Steht die Art, wie wir uns kleiden, vor einem Wandel?

Unlängst ging es im Bayerischen Fernsehen um Billigkleidung und Chemikalienrückstände in unseren Textilien, um Stoffe und Machenschaften, die unserer Umwelt und unserer Gesundheit bestimmt nicht gut tun …

Ein Thema, das auch die renommierte „Welt“ schon einmal bewegt hat. Hier ist dann gar von Gift-Cocktails die Rede, die sich in unsere Kleidung verirrt haben. Von Gefahren und von chemischen Rückständen, die viele Käufer schlichtweg ausblenden:

Sind die Käufer und deren Preisbewusstsein schuld?

Auch Greenpeace befasst sich daher mit dieser Thematik und hat unter dem Motto „Entgiftet unsere Kleider“ eine Kampagne für einen achtsameren Umgang mit der Natur und unserer Gesundheit initiiert. Ja, es sei an der Zeit, zu entgiften, da allein in China, wie die Umweltschützer beklagen, über 300 Millionen (!) Menschen vom Zugang zu sauberem Trinkwasser ausgegrenzt sind.

Ein Dilemma, an dem auch die Textilindustrie und deutsche Verbraucher ihren Anteil tragen. Denn das Gros unserer Kleidung wird billig in Asien, in Ländern wie China oder Bangladesch, produziert und geschneidert. Und das unter Bedingungen, die in Deutschland tabu wären. Unter anderem gelangt hier, wie Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller gegenüber „Unkraut“ erklärte, das Färbemittel ungeklärt in die Flüsse und färbt die Fluten rot oder blau – ganz in Abhängigkeit davon, welche Stoffe und welche Farbe aktuell produziert wird.

Warum Second-Hand womöglich eine Alternative darstellt?

Ja, hier in Asien vergifte die Textilindustrie die Flüsse, moniert daher auch Greenpeace. Doch auch die Arbeiter und Arbeiterinnen leiden, da von den Subunternehmern vor Ort oftmals nur Hungerlöhne gezahlt und Sicherheitsstandards schlichtweg ignoriert werden.

Bundesminister Müller hat daher schon mehrfach, unter anderem am Jahrestag des Einsturzes der Fabrikgebäude in Bangladesch, zu mehr Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit in der Textilwirtschaft aufgerufen. Zumal bis heute noch nicht alle Entschädigungen gezahlt wurden.

Dabei waren hier, beim bis dato schwersten Unglück in der Textilindustrie, dem Einsturz der Gebäude von Rana Plaza, über 1.100 Menschen getötet und rund 2.000 Opfer teilweise schwer verletzt worden!

Doch was kann getan werden, wenn die Hersteller selbst nicht handeln? Von „Unkraut“ ist hier – unter anderem -, der Second-Hand-Sektor ins Spiel gebracht worden. Eine Art der Kleidungsbeschaffung, die gleichermaßen ökologisch und gesund ist. Zumal dann, wenn die Gebrauchtkleidung auch noch regional an den Mann bzw. die Frau gebracht wird:

Denn dann entfallen, neben den Material- und Energiekosten für die Produktion, auch noch lange Transportwege und können wichtige Ressourcen eingespart und unsere Umwelt geschont werden.

Zudem haben sich hier, in den schon mehrfach gewaschenen Stoffen, bereits Chemikalienrückstände und mögliche Allergene verflüchtigt … auch Greenpeace glaubt daher, dass Recyceln angesagt ist und vermeintlicher Müll bald ganz groß in Mode kommt. Daher stellen die Umweltschützer verschiedene hippe Labels vor, die Schuhe aus Lederresten oder tolle Hemden aus den Stoffballenresten der großen Hersteller zaubern.

Denn natürlich muss auch Öko-Mode gut aussehen und toll zu tragen sein, wenn sie die Käufer begeistern und zum Umdenken animieren will!

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