Eibe Eibensamen

Schön, aber gefährlich: Viele Zier- und Wildpflanzen sind tödlich giftig!

Gerade jetzt, wenn es draußen grünt und blüht, ist die Versuchung groß. Denn gerade Kleinkinder erkunden ihre Umwelt auch dadurch, dass sie Dinge nicht nur anfassen, sondern auch in den Mund stecken …

Das jedoch kann fatal sein:

Keine Giftpflanzen im heimischen Garten!

Schließlich sind viele beliebte Zier- und Zimmerpflanzen äußerst giftig. Beim Goldregen etwa können Vergiftungsfälle bereits dann auftreten, wenn Kinder auf den Zweigen oder Wurzelteilen herumkauen.
Das gilt übrigens auch für unsere Hunde und andere Haustiere; wir müssen also darauf achten, was „Bello“ im Maul trägt.

Symptome erkennen:

Leider kommt es immer wieder zu dramatischen Vergiftungen, da auch in vielen Parks und öffentlichen Grünanlagen, sogar in Schwimmbädern, Giftpflanzen kultiviert werden. Das gilt für den bereits erwähnten Goldregen; ebenso ist der wintergrüne Liguster früher häufig in Rabatten und zur Abgrenzung von Grünanlagen gepflanzt worden:

Ob im heimischen Garten oder im städtischen Park, beim Spielen in der freien Natur können Kinder schnell mit giftigen Pflanzen in Berührung kommen“, mahnt daher die Barmer GEK. Eltern sollten also die Augen offen halten und mit den Symptomen einer Vergiftung vertraut sein.

Schließlich gilt es im Fall der Fälle, zügig und richtig zu reagieren: „Zeigt ein Kind Symptome wie Übelkeit, Schwindel und Kreislaufprobleme, sollten Eltern dringend einen Arzt aufsuchen“, rät Dr. Utta Petzold, Medizinerin bei der Barmer GEK.

Vorbeugen ist besser als kurieren!

Laut Auskunft der Kasse sollten Eltern von Kleinindern zumindest im heimischen Garten auf giftige Gewächse komplett verzichten. Schließlich stellen Eibe und Goldregen eine tödliche Gefahr dar.
Auch Maiglöckchen sind äußerst giftig. Dabei kann selbst in der Blumenvase ein Teil des Giftes vom Wasser herausgelöst werden; Haustiere und Kinder, die davon trinken, können so in Not kommen!

Kontaktgifte:

Doch nicht nur das Essen von Blättern, Blüten oder Beeren kann Vergiftungen auslösen: „Manch unscheinbare Pflanze enthält Wirkstoffe, die in Verbindung mit Sonnenlicht phototoxische Reaktionen hervorrufen, so dass selbst bloßes Berühren zu schwerwiegenden Hautentzündungen führt“, weiß Petzold.
Eltern sollten ihren Nachwuchs daher im Blick haben und auch selbst mit gutem Beispiel vorangehen. Denn auch als Erwachsener kaut man(n), bzw. Frau, nicht auf Grashalmen.

Ist es doch einmal passiert, gilt es schnell und überlegt zu handeln: Ist das Kind bewusstlos, muss sofort der Notarzt gerufen werden!

Bis dieser eintrifft, sollte das Vergiftungsopfer in die stabile Seitenlage gebracht werden. Vermeintliche Hausmittel, wie Milch oder Salzwasser zu trinken, sind nach Einschätzung der Barmer GEK unangebracht und kontraproduktiv. Denn „bei Milch gelangt das Gift über den Magen schneller in den Blutkreislauf, und zu viel Salz kann den kindlichen Elektrolythaushalt durcheinanderbringen!“

Wasser, Tee oder Saft in kleinen Schlucken getrunken, könne dagegen helfen, die giftige Substanz zu verdünnen: „Zudem sollten Eltern die Haut der Kinder im Auge behalten, da Hautreizungen durch Pflanzen oft erst Stunden später entstehen und sehr ausgeprägt sein können.“

Auch bei Quaddeln und Pusteln, wie sie die Giftprimel, aber auch der Wiesen-Bärenklau hervorrufen, sollte im Zweifel ein Arzt konsultiert werden.

Wichtig ist es, laut Petzold, den Experten beim Giftnotruf genau zu schildern, was das Kind gegessen oder berührt hat, welche Symptome es zeigt und wie lange es schon Beschwerden hat.

Auch das Gewicht ist für die Experten und deren Einschätzung äußerst wichtig, sollte also, wie die Nummer der nächsten Giftnotrufzentrale, bekannt sein: „Die kann man beim Kinderarzt erfragen und dann gut sichtbar, etwa am Kühlschrank, platzieren!“

Gefährliche Chemie:

Doch es gibt im Haushalt noch andere Gefahren, die häufig unterschätzt werden. So weist die DKV Deutsche Krankenversicherung AG in Köln darauf hin, dass auch bunte Tabletten, Zigaretten oder bunte Spülmittelflaschen für Kleinkinder durchaus interessant sind. Dinge, die nicht in die sprichwörtlichen Kinderhände gehören, müssen daher sicher und unerreichbar verwahrt werden.

Maiglöckchen sind äußerst giftig und haben bereits zu Todesfällen geführt.

Die Eibe lieferte unseren Vorfahren ein beliebtes Mord- und Selbstmordgift; selbst Holzstaub, der beim Sägen von Eibenholz entsteht, kann Übelkeit hervorrufen!

Auch Rosskastanien sind giftig – und Fälle mit tödlichem Ausgang bekannt!

Fotos: Peter Hoffmann

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