Mit dem Hund in den Urlaub?

Nicht ohne meinen Hund … so sagen sich viele, wenn der nächste Urlaub bevorsteht! Doch ist es wirklich sinnvoll, wenn „Bello“ stets schwanzwedelnd dabei ist?

Nicht zwangsläufig, glaubt die „Tierhilfe Süden“ und weist darauf hin, dass wir auch in Deutschland immer häufiger mit Tropenkrankheiten wie der Leishmaniose konfrontiert werden:

Tropenkrankheiten auf dem Vormarsch!

Eine Krankheit, die heute sogar auf allgemeinen Online Lexika wie Wikipedia thematisiert wird. Und das aus gutem Grund. Denn die Erreger sind nahezu weltweit in wärmeren, sprich tropischen und subtropischen Zonen der Erde vertreten: „In Spanien ist der überwiegende Teil der Stadthunde durch Leishmanien infiziert“, weiß Doc Check Flexikon, das Medizinlexikon zum Medmachen und bestätigt damit jene Problematik, die auch die „Tierhilfe Süden“ umtreibt:

Denn die Leishmaniose ist sowohl durch den Reisetourismus mit Hund, aber auch bedingt durch Tierschutzhunde aus südlichen Gefilden derzeit auf dem Vormarsch!

Übertragen werden die Erreger durch Sandmücken, die in wärmeren Regionen leben. Treffen kann die Erkrankung Menschen wie auch Hunde, erklärt die beliebte Kundenzeitschrift „Apotheken Umschau“ und geht davon aus, dass die Problematik zunächst einmal auf die Risikogebiete beschränkt bleibt: „In Deutschland erworbene Krankheitsfälle sind extrem selten!“

Erst durch Importhunde eingeführt?

Tatsächlich glaubt auch der Bundesverband für Tiergesundheit, dass Tierschutzhunde häufig gefährliche Krankheiten wie die Leishmaniose oder auch die Herzwurmkrankheit mit im Gepäck führen.

Am häufigsten werde jedoch die durch Mücken übertragene Leishmaniose „importiert“: „Man geht davon aus, dass in den betroffenen europäischen Regionen von insgesamt 15 Millionen Hunden etwa 2,5 Millionen mit dem Erreger der Leishmaniose infiziert sind. Mit jedem Importhund steigt also die Gefahr einer Verbreitung in Deutschland. Schon jetzt leben hier schätzungsweise 20.000 Hunde, die sich mit der Leishmaniose angesteckt haben!“

Es gibt also gute Gründe dafür a: den eigenen Hund nicht mit in den Süden zu nehmen und b: bei Tierschutzhunden auf eine vorherige Laboruntersuchung zu achten. Schließlich ist die Krankheit nicht heilbar und muss ein Leben lang therapiert werden …

Nur mit Maulkorb?

Doch auch ein Maulkorbzwang, der in manchen Reiseländern üblich ist, könnte davor abschrecken, den Vierbeiner mit in den Urlaub zu nehmen. Schließlich finden viele Hundebesitzer die Vorstellung, ihren Liebling derart zu „knebeln“, schier unerträglich.

Dennoch kann es Sinn machen, einen Hund an einen Maulkorb oder zumindest an eine Maulschlaufe zu gewöhnen, glaubt Ann Kari Sieme, Hundetrainerin und Mitarbeiterin der „Aktion Tier – Menschen für Tiere“. Schließlich müsse ja auch hierzulande in öffentlichen Verkehrsmitteln in der Regel ein solcher Beißschutz angelegt werden. Und „auch bei außergewöhnlichen Ereignissen, wie beispielsweise einem Verkehrsunfall oder einer Beißerei, kann der liebste Vierbeiner unter Schmerzen und Stress zur Gefahr werden und als Abwehrreaktion beißen!“

Ein passgenauer Maulkorb, der dem Vierbeiner vertraut ist, kann daher in der Tat Sinn machen. Dennoch wird es natürlich – und das für Mensch wie Tier -, wenig(er) wenig erquicklich sein, wenn im Urlaubsland ein genereller Leinen- und Maulkorbzwang herrscht. Denn dann bleibt „Waldi“ lieber zu Hause bei guten Freunden und Bekannten oder wird sich in einer guten Tierpension „pudelwohl“ fühlen.

Hoch droben auf der Alm:

Beim Urlaub an der heimischen See oder in den Bergen kann sich dagegen auch ein tierischer Begleiter so richtig wohl fühlen. Allerdings ermahnt „Vier Pfoten Deutschland“ gerade Hundeführer zu einem rücksichtsvollen Umgang mit der Natur, insbesondere auch gegenüber frei weidenden Kuhherden.

Schließlich sind Kühe, wie Pferde, von ihrem Verhalten her Fluchttiere, könn(t)en jedoch, bei einer vermeintlichen Bedrohung, ebenso gut aggressiv reagieren. Vor allem dann, wenn Kälber (die besonders geschützt werden) mit von der Partie sind.

Wann immer möglich, sollten daher gerade Hundehalter Weideüberquerungen vermeiden. Denn viele Pferde oder Kühe nehmen unseren Haushund nach wie vor als gefährlichen Wolf wahr und reagieren mit Angriff oder Flucht: „Ist die Überquerung einer Weide unvermeidlich, sollte man sich ruhig verhalten und begleitende Hunde unbedingt anleinen“, erklären die Tierschützer und wissen, dass auch eine ursprünglich friedfertige Kuh-Herde gegenüber Hunden bedrohlich reagieren kann.

„Sollten Kühe sich von der Anwesenheit eines Hundes bedroht fühlen und angreifen, sollte man den Hund sofort von der Leine nehmen. Der Hund weiß instinktiv, wie er sich in einer solchen Gefahrensituation am besten zu verhalten hat“, erklärt vier-pfoten.de. Auf keinen Fall jedoch solle man dann als Halter zwischen die Kuh und den Hund treten.

Tatsächlich sollten wir, gerade als Hundehalter und im Urlaub bzw. auf ungewohntem Terrain, stets hellwach sein. Schließlich kennen wir hier, im Gegensatz zu unseren gewohnten Gassi-Wegen, nicht jede Wegbiegung und wissen daher nie, was uns erwartet!

 

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