Katze sonnt sich

Sind Tierversuche noch zeitgemäß?

Was passiert da im Labor“, fragt sich nicht nur die Zeit. Denn naturgemäß müssen Tierversuche polarisieren, zumindest, seit die Undercover-Filmaufnahmen vom Leid(en) der Rhesus- und Javaneraffen im Max-Planck-Institut (MPI) in Tübingen publiziert wurden …

Die Zahl der Versuchstiere bleibt weiter zu hoch: In Deutschland wurden 2013 über 2,9 Millionen Tiere in Versuchen gequält und getötet“, erklärt in diesem Zusammenhang die Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“ und auch die „Aktion Tier“ in Berlin moniert, dass Tübingen überall ist:

Muss das denn wirklich sein?

Dabei geht der Verein „Ärzte gegen Tierversuche“ davon aus, dass Tierversuche gar nicht dazu geeignet sind, die Wirkung und Gefährlichkeit von Stoffen für den Menschen zu beurteilen: „Mittlerweile erkennen immer mehr Wissenschaftler, Politiker und Bürger, dass Tierversuche nicht halten, was sie versprechen, dass die Ergebnisse nicht ohne weiteres auf den Menschen übertragen werden können!“

Hier stufen die Experten Tierversuche daher auch bezüglich ihres wissenschaftlichen Standings durchaus kritisch ein und befürchten, dass viele in Tierversuchen als sicher eingestufte Medikamente für Menschen nachträglich zu einer Gefahr werden: „Umgekehrt weiß niemand, wie viele sinnvolle Medikamente nie auf den Markt gelangen, weil sie aufgrund von irreführenden Tierversuchen vorzeitig aussortiert werden!“

Wann reagieren die Unternehmen?

Dennoch bleiben die Zahlen, die nun das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft publiziert hat, erschreckend. Denn denen zufolge hat sich die Zahl der geopferten Tiere gegenüber dem Vorjahr kaum verringert: „Über 2,9 Millionen Tiere wurden demnach 2013 allein in Deutschland in Tierversuchen gequält und getötet“, gruselt sich „Vier Pfoten“ und weiß, das dies zwar 2,9 Prozent weniger als in 2012, jedoch über 80.000 Tiere mehr als 2011 waren.

Die Tierschützer appellieren daher vehement an die Bundesregierung, sich endlich mehr für die Förderung alternativer Testmethoden einzusetzen. Denn eine Trendwende, wie sie vom Bundesagrarminister propagiert wird, wollen die Tierschützer mitnichten bestätigen.

Die Bundesregierung müsse also endlich aktiv werden und ihren Worten Taten folgen lassen: „Als führender Standort für Innovation und Forschung in Europa braucht Deutschland dringend ein umfassendes Förderprogramm für Alternativmethoden!“

Auch das Bündnis „Ärzte gegen Tierversuche“ geht davon aus, dass das Ende von Tierversuchen keinesfalls einem Ausstieg aus der medizinischen Forschung gleichkommt. Denn technisch ausgefeilte Computermodelle könnten heute ausreichende Informationen über Struktur, Wirkung und Giftigkeit von Substanzen, wie neuen Arzneimittel oder Chemikalien, liefern.

Wenn dem so ist, fragen sich also nicht nur die Tierfreunde und Tierhalter unter uns Laien, warum überhaupt noch Tierversuche gemacht werden!?

Alle 3 Sekunden stirbt in einem europäischen Versuchslabor ein Tier, beklagt PETA2.de, eine Jugendkampagne der Tierrechtsorganisation PETA-Deutschland und setzt sich damit auch für die über 400.000 Ratten und rund 166.000 Fische ein, die 2012 in Laboren den Tod fanden. Auch 863 Katzen wurden in diesem Zeitraum im Namen der Wissenschaft gequält, kritisieren die Tierschützer

Foto: Peter Hoffmann

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