Friedhof Alter Friedhof Saarlouis

Mehr Grünflächen und Ruhe für unsere Städte!

Wie rar Naherholungsgebiete in vielen unserer Großstädte sind, zeigt sich auch daran, dass mitunter selbst Friedhöfe von Spaziergängern genutzt werden …

Tatsächlich entpuppen sich zumindest die alten Waldfriedhöfe oftmals als wichtige Rückzugsorte und „grüne Lungen“. Als friedvolle Insel in all dem Verkehrslärm, wo Mütter mit ihrem Kinderwagen flanieren und / oder Senioren auf den Bänken ausruhen und dabei mit ein paar Brutkrumen die meist zutraulichen Singvögel und Eichhörnchen anlocken.

Ein Volk von Städtern:

Tatsächlich leben, wie auch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit einräumt, heute immer mehr Menschen in städtischen Zentren, in Deutschland weit über drei Viertel der Bevölkerung: „Umso wichtiger werden gut erreichbare Erholungsräume in städtisch geprägten Regionen und vielfältige Möglichkeiten, Natur auch in der Stadt zu erleben!“

Dabei können, neben Parks, Grünanlagen und schattigen Friedhöfen, auch Schreber- und Kleingärten zu den „grünen Lungen“ unserer Städte gezählt werden. Wobei mancher Trend, etwa die heute so beliebten Dachgräten, hierzulande noch relativ jung ist.

Tatsächlich sieht auch das Ministerium im so genannten „urban gardening“ viele Vorteile für unsere Städte und jene, die dort leben: „Urbane Gärten verbessern das Stadtklima, sie sind Lebensraum für Tiere und Pflanzen, tragen zum Erhalt der Biodiversität bei und leisten einen Beitrag zur Grundwasserbildung!“

Zudem sieht Umweltministerin Dr. Barbara Hendricks hier, in den Gärten, auch wichtige soziale Komponenten sowie Strukturen des „nachbarschaftlichen Zusammenhalts und der Integration“.

Hoch über den Dächern der City?

Gärten, wo auch immer die liegen, können damit eine echte Bereicherung für jede Stadt sein. Dabei ist, wie der Dachdecker Verband Nordrhein erklärt, selbst der Dachgarten kein völlig Unbekannter, selbst wenn dieser Trend in anderen Ländern, wie den Staaten, schon wesentlich länger populär ist.

Doch auch hierzulande beschäftige sich das Dachdeckerhandwerk nun schon seit Jahrzehnten mit der Begrünung von Dachflächen: „Auf Steildächern mit geringer Dachneigung und Flachdächern legen Dachdecker dabei wahre „Minibiotope“ an!“

Tatsächlich könnten dabei, wie der Verband erklärt, sogar ganze Parkanlagen mit Rasenflächen, Wegen, Sträuchern und Teichen auf Hausdächern entstehen. Quasi eine Ausgleichsfläche für die Bodenversiegelung, die in vielen Kommunen auch noch durch eine reduzierten Kanalgebühr belohnt wird.

Wohnqualität gefragt:

Tatsächlich kann das Vorhandensein von Parkanalgen und Grünflächen sogar auschlaggebend für die Entscheidung für oder gegen eine Stadt oder einen Stadtteil sein: „Attraktive Grünräume in und nahe am urbanen Leben sowie die Qualität des städtischen Umwelt- und Naturschutzes sind zunehmend wichtige Faktoren für Standortentscheidungen von Unternehmen wie auch Fachkräften“, glaubt das Ministerium und sieht damit auch für die Gemeinden selbst gute Gründe, in eine ökologische wie auch soziale Stadtentwicklung zu investieren.

Denn tatsächlich kann, wie unlängst das Fachportal immowelt.de angemerkt hat (http://presse.immowelt.de/pressemitteilungen/studien/artikel/artikel/maklerstudie-zeigt-soziale-probleme-in-der-nachbarschaft-schrecken-immobilienkaeufer-eher-ab-als-le.html), auch ein schwieriges soziales Umfeld Wohnungssuchende und Immobilienkäufer abschrecken: „Wer sich mit dem Kauf einer Wohnung oder eines Hauses auf sein zukünftiges Lebensumfeld festlegt, möchte dort nicht mit den sozialen Problemen der Gesellschaft konfrontiert werden!“
So haben, in einer aktuellen Studie, 86 Prozent der Makler ein schwieriges soziales Umfeld als Negativkriterium für eine Kaufentscheidung ihrer Kunden gewertet. Als genauso abschreckend gelte lediglich starker Lärm und Gestank rund um das neue Zuhause.

Auch alte Waldfriedhöfe zählen heute in vielen Städten zu wichtigen Rückzugsorten für Rentner und Mütter und werden damit zu echten innerstädtischen Oasen, die auch für den Naturschutz interessant sind!


Foto: Peter Hoffmann

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