Mauersegler haben es in unseren modernen Städten zunehmend schwer!

„Der Mauersegler ist es, welchen wir vom 1. Mai oder einige Tage früher bis zum August unter gellendem Geschrei durch die Straßen unserer Städte jagen oder die Spitzen alter Kirchtürme umfliegen sehen!“

So beschreibt Brehms Tierleben den Mauersegler, der für viele Menschen, bis heute, in der Tat untrennbar mit dem Sommer und warmen Tagen verknüpft scheint:

Spät kommt er, doch er kommt!

Schließlich ist, wie der NABU Landesverband Berlin erklärt, der Mauersegler eine der ersten Vogelarten, die uns im Herbst verlässt und sich dann auch im kommenden Jahr mit der Rückkehr reichlich Zeit lässt.

In Portalen wie „Mein schöner Garten“ wetteifern daher die User darum, wann sie ihren ersten Akrobaten der Lüfte entdeckt haben. Denn tatsächlich lassen ja bereits Brehms Beschreibungen erahnen, dass wir es hier mit einem rasanten Sturzflieger zu tun haben.

Der war schon einmal – und zwar 2003 -, Vogel des Jahres. Eine „Auszeichnung“, die meist mit einer hohen Gefährdung einhergeht und daher für Natur- und Tierschützer selten ein Grund zum Jubeln darstellt.

Kulturfolger in Gefahr:

Tatsächlich leiden nämlich auch die Mauersegler darunter, dass sich das Bild unserer Städte und Dörfer seit Brehms Beschreibungen dramatisch verändert hat. Denn auch dem Mauersegler gehen durch den modernen Baustil und die fortschreitenden Gebäudesanierungen zunehmend seine Nistplätze verloren!

Die suchte er einst in freier Natur, in Baumhöhlen und / oder auf Felsnischen, eher er dem Menschen in seine Siedlungen gefolgt und dann lange Jahre den Charme von Mauern und Giebeln als Behausung für sich entdeckt hatte … ein einst sinnvoller Opportunismus, der die Tiere nun jedoch, wie die Deutsche Gesellschaft für Mauersegler beklagt, in Not bringt.
Tatsächlich nämlich sind Mauersegler heute, aufgrund der stetig zunehmenden Gebäudeversiegelung, in Sachen Nistplatz mehr oder minder auf künstliche Behausungen angewiesen … nicht die einzige Gefährdung, der die Frühlingsboten hierzulande ausgesetzt sind:

Ein Mauersegler als Fußgänger?

Denn gerade nach Kämpfen in der Luft (Brehm bescheinigt dem Mauersegler, ein übermütiger, gar zänkischer Gesell zu sein!) oder nach Bruchlandungen an Scheiben finden sich immer wieder Mauersegler, die hilflos am Boden umher kriechen. Tatsächlich lassen die kleinen Stummelfüße abgestürzten Tieren kaum eine Chance.

Will meinen: Ohne menschliche Hilfe wird keiner dieser Flugakrobaten der Lüfte jemals wieder in sein angestammtes Revier zurückkehren!
Wie die Aktion Tier in Berlin erklärt, sind es mitunter aber auch Schlechtwetterperioden mit weniger Insekten und eine damit einhergehende Schwäche, die ein Tier zum „Absturz“ bringt. Die Tierschützer haben daher einige Tipps zusammengestellt, wie Passanten aufgefundenen Vögeln helfen können.

Dabei sollte ein Mauersegler, auch wenn es vielleicht naheliegend erscheinen mag, auf keinen Fall einfach hoch gehoben und mit einem „beherzten“ Schwung zurück in die Luft befördert werden. Denn das wird nur bedingt gut gehen. Schließlich könnte der „Bruchpilot“ ja auch Knochenbrüche davongetragen haben, völlig abgemagert (siehe oben) oder auch zum Fliegen noch schlichtweg zu jung sein.

Erste Hilfe will gelernt sein!

Zur „Erstversorgung“ empfiehlt aktiontier.org daher, die Feuchtigkeitsreserven des Vogels aufzufüllen. Dazu werden mit dem sauberen Finger vorsichtig ein paar Wassertropfen am Schnabelrand platziert, in der Hoffnung, dass der Segler die auch abschluckt.

Fütterungsversuche sind dagegen kontraproduktiv, da die reinen Insektenfresser zum einen in Sachen Nahrung mehr als heikel sind und zudem einen mehr als empfindlichen Schnabel besitzen, der bereits beim ungeschickten Hantieren allzu leicht abbricht!

Daher gilt es, schnellstmöglich die Deutsche Gesellschaft für Mauersegler in Frankfurt am Main zu kontaktieren (Telefon: 069 – 35 35 15 04) und den Vogel, bis die Experten eine fachkundige Hilfe vermitteln, in einen dunklen, mit weichem Küchenpapier ausgelegten Karton unterzubringen: „Bitte weder Käfig noch Korb verwenden, denn Segler können gut klettern und ausbrechen oder sich das Gefieder ruinieren“, mahnt die Aktion Tier abschließend.

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