation auf. Haben Sie den Eindruck, dass er unangenehm riecht, führen Sie das Einbrennen erneut durch.

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