Nun wandern sie wieder!

Die „Aktion Tier“ weist darauf hin, dass gerade jetzt, im Frühjahr, zumal dann, wenn ein milder Nieselregen fällt, wieder zahllose Frösche, Kröten und Molche unterwegs sind …

Eine Reise, die oftmals in den Tod führt. Denn „der Weg zum Laichgewässer ist vor allem wegen der Straßen, die überquert werden müssen, sehr gefährlich“, erklärt Ursula Bauer (http://www.aktiontier.org/index.php?m=2&id=1032&year=2014&UID=fffb3534aaf1930a2707a0dc5e47549c) von der „Aktion Tier“ in Berlin. Viele Hunderttausend Tiere würden, so die Tierschützerin, daher Jahr für Jahr unter den Reifen von Kraftfahrzeugen verenden.

Viele Gefahren lauern auf Lurchi & Co.

Dabei sind Autos nicht der einzige scheinbar übermächtige Gegenspieler, mit dem unsere heimische Amphibienwelt konfrontiert wird. Denn auch der aus Amerika eingeschleppte und nun überall verwildert lebende Ochsenfrosch stellt eine permanente Gefahr dar.

Nein, das sei kein Froschprinz, sondern vielmehr ein tödlicher Gegner, geht (http://www.bund.net/themen_und_projekte/aktion_lurch/bedrohung_schutz/gefahr_ochsenfrosch/) der „Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e. V.“ davon aus, dass die ausgewachsenen Tiere nicht nur Mäuse und frisch geschlüpfte Jungenten fressen, sondern auch die Bestände von Zauneidechsen und Ringelnattern dezimieren.

Kleinere Artgenossen und andere Froschlurche munden dem Ochsenfrosch ohnehin ganz besonders!

Selbst das Polit-Magazin Stern widmete sich daher schon mal dem Thema und sprach (http://www.stern.de/wissen/natur/ochsenfrosch-der-nimmersatt-306486.html) von einem Nimmersatt, der fies und fett ist.

Nun kann zwar kein Tier wirklich fies sein – dennoch haben wir es hier mit einem Einwanderer zu tun, der sich prächtig vermehrt und in unserer heimischen Natur nichts zu suchen hat. Schande also über jene Terrarienfreunde, die diesen und andere Exoten einfach ausgesetzt haben. Exoten, die nun für unsere Umwelt und die Naturschützer ein großes Problem sind!

Wer beginnt den Frühjahrsreigen?

Doch lasst uns noch einmal zu den erfreulicheren Dingen dieses Lebens, zu den frühlingshaften Temperaturen und der allenthalben erwachenden Natur zurückkehren:

„Arten wie Grasfrosch und Teichmolch machen sich als erste im zeitigen Frühjahr auf den Weg“, erklären Bauer und die Aktion Tier. Doch längst wurden auch die ersten Erdkröten gesichtet. Denn bei Temperaturen von über 5 Grad und feuchtem Wetter kann die Nützlinge nichts und niemand mehr aufhalten.

Meist suchen sich die Tiere bereits auf dem Weg zum Gewässer einen Partner. „Da die Erdkrötenweibchen die auf ihrem Rücken festgeklammerten Männchen quasi mitschleppen müssen, sind sie beim Überqueren einer Straße sehr langsam und daher vom Verkehrstod am stärksten betroffen“, weiß Diplom-Biologin Ursula Bauer. Ein Verlust für alle Hobbygärtner, da gerade Erdkröten bevorzugt Schnecken vertilgen und damit in Sachen biologischer Schädlingsbekämpfung ein Hit sind!

Bei Dämmerung werden sie richtig munter!

Dabei werden die meisten Lurche erst bei Dämmerung so richtig munter. Und tummeln sich damit gerade morgens und abends auf den Straßen: „Wir bitten daher alle Autofahrer, jetzt besondere Rücksicht auf wandernde Amphibien zu nehmen“, plädiert Ursula Bauer für eine vorsichtige und angepasste Fahrweise. Denn nicht überall sind Amphibienschutzzäune errichtet, die die Tiere vor dem Verkehrstod bewahren.

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