Im Garten 3

Ostern contra Tierschutz?

Wenn Christen in aller Welt die Auferstehung ihres Erlösers feiern, bedeutet das für viele Tierarten nur wenig Grund zur Freude. Denn viele der Lamm- und Kaninchenbraten, die nun im Kreise der Familie verzehrt werden, sind nach Auskunft von Tierschützern und Tierrechtlern unter unhaltbaren Bedingungen produziert worden …

Selbst unsere Ostereier sind in den seltensten Fällen von den vielzitierten glücklichen Hühnern gelegt worden:

An Ostern auf Eier verzichten?

„Ostern geht auch ohne Eier“, titelt daher die „Rhein-Neckar-Zeitung“ unter Verweis auf Heidelberger Tierschützer, die die Haltungsbedingungen von Legehennen und übliche Praktiken wie das Schnabelkürzen anprangern.

Auch die Tierschutzorganisation TASSO sieht hier, gerade zu Ostern, ein großes Problem. Das vor allem vor dem Hintergrund, dass gefärbte Eier aus dem Supermarkt nicht der sonst üblichen Kennzeichnungspflicht unterliegen: „Es muss also nicht angegeben werden, aus welcher Haltungsform sie stammen!“

Wer sichergehen möchte, dass in seinem Osternest Eier aus tiergerechter Haltung liegen, sollte daher rohe Bio- oder Freilandeier kaufen und diese selbst färben oder bemalen, rät die Pressestelle und weiß, dass auch lebende Ostergeschenke ein ganz großes Problem sind:

Keine lebenden Tiere verschenken!

Denn allzu oft würden Eltern dem Drängen ihrer Kids nachgeben und gerade jetzt, zu Ostern, rasch und unüberlegt ein süßes Kaninchen anschaffen: „Zoohandlungen und auch einige Baumärkte machen es den Eltern leider sehr einfach. Da die Tiere in solche Märkten aber meist nicht artgerecht gehalten werden, raten wir dringend dazu, dort auf keinen Fall ein Tier zu kaufen, sondern lieber ins örtliche Tierheim zu gehen“, warnt daher Philip McCreight, der Leiter von TASSO.

Zudem sollte der Kauf eines jeden Tieres gut überlegt sein. Denn damit geht man als Halter eine mehrjährige Verantwortung ein; unter anderem muss schon jetzt an die Unterbringung und Versorgung der tierischen Gefährten während der großen Ferien gedacht werden!

Ein weiteres Problem besteht laut TASSO darin, dass Hasen oder Kaninchen gar nicht so einfach artgerecht zu halten sind. Enge Käfige jedenfalls sind ungeeignet, und gerade Kinder sind nach kurzer Zeit mit der Betreuung des Tieres überfordert: „Springen die Eltern dann nicht ein, landen die einst so begehrten Ostergeschenke nach kurzer Zeit im Tierheim!“

Osterbräuche überdenken!

Doch auch viele andere Osterbräuche und –gewohnheiten sind, bei näherem Licht betrachtet, nicht sonderlich tierschutzkonform. So finden alljährlich in den beliebten Osterfeuern zahllose Kleintiere einen grausamen Tod: „Damit das nicht passiert, sollte unbedingt vor dem Anzünden nachgeschaut werden, ob im Holz oder Reisig vielleicht ein Igel oder ein brütender Vogel einen Unterschlupf gesucht hat“, raten die TASSO-Experten zu einem vorherigen Blick in den Reisighaufen, der am besten vor dem Anzünden noch einmal komplett umgeschichtet wird.

Und auch dann, wenn wir unser Ostermenü im festlichen Ambiente und im Kreise unserer Liebsten genießen, sollten wir darauf achten, dass unser ökologisches Gewissen nicht allzu sehr getrübt wird. Denn gerade Kaninchenfleisch stammt oftmals aus tierquälerischer Käfighaltung. Lamm- und Kaninchenfleisch sollte daher, wenn überhaupt, von regionalen Anbietern besorgt werden, die ihre Tiere weitgehend artgerecht halten und anfüttern. Eine Alternative könnten vegetarische Gerichte sein, die durchaus lecker sind und deren Rezepte heute allenthalben im Internet vorgestellt werden.

Schließlich glaubt auch „Zeit Online“, dass Ostern zwar untrennbar mit Tiersymbolen verknüpft ist, aber dennoch vegetarisch oder gar vegan „funktioniert“!

Die Kaninchenhaltung ist gar nicht so einfach. Daher sollten auch Kleintiere keineswegs übereilt und unüberlegt angeschafft werden!

Foto: Peter Hoffmann

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