Pflanzenschutz im Garten

Schutz – ein Wort voller guter Bedeutungen wie Hilfe, Beistand, Entlastung – ist vielfach in Verruf geraten, wenn es sich auf Pflanzen bezieht. Seitdem die Umweltverschmutzung mehr beachtet wird, bedeutet Pflanzenschutz häufig Gift, Rückstand, „stummer Frühling“.

Das muss aber nicht sein. Richtig ausgeübter Schutz vor Schädigern kommt mit minimalen Spuren kurzfristig wirkender Giftstoffe aus, die nach den vorgeschriebenen Wartezeiten keinerlei unbedenkliche Rückstände hinterlassen. Dann werden auch keine Vögel getötet und schon gar nicht Menschen gesundheitlich gefährdet.

Allerdings setzen recht verstandene vorbeugende Maßnahmen mehr voraus als richtige Konzentration der Mittel und sachgemäße Anwendung Dazu gehört im Hausgarten die Gesunderhaltung der Pflanzen durch Kulturmaßnahmen, damit Obst und Gemüse schon vom Anbau und der Ernährung her gegen gewisse Schädlinge und Krankheiten gefeit sind.

Solch vorbeugender Pflanzenschutz lässt es nur ausnahmsweise zu einem Massenbefall kommen, gegen den man etwas tun muss.

Fraß- Schäden und Krankheiten

Die meisten hochgezüchteten Kulturpflanzen sind zahlreichen Schädigern ausgesetzt, unter denen Blattläuse und Würmer im Obst und Gemüse unverdienten Ruhm gewonnen haben. Aber der Kleingärtner, dem es nicht auf höchsten Flächenertrag ankommt, wird nicht die letzte Blattlaus oder Raupe kämpfen, sondern den Befall in tragbaren Grenzen halten.

Im Übrigen machen tierische Schädlinge nur wenige Prozent des Schadenbildes aus. Während Bakterien und Viren, vor allem in mikroskopischen Grö8enordnungen, keine Fraßschäden sondern „Krankheiten“ verursachen. Leider gibt es aber gegen diese Parasiten nur wenig, teilweise gar keine Mittel.

Die pflanzlichen Krankheitserreger — also Schmarotzer aus der eigenen  Sippe – reichen ebenfalls von einzelligen Ausbeutern fremden Gewebes bis zu deutlich sichtbaren Pilz- und Schimmelrasen.  Ja, bis zu den Pilzen im Rasen (Hexenringe) und an lebendem wie totem Holz. Algen und Moose gehören ebenso dazu wie alle Unkräuter.

Gefahren im Hausgarten

Die Abwehr von Schädlingen und Krankheiten zählt zu den wichtigsten Schutzmaßnahmen. Der Hausgarten macht das schwerer und leichter zugleich. Schwerer, weil verschiedene Gattungen dicht nebeneinander stehen und es kaum zu verhindern ist, dass die eine von der Spritzung der anderen etwas abbekommt.

Leichter aber, weil sich die Gewächse in ihrer Vielfalt gegenseitig gesünder erhalten, als das bei den unnatürlichen Monokulturen im Feld-, Wald- und Wiesenanbau möglich ist. Es gibt sogar Gemüse, die sich gegenseitig die Schmarotzer verscheuchen, wenn etwa die Möhren die Zwiebelfliege vertreiben, die Zwiebel dagegen die Möhrenfliege. Wühlmäuse sollen (darüber gehen zwar die gegensätzlichen Meinungen der „Gartengelehrten“ noch auseinander) von speziellen Wolfsmilcharten zumindest etwas abgestoßen werden.

So besteht im gemischten Hausgarten oftmals ein unbemerkter Pflanzenschutz, schon bei vernünftiger Auswahl der Sorten. Auch Standort, Wetter, Bodenreaktion, -dichte und -feuchtigkeit sind wesentlich. Nur wenn dies alles mit den Ansprüchen der „Gartenbewohner“ im Großen und Ganzen übereinstimmt, kann man ein gesundes Wachstum erwarten. Und nur solches ist von sich aus widerstandsfähig gegen Schädiger.

Neue Mittel und Methoden

Im Wohngarten, in dem im Allgemeinen außer einer zentralen Rasenfläche auch Obst und Gemüse in reichem Maße angebaut werden, gliedert sich der notwendige Pflanzenschutz mehr nach Jahreszeiten als nach Kulturen oder gar Schädlingsarten. Denn es werden heute fast nur noch breit wirksame Mittel benutzt, die zum Teil Insektizide (-zide heißt immer tötende, angehängt an der gemeinten Gruppe) und Fungizide (also pilztötende) Wirkung vereinen.

Natürlich sollten Pflanzenschutzmittel grundsätzlich nur in den Kulturen verwendet werden, für die sie zugelassen sind. Der Praktiker findet entsprechende Hinweise auf dem Packungsetikett. Diese Präparate werden dann sowohl bei Nutz- wie bei Zierpflanzen bei Befall. angewandt. Einzige Ausnahme bildet die traditionelle Winterspritzung, die immer weiter zum Frühjahr hin verlegt wurde und deshalb heutzutage Austriebspritzung heißt.

Sie wird auch nicht mehr mit dem alten „Gelbölen“ oder „Karbolineen“ ausgeführt, sondern mit den sogenannten  „Folidol-Öl“, das alle überwinternden Insekten zuverlässig abtötet. Damit nun, In einem Arbeitsgang möglichst viele pilzliche Krankheitserreger beseitigt werden, gibt man ein Kupfermittel gleich in dieselbe Spritzbrühe.

Um aber Flechten-, Moos und Algenbewuchs von älteren Stammrinden herunterzuspülen genügt dieses Mittel nicht.  Man füge alle zwei bis drei Jahre noch „Dimanin A“ zu, dass Bademeister oft zur Reinigung von Holzrosten und Hausfrauen zum Kellerputz vor der Ernte nehmen. Mit dieser starken Mischung werden alle Obst- und Ziergehölze im sogenannten Mausohrstadium von oben bis unten tropfnass abgespritzt, fast abgewaschen.

In Ihrer blumigen Sprache meinen die Gärtner mit Mausohrstadium den kurzen Zeitraum zwischen dem Spitzen‘ der Knospen (also einer Art Aufbrechen) und dem Erscheinen gerade mausohrkleiner Blattspitzen  je nach Witterung im späten Februar oder Anfang März.

Gerade in diesem Zustand sind die Jungen Blättchen noch nicht SprItzmittel empfindlich, die Überwinterungsformen aller möglichen Schaderreger aber in ihrem empfindlichsten Zustand kurz vor dem Schlüpfen oder gerade frisch aus dem Ei gekrochen. Was dabei überlebt, kann man aber im normal gepflegten Hausgarten getrost vergessen, es ist nicht der Rede wert.

Schutz den Obstgehölzen

Im Privatgrundstück braucht man Zumindest keine 1, 2, 3 Vor- und Nachblütespritzung. Fleißige Obstbauer im Süden kommen z B auf diese Weise bis zu 20 Spritzungen im Jahr, wobei sich die meisten Behandlungen nicht gegen Schädlinge, sondern gegen die Schorfkrankheit richten. Spritzungen im Garten sollten nicht vorgenommen werden, nur um zu verhindern, dass  ein Wurm im Obst ist. Denn jeder vernünftige Mensch wird eine Obstmade  ausschneiden, bei der es sich um die Larve eines Kleinschmetterlings, also Raupe, handelt.

Spezielle Spritzungen sind grundsätzlich nur dann zulässig, wenn man keinen Schaden anrichtet und die Befallsdichte übergroß wird. Das kann beim Beerenobst um die Blütezeit geschehen, solange die Eiablage der Himbeer- und Brombeermade stattfindet. In solchen Fällen muss nach dem Ende des Bienenfluges, am Abend oder zu anderer Zeit, mit einem garantiert bienenunschädlichen Mittel gespritzt werden. Die Vorblütespritzung erfolgt im Knospenstadium, die Blütenspritzung 3  Wochen danach. Später hat es keinen Wert mehr.

Dasselbe gilt übrigens für den Birnenknospenstecher, den die Austriebsspritzung nicht erreichen kann, weil die Larven in den Knospen sitzen. Sie lassen sich nur während des Reifungsfraßes; Mitte September bis Anfang Oktober, nach der Eiablage bekämpfen, und zwar mit einem eindringenden Mittel. Dadurch werden die bereits untergebrachten Eiablagen, ebenfalls erreicht. Sonst höhlen die Larven alle Blütenstandsknospen aus.

Ungiftige Pflanzenschutzmittel

Oft wird gefragt ob es auch ungiftige Pflanzenschutzmittel gäbe. Natürlich sollten sie für den jeweiligen Schädling schon von Nachteil, darüber hinaus aber ungefährlich sein. Solche Mittel gibt es. Für den ständig bewohnten Garten, in dem immer etwas blüht, also Bienen umherfliegen und meist auch etwas geerntet werden kann, sind sie sicher ideal. Doch auch diese Methode hat einen Haken. Denn die Wirkung, ungiftiger Präparate ist extrem kurzzeitig. Es muss also immer wieder gestäubt oder neuerdings auch gesprayt werden.

Am nächsten Tage schaden sie keinem Schädling mehr. Für Menschen sind sie übrigens am Tage der Anwendung bei richtigem Gebrauch ebenfalls harmlos. Diese auf  Pyrethrumbasis hergestellten Mittel werden häufig mit ‚.Derris“ etwas länger wirksam gemacht. Eine Kombination, die sich bewährt hat, wo kurz vor der Ernte oder zu Beginn der Rosenblüte die Blattläuse allzu dick aufkreuzen. Hier ist ein Hinweis auf Wartezeiten und Giftklassen angebracht.

Denn wo die Giftigkeit in hochgradigen Verdünnungen übertrieben gefährlich angesehen wird, scheint bei den Wartezeiten bis zur Ernte eher eine Art von Schlendrian zu herrschen. Zwar können Pflanzenschutzmittel nur In geringsten Null-Komma-Prozenten zu tödlichen Unfällen oder nachgewiesenen gesundheitlichen Schäden führen, trotzdem sei Vorsicht geboten. Dem Anwender drohen vor allem bei z.T. giftigen Präparaten bei unvorsichtiger Handhabung oder Lagerung große Gefahren (Inhalationstoxizität, Hautaufnahme u. a.).

Wichtig ist auch, die angegebenen Konzentrationen der Präparate einzuhalten, die Gefäße und Spritze ordnungsgemäß auszuwaschen, Pflanzenschutzmittel getrennt von Lebens- und Futtermitteln unter Verschluss aufzubewahren und nicht in andere Gefäße abzufüllen, die Mittel nicht In Wohnräumen abzumessen, leere Packungen zu vernichten und beim Spritzen Schutzkleidung zu tragen sowie danach Hände und Gesicht gründlich zu reinigen.

Gesundheitlich bedenklich können die schnell abgebauten Wirkstoffe nur dann werden, wenn sie sich langfristig speichern oder mit anderen Stoffen noch unbekannte Verbindungen eingehen.

Wartezeiten einbauen

Deshalb sind die Wartezeiten und die Anwendung möglichst solcher Mittel, die eine kurze Abbauzeit haben, viel wichtiger als die gefürchtete Giftigkeit. Verschärfte, neue Bestimmungen des Pflanzenschutzmittel-Gesetzes sowie ständige Überwachung durch die Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft geben gerade in dieser Hinsicht höchste Sicherheit. Falls leisester Zweifel an einem Präparat auftaucht, werden erst einmal Herstellung und Vertrieb verboten.

Zugelassen sind jetzt nur noch Wirkstoffe deren Verhalten auch nach dem Anwendungszeitraum hinreichend bekannt ist. Was die zahlreichen Garten-Programme in ihrem schmalen Pflanzenschutzmittel-Sortiment anbieten, ist davon noch wieder die am wenigste Bedenklichen. Teilweise sind die Mittel schon in Portionsfläschchen abgefüllt, damit auch dem Ungeschicktesten beim Ansetzen keine Fehler mehr unterlaufen können.

Unkräuter sind unerwünscht

Der Anteil der Unkrautbekämpfungsmittel, die im Frühjahr mehr zur Arbeitserleichterung als zur Abwehr verwandt werden, beträgt etwa 80 %.  Heute werden drei Formen nebeneinander eingesetzt: die totalen für Wege und Plätze, die oberflächlichen für Gehölzstreifen und die auswählenden für Rasen, meist zusammen mit einem Grasdünger (Zusatz üblicherweise UV-Unkrautvernichter). Manche dieser Präparate besitzen eine düngende, genauer gesagt, wachstumsfördernde Wirkung, so dass die Mineraldüngermenge verringert werden muss, damit der „grüne Teppich“ nicht zu wuchern beginnt.

Ein Unkrautbekämpfungsmittel mit beigefügtem Langzeit-Rasendünger (Rasen-Floranid mit Unkrautvernichter) empfiehlt sich, weil die verstärkte Anfangswirkung des Düngemittels hilft, die von den abgetöteten, breitblätterigen Unkräutern zurückgelassenen Lücken schnellstens wieder aufzufüllen.  Einkeimblättrige Gräser werden von selektiven UV-Mitteln nicht geschädigt so dass der Gärtner mit den ohnehin (aus gesetzlichen Gründen) viel zu hohen Herbizid-Anteilen leicht etwas zu großzügig umgehen kann. Schlimmstenfalls bekommt damit der Rasenmäher etwas mehr zu tun.

Um auf dem Rasenteppich zu bleiben: Moose entfernt man besser nicht mit irgendeinem Moos-Ex, sondern sucht erst nach den Ursachen und beseitigt diese. Moos braucht man danach gar nicht mehr auszurotten. Und wenn das chemische Mittel noch so stark wirkte, es könnte doch niemals verhindern, dass dieselben Stellen wieder und wieder vermoosen.

Als Hauptursache kommen dafür Verdichtungen, Luftmangel, Schatten, kurz fast alles In Frage, was den Rasenwuchs, hemmt auch gegen Pilze ist man heute noch ziemlich machtlos. Wenn sie zu zahlreich sind, sollte man die Erde sehr vorsichtig auswechseln, damit keine anderen Stellen infiziert werden. Zur Vollständigkeit sei noch erwähnt, dass zum Pflanzenschutz neben der Unkrautvertilgung  selbstverständlich auch alle Maßnahmen des Witterungsschutzes – vor Frost und Sonne – gehören und mechanische Verletzungen durch Wildfraß sowie eine Überladung vor der Erntezeit vermieden werden müssen. Sachgemäßer Wundverschluss mit krebshemmenden und holzzerstörenden Mitteln zählt ebenfalls dazu.

Tierische Schädlinge

Die Mischkulturen moderner Gemüsebeete sind vor Massenbefall einzelner Schädlinge nur mit Kurzzeit-Insektiziden gezielt zu schützen um erntereife Nachbarreihen nicht für länger unberührbar zu machen.  Außerdem ist daran zu denken dass Kinder nie so beaufsichtigt sind, dass sie nicht hier und da einmal naschen könnten.  Leichter lassen sich die bodenbewohnenden Gemüseschädlinge bekämpfen.  Sie sind mit entsprechenden Gießmitteln zuverlässig daran zu hindern dass sie bereits in die Jungpflanzen ihre Keime legen.

Eine vorbeugende Behandlung empfiehlt sich ausnahmsweise ebenfalls gegen verschiedene spezielle Gemüsefliegen, deren Maden bei Möhren, Rettichen bis hin zu den Kohlarten (neuerdings sogar, in den Röschen des Rosenkohls) zu finden sind. Sie sind äußerst klein, daher auch in großen Mengen nur schwierig zu erkennen.

Über der Erde schwirren bei allen Kohlarten (Kreuzblütler) im Frühjahr oft Erdflöhe herum, dazu kommen die unvermeidlichen Blattläuse und dann und wann die eine oder andere Schmetterlingsart, von denen am schädlichsten wohl der Kohlweißling ist. Dagegen ist keinesfalls mehr zu tun, als ganz junge Setzlinge vor Totalschaden zu bewahren. Die größeren wachsen kleine Fraßschäden ohne weiteres aus.

Pilzliche Schädlinge

Im Sommer machen sich neben den tierischen mehr und mehr die pflanzlichen oder pilzlichen Schädlinge bemerkbar. Dadurch hervorgerufene Hauptkrankheiten sind Schimmel: weißer, grauer oder je nach Aussehen benannt. Er ist auf Erdbeeren bis zu den Gurken überall zu finden, wo es feucht, kühl, warm oder das Gewebe geschwächt ist (und sei es nur, weil die Blütenblätter vergehen). Auch Fäulen verschiedenster Arten und Fleckenkrankheiten werden beispielsweise durch pilzliche Schädlinge verursacht. Schließlich die schlimmsten, weil ausgebreitetsten Schäden über den ganzen Garten hinweg, bis zu den Rosen und Blumenzwiebeln:  Mehltau in warmtrockenen Jahren, Schorf bei feuchtem Wetter.

Dagegen gibt es wiederum sehr breit wirksame Pilzmittel, die im großen und ganzen sehr viel weniger giftig als Insektizide sind und z. T. weniger lange Wartezeiten erfordern interessant ist hierbei dass ein Rosenspritzmittel fungizider Art gegen den Roten Brenner der Amaryllis ebenso hilft wie gegen Erkrankungen auf dem Gemüsebeet. Trotzdem sollte aber keinesfalls alles wahllos über alles verspritzt werden. Wenn normale Pflegemaßnahmen nicht gefurchtet haben, spritzt man natürlich ein möglichst spezifisches Fungizid, solange und so oft, bis nachwachsendes Blattgrün und Früchte nicht mehr befallen sind.

Um Erkrankungen des Lagerobstes vorbeugend zu verhindern, wird im Spätsommer noch eine letzte Spritzung mit einem organischen Pilzmittel gegen Lagerschorf und andere Infektionen eingesetzt. Ansonsten beschränkt sich der Pflanzenschutz unter fruchttragenden Obstgehölzen darauf, befallenes Fallobst zu sammeln und zuverlässig zu vernichten (nicht auf dem Kompost).  Bei abgeernteten Beerensträuchern versucht man vorzeitigen Blattfall oder Rutensterben zu verhindern.

Dagegen hilft – wie beim Stachelbeermehltau – der in den Knospen überwintert ein radikaler Rückschnitt, in anderen Fällen ein steter Fungizidbelag auf dem Blattwerk, der nach starken Regenfällen jeweils erneuert werden muss.  Auf diese Weise sind auch alle Steinobstarten vor Schrotschuss,  Kräuseln und ähnlichen Unregelmäßigkeiten im Laub zu bewahren Die Blätter vertrugen allerdings die Pilzmittel nicht, solange sie Kupfer und Schwefel enthielten Die neuen organischen Pilzmittel hingegen sind so pflanzenfreundlich, dass bei sommerlicher Anwendung auch in größter Hitze keine Brandschäden zurückbleiben. Eine letzte Pilzspritzung, genauer gesagt so viele, wie das herbstliche Regenwetter zur Zeit des Laubfalls erforderlich macht, wird wieder mit Kupfer angesetzt, und zwar zum Verschluss der unzähligen Blattnarben, die in den ersten Tagen nach starken Herbststürmen für Erreger aller Arten offenstehen. Die Blattfallspritzung, die noch nicht im Garten eingeführt ist, dient zur Vorbeugung und kann niemals und niemandem schaden.

Entseuchung des Bodens

Im selbstbereiteten Kompost, der als Humusdünger so dringend gebraucht wird – mit Ernterückständen und Wurzelresten vermengt – sammeln sich beim Verwesen Keime von und für neue Pflanzenkrankheiten. Eine Entseuchung des Bodens mit Basamid ist daher wichtig. Die Gärtner dämpften früher ihre Komposterde mit verdünnter ‚Jauche und Gießwasser, später begossen sie sie mit allen möglichen Entseuchungsmitteln, die dem Gartenbesitzer nur bedingt empfohlen werden können.

Doch ein Mittel düngt und kalkt zugleich: Kalkstickstoff, in einer Spezialform für den Garten, griffig gekörnt und leicht streubar. Kein Dünger, den man so einfach auf die Beete werfen darf, solange es da kunterbunt wächst. Aber im Herbst kommt seine große Zeit. Dann muss er gut mit dem Erdreich vermischt werden. Bis zum Frühjahr entseucht er den Boden und fördert die Verrottung organischer Stoffe. Für die Humuszufuhr sollten möglichst keine hygienisch bedenklichen Miste, sondern besser der keimfreie Floratorf oder eine der angereicherten Spezialformen verwendet werden, um zugleich die Nährstoff-Vorratskammern wieder aufzufüllen.

Das „Großreinemachen“ im Herbst ist ebenfalls vorbeugender Pflanzenschutz. Wo es erlaubt Ist, entfache man ein reinigendes Feuer. Was nicht völlig einwandfrei ist, muss jetzt raus aus dem Garten. Der überalterte Obstbaum ebenso wie befallsverdächtiges Laub, die zahllosen Schädlingsverstecke oder -nester. Notfalls muss man die Müllabfuhr damit belasten. Und wenn der Garten hinterher allzu aufgeräumt aussieht ist das kein Unglück.  Außerdem ist eine gute Torfdecke besser als vieles hässliche Mulchmaterial, wärmer, dauerhafter als Humusquelle und frei von Krankheitserregern und Schädlingen. Gibt es neben allgemeinen Pflanzenschutzproblemen einmal ein spezielles, sollte man nicht auf eigene Faust daran herumdoktern, sondern sich beim zuständigen Pflanzenschutzamt einen kostenlosen Rat holen.