Erntedank

Plädoyer für mehr Gärten und Grünanlagen!

Die Verstädterung, auch Urbanisierung genannt, ist heute sogar für allgemeine Online-Lexika wie Wikipedia ein Thema. Ein Trend, der rasant an Fahrt gewinnt. So geht die UNO davon aus, dass die Städte wachsen werden und, im Jahr 2050, rund 80 Prozent der Europäer in Städten leben …

So sieht es auch die Bundeszentrale für politische Bildung, die, innerhalb der letzten Jahrzehnte, eine wahre Landflucht ausgemacht (http://www.bpb.de/wissen/6ODQKG,0,Verst%E4dterung.html) hat: „Lebten 1950 nur 28,8 Prozent der Weltbevölkerung in Städten, sind es gegenwärtig schon 50 Prozent!“

Das Wissensmagazin scinexx® geht (http://www.scinexx.de/dossier-24-1.html) in diesem Zusammenhang von eine wahren Magnetwirkung aus, die, vor allem in den Entwicklungsländern, wahre Moloche „gebiert“. Denn nicht wenige dieser modernen Megacities schocken mit einer horrenden Luftverschmutzung, mit Seuchen und einer ausufernden Kriminalität (zumindest in den Armutsvierteln), so dass die scheinbaren Vorzüge (etwa in Form von Infrastruktur und Arbeitsplätzen) rasch relativiert werden.

Betonwüsten“ haben uns Menschen nur wenig zu bieten!

Dabei brauchen wir Menschen, wie der Verband für Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Nordrhein-Westfalen (www.galabau-nrw.de) bekräftigt, nicht nur Wohn- und Arbeitsräume, sondern auch Grünflächen zur Erholung. Denn Grün mache glücklich und sei der notwendige Ausgleich zum stressigen Stadtalltag.

Nicht umsonst werben selbst die offiziellen (Groß) Stadtportale mit ihren Grünanlagen wie dem Englischen Garten in München (http://www.muenchen.de/sehenswuerdigkeiten/orte/120242.html) oder dem Schlosspark Charlottenburg in Berlin (http://www.berlin.de/orte/sehenswuerdigkeiten/schlosspark-charlottenburg/).

Vielerorts mutieren gar die alten Waldfriedhöfe zu grünen Lungen, die von Rentnern und Müttern mit Kinderwagen gerne zum „Frischlufttanken“ genutzt werden … ja, die Sehnsucht nach mehr Grün sei vor allem in den Ballungszentren gewaltig, wissen auch die im Verband für Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau organisierten Betriebe: „Durch die fortschreitende Urbanisierung, die generelle Vernetzung und das erhöhte Tempo im Leben, wird Erholung immer wichtiger!“

Erholung vor der eigenen Haustür?

Dazu muss man nicht zwangsläufig in die Ferne reisen, glaubt Josef Mennigmann, Vizepräsident des VGL NRW und sieht in den Parks und Grünflächen wichtige Rückzugsorte, die unsere Städte lebens- und liebenswert machen. In diesem Zusammenhang verweist der VGL NRW auf verschiedene Studien, denen zu Folge 30 Prozent der Deutschen Grünflächen als mitentscheidenden Faktor bei der Auswahl ihres Wohnorts benennen: „Vor diesem Hintergrund gewinnt die Arbeit der Betriebe des Garten- und Landschaftsbaus stetig an Bedeutung!“

Eine Arbeit, die auch der Gesundheit und dem Klima gut tut. Denn tatsächlich geht auch die Universität Duisburg Essen davon aus (https://www.uni-due.de/angewandte-botanik/angewandte-botanik-Feinstaub.shtml), dass eine zu hohe Partikelkonzentration an Feinstaub und Luftschadstoffen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen einhergeht.

Dabei könnten jedoch, so die Idee der Forscher, Pflanzen in Form von Straßenbegleitgrün zur Luftfilterung benutzt werden. Ja, die Vegetation spiele hier eine wichtige Rolle!

So sehen das auch Mennigmann und der VGL NRW. Auch das Klima und der innerstädtische Temperaturausgleich könnten von mehr Pflanzen und Grünanlagen profitieren: „Deshalb entdecken immer mehr Metropolen wie Singapur Grünflächen als ökologischen Ausgleich zum Betongrau und experimentieren mit vertikalen Grünflächen an Hochhausfassaden oder Superbäumen!“

Privatgarten im Wandel

Doch auch Privatgärten würden sich kontinuierlich weiterentwickeln und heute häufig als Themengarten, etwa im asiatischen Stil, daher kommen: „Bei der Gestaltung des eigenen Gartens zählen in der Tat zunehmend Aspekte wie Ästhetik und Stil“, berichtet Mennigmann.

Heute gehe es um mehr als ein paar Gemüse- und Blumenbeete sowie eine Rasenfläche, auf der die Kinder Ball spielen. Mal sei ein rustikaler Bauerngarten, dann eine Teichanlage oder ein Steingarten gefragt.

Erlaubt ist, was gefällt und der Seele gut tut!

 

Vielerorts fungieren auch die alten Waldfriedhöfe als „grüne Lungen“, die nicht nur von Trauernden frequentiert werden!

Gemüse und Bauerngärten können auch zur Selbstversorgung mit erntefrischem Obst und Gemüse genutzt werden!

Fotos: Peter Hoffmann

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