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Strompreise: Allein der verstärkte Wettbewerb kann Kunden nicht entlasten!

Die Strompreise sind ein Thema, das sich längst auch Politiker und Wohlfahrtsverbände zu eigen gemacht haben. Ein Thema, das ganz neue Wortschöpfungen wie die der „Energiearmut“ kreiert hat …

Denn immer mehr Menschen können heute ihre Stromrechnungen nicht mehr bezahlen.

Energiearmut auch in Deutschland ein Thema:

Damit erleben wir nun auch vor unserer eigenen Haustür ein Phänomen, das aus anderen Ländern wie Großbritannien schon länger bekannt ist. Tatsächlich werden nämlich auch in Deutschland Jahr für Jahr rund 300.000 (!) Haushalten die Zähler gekappt, sitzen Menschen ohne Kühlschränke und Informationsgeräte im Dunkeln.

Die Caritas sieht daher in der Vermeidung einer fortschreitenden Energiearmut längst eine der vordringlichen sozialen Aufgaben und mobilisiert so genannte Stromsparhelfer – oft selbst ehemalige Langzeitarbeitslose -, die nun sozial schwache Haushalte beraten. Ein Vorgehen, das offenbar Wirkung zeigt, denn nach einer derartigen Beratung könnten viele Haushalte rund 160 Euro an Energie- und Wasserkosten pro Jahr einsparen!

Mehr Wettbewerb, aber keine sinkenden Preise:

Der verstärkte Wettbewerb der Anbieter muss dagegen seine durchschlagende, sprich: dämpfende, Wirkung auf die Strompreise noch unter Beweis stellen. Zwar registriert das Vergleichsportal Verivox für das erste Halbjahr 2014 einen regen Wettbewerb und geht davon aus, dass Verbraucher an ihrem Wohnort derzeit unter bis zu 150 Anbietern die Qual der Wahl haben. Dennoch sind die Strompreise nicht etwa gefallen, sondern ganz im Gegenteil gestiegen: Denn rund 500 Grundversorger hätten zwischen Januar und Juni die Preise um durchschnittlich mehr als 3 Prozent erhöht!

Wie lassen sich die Stromkosten senken?

Sparen tut also not. Ein Prozess, der Verivox zu Folge bereits beim Anbieter und Tarif beginnt. Denn noch immer ermöglicht die unterschiedliche Preispolitik der Anbieter Sparpotentiale von 300 bis 400 Euro pro Jahr. Vor allem in Schwäbisch Gmünd sehen die Experten ein gewaltiges Sparpotential, wenn statt des örtlichen Grundversorgungstarifs der günstigste verfügbare Anbieter gewählt würde. Doch auch in Pforzheim (mit 408 Euro Ersparnis), Fürth (403 Euro), Grevenbroich (384 Euro) und Mainz (379 Euro) errechnet Verivox gute Chancen für alle Sparfüchse!

Richtig wechseln:

Auch der Verbraucherzentralen Bundesverband rät  daher zum Vergleichen und, ggf., zu einem Wechsel. Allerdings sollten Kunden dabei Vorauszahlungen und Strompakete, also den Einkauf einer vorab vereinbarten Strommenge, vermeiden. Schließlich könnte so, bei einer Pleite des Anbieters, im schlimmsten Fall die hinterlegte Summe futsch sein …

ein Dilemma, das Kunden in der Vergangenheit leider mehrmals erleben mussten. Freilich sind auch dann, oder bei einem Wechsel, keine Versorgungslücken zu fürchten, bestätigen die Verbraucherzentralen. Denn selbst wenn sich der neue Anbieter vom Markt zurückzieht oder in Konkurs fällt, ist eine Ersatzversorgung (zum Grundpreis des regionalen Anbieters) jederzeit gewährleistet!

Was Stromkunden sonst noch tun können?

Natürlich lassen sich aber auch mit neuen und energieeffizienten Geräten deutliche Einsparungen erzielen. Neue Kühlschränke etwa verbrauchen bis zu 75 Prozent (!) weniger als ihre Vorgängermodelle im Alter von 5 oder gar 10 Jahren. Doch auch bei Wasch- oder Spülmaschinen sieht die Deutsche Energie-Agentur ein Sparpotential von gut 30 Prozent.

Leider sind gerade für sozial schwächer gestellte Familien neue, moderne und energiesparende Geräte oftmals unerschwinglich. Freilich lässt sich auch mit Bestandsgeräten jede Menge Energie einsparen – etwa dadurch, dass der Kühlschrank oder die Gefriertruhe weder neben Heizung noch Spülmaschine, sondern stattdessen in einer kühlen Kammer platziert wird!

Energiekosten und Energiesparen sind heute wichtige Themen, die auch Politik und Wohlfahrtsverbände bewegen!

Foto: Hoffmann

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