Schnecken mit Bedacht bekämpfen!

Gerade jetzt, bei regnerischem Wetter, kriechen sie wieder über Waldwege und durch unseren Garten. Rote Weg- und andere Nacktschnecken, die jedem Hobbygärtner ein Graus sind …

Denn da werden ganze Blumenrabatten und stattliche Salatköpfe binnen einer Nacht vernichtet. Ja, die Rote Wegschnecke sei einer der ärgsten Widersacher eines jeden Gärtners, bestätigt auch Adolf Winkler in seinem „Tierschutz im eigenen Garten“:

Treibt da ein Doppelgänger sein Spiel?

Selbst allgemeine Online-Lexika wie Wikipedia befassen sich daher mit dieser Thematik. Wobei hier die Autoren jedoch davon ausgehen, dass die Rote Wegschnecke sukzessiv durch die Spanische Wegschnecke verdrängt wurde.

Damit gehöre Arion rufus, die Rote Wegschnecke, auch Große Rote Wegschnecke genannt, heute selbst zu den bedrohten Arten!

Freilich hält sich das Mitgefühl der Gartenfreunde in Grenzen. Denn denen ist natürlich reichlich gleichgültig, wem genau nun die angenagten Blätter und vernichteten Erdbeeren zu verdanken sind. Schließlich erweisen sich beide Schneckenarten als äußerst gefräßig. So gefräßig, dass Nacktschnecken auch in der Landwirtschaft als gefürchtete Schädlinge verpönt sind.

Schnecke ist nicht gleich Schnecke:

Freilich warnt bereits Winklers praktischer Gartenratgeber davor, Schnecken pauschal zu verunglimpfen. Man müsse hier schon zwischen Gehäuseschnecken, wie der geschützten und seltenen Weinbergschnecke, sowie dem Heer der „Nackten“ unterscheiden … und tatsächlich bestätigt auch der Naturschutzbund NABU, dass nicht jede Schnecke ein Grund zum Schrecken ist und gerade viele Gehäuseschnecken als Abfallverwerter eine wichtige Funktion haben:

„Die geschützte Weinbergschnecke hilft dem Gärtner noch auf andere Weise, denn sie frisst gerne die Eigelege der Nacktschnecken!“

Schnecken – mal Freund, dann Feind:

Tatsächlich sind auch die Wegschnecken prinzipiell Allesfresser und vertilgen, neben pflanzlicher Kost, auch Kot und Aas. Zudem leben die Tiere fast kannibalisch, da auch Insekten- und Schneckeneier oder kranke und strebende Artgenossen angenagt werden.

Dennoch überwiegt hier, bei den Wegschnecken, eindeutig die Schadwirkung, da auch Kürbisse oder Zucchini im Garten und auf dem Acker von dem Heißhunger der Tiere nicht verschont bleiben. Selbst der Naturschutzbund NABU gibt daher Tipps, wie man(n), bzw. Frau, sich als Hobbygärtner zur Wehr setzt. Oft helfe dabei eine Kombination von Maßnahmen, wobei auch Hilfsaktionen für die natürlichen Feinde der Nacktschnecken, wie Igel oder Kröten, zum Erfolg führen.

Auf jeden Fall warnen Experten wie Winkler vor der „chemischen Keule“, da sich Schneckenkorn zum Beispiel in den Nahrungsketten anreichen kann und dann just für den nützlichen Igel zu einer Gefahr wird.

Für „Bello“ fatal!

Zudem kann das Gift bei Haustieren wie Hunden zu einem qualvollen Tod führen. Daher sieht das Tierheim Kronach im Schneckenkorn eine unterschätzte Gefahr. Denn „das im Schneckenkorn enthaltene Metaldehyd ist ein Nervengift, das der Hund über den Kontakt mit dem Schneckenkorn aufnimmt, auch wenn er sich nur die Pfoten leckt!“

Fatalerweise reichen jedoch schon kleinste Dosen, die binnen kurzem im Hundekörper zu einem tödlichen Problem werden. Dabei würden gerade Hunde – ganz im Gegensatz zu Katzen -, den süßen Geschmack von Schneckenkorn mögen, sieht das Tierheim hier eine immense Gefahr.

Ein Dilemma, das sich manche Tier- und Hundehasser ganz gezielt zu Nutzen machen. Schließlich hat nach Auskunft von Süddeutsche.de ein Unbekannter 2013 in Germering und im Würmtal wochenlang Vierbeiner mit Fleischködern samt Schneckenkorn vergiftet … es gibt also gute Gründe, das Gift aus unseren Gärten zu verbannen. Und stattdessen, wie es Winkler und der NABU empfehlen, auf natürliche Mittel wie Fallen, Feinde wie die Indische Laufente oder die gute alte Handarbeit (ja, auch Absammeln hilft!) zu setzten.

Schnecken mit Trockenheit vergrämen:

Winkler weist zudem darauf hin, dass feuchtes Mulchmaterial für Schnecken als Versteck nahezu ideal ist. Tatsächlich mögen Schnecken eine feuchte Umgebung, während Trockenheit ihr ärgster Feind ist.

Daher können auch Streifen aus Sägemehl, die um besonders gefährdete Pflanzenrabatten ausgestreut werden, das Schneckenaufkommen und die Fraßschäden reduzieren!

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