Tomaten (Lycopersico esculentum)

Tomaten

Ursprünglich kommen die Tomaten aus Südamerika und zwar aus den Anden.

Die erste Tomate wurde 1498 von Columbus nach Europa gebracht.

Im 16. Jahrhundert kultivierten die Italiener die Tomatenpflanzen. Von dort kamen die Tomaten immer weiter in Richtung Nordeuropa. In Deutschland wurde dann 1890 mit dem erwerbsmäßigen Anbau von Tomaten begonnen.

Heute kann man sagen, dass die Tomate im Verzehr von Gemüse an erster Stelle liegt. Die meisten Tomaten werden nach Deutschland importiert.

Aussaat

Das Vorziehen der Pflanzen sollte in der zweiten Märzhälfte in Töpfen bei Zimmertemperatur erfolgen. In den ersten zwei Wochen sind noch genügend Nährstoffe im Substrat enthalten. Danach sollte man die Sämlinge leicht düngen. Dazu eignet sich ein stark verdünnter Flüssigdünger auf Melasse-oder Tresterbasis.

Benutzt man ungebeiztes Saatgut, dann sollte der Samen vor der Aussaat  vorbehandelt werden. Dazu nimmt man einen Kaltwasserauszug von Knoblauch.

Der Auszug wird wie folgt hergestellt:

100 g klein geschnittener Knoblauch auf 1 Liter Wasser. Dabei ist zu beachten, dass der Knoblauch im Wasser nicht länger als 1 Stunde ziehen soll.

Der Samen wird dann in ein Gazesäckchen gegeben und dann 15 Minuten in diesen Aufguss gehangen. Danach den Samen auf Zeitungspapier trocknen lassen, aber direkte Sonneneinwirkung vermeiden.

Am nächsten Tag sollte der Samen dann ausgesät werden.

Mit der Behandlung von diesem Auszug verbessert sich die Keimfähigkeit und es wird Pilzkrankheiten (z.B. Krautfäule) vorgebeugt.

Erscheinen die ersten richtigen Blätter (nicht die Keimblätter) werden die Pflänzchen mit einem Abstand von 3-5 cm pikiert.

Die pikierten Jungpflanzen sollten rechtzeitig abgehärtet werden, im Frühbeet oder unter Folienschutz . Ins Gewächshaus können sie ab April gesetzt werden-

Tomatenpflänzchen müssen kräftig und gedrungen wachsen.

Das Auspflanzen ins Freiland sollte erst ab der 2. Maiwoche erfolgen, da Tomaten keinen Frost vertragen.

Standort

Tomaten  benötigen einen nährstoffreichen Humusboden und viel Feuchtigkeit. So sollte man im Herbst in den Boden Mist oder Frischkompost einarbeiten. Sehr gut ist auch, wenn der Boden durch Gründüngung vorbereitet wird.

Gesund bleiben Tomaten,  wenn der Boden mit ihren eigenen Abfällen gedüngt wird. Allerdings ist dabei die Voraussetzung, dass die alten Pflanzen und Blättern gesund waren. Kranke Pflanzen gehören natürlich in den Hausmüll. An den Abfällen haften meistens noch Pilzsporen, die dann zu einer erneuten Erkrankung der Pflanzen fürhren können.

Brennnesselblätter sind auch für Tomaten gut, da sie den Boden vor dem Austrocknen bewahren.

Tomaten benötigen den wärmsten Standort im Garten.  Der beste Platz wäre vor Südwänden, wo die Sonnenwärme zurückgestrahlt wird. Tomaten benötigen viel Sonne und Schutz vor Regen.

Die Pflanzen sollten tief und möglichst schräg gesetzt werden. So können sich vom Stängel aus noch neue Wurzeln entwickeln. Falls die Keimblätter noch vorhanden sind, sollten diese entfernt werden. Die Tomatenpflanze wird dann bis 5 cm unter die ersten echten Blätter eingepflanzt. Sollte der untere Teil zu lang sein, dann kann man ihn zur Seite biegen und seitlich einpflanzen. An diesen langen unterirdischen Stängel bilden sich Wurzeln und die Pflanze wächst kräftig.

Sind die Pflanzen sehr lang, dann kann man alle Blätter bis auf das obere Blattpaar entfernen und setzt sie bis 10 cm unter diesem Blattpaar ein.

Gepflanzt wird mit einem Pflanzenabstand von 50-60 cm.

Pflege

Fast alle Sorten benötigen einen Rankstab. Der Mitteltrieb der Pflanze wird an diesen Stab aufgeleitet.

Wichtig ist auch, dass die Pflanzen regelmäßig ausgegeizt wird. Das sollte mindestens einmal die Woche erfolgen. Durch das Entfernen der Seitentriebe in den Blattachseln wird die Blütenbildung und auch der Fruchtansatz verbessert.

Tomaten müssen reglmäßig gegossen werden. An heißen Sommertagen ist ein Gießen jeden Tag erforderlich. Wird unregelmäßig gegossen, dann platzen die Früchte leicht auf.

Man sollte großflächig gießen, damit auch die flachen Wurzeln Nährstoffe aufnehmen können.  Morgens ist die günstigste Zeit zum Gießen, da die Pflanzen dann gut abtrocknen können, falls einmal Wasser auf die Blätter gekommen ist.

Wichtig für den Ertrag und Aroma ist eine regelmäßige Düngung, einmal die Woche.

Sehr gut sind kalireiche Beinwellblätter und die klein geschnittenen Geiztriebe als Bodendecker rund um die Pflanze. Werden Tomaten regelmäßig mit Beinwelljauche gedüngt, gedeihen sie prächtig.

Alle Blätter in Bodenhöhe sollten bis zu einer Höhe von 30 cm entfernt werden. Haben sich vier bis fünf Rispen mit Blüten gebildet, sollte der Haupttrieb der Pflanze ausgekniffen werden. Es reifen meistens in unseren Sommern nicht mehr Früchte nach. Die Pflanze kann somit ihre Kraft auf die bestehenden Fruchtstände konzentrieren. Das gilt aber nicht für Buschtomaten oder Wildtomatensorten.

Sollten die Pflanzen nicht im Freien stehen, müssen sie ab und zu leicht gerüttelt werden, da Tomaten Selbstbestäuber sind.

Erntezeit

Mitte Juli bis Mitte Oktober

Krankheiten

Früchte können platzen, wenn sie nicht regelmäßig gegossen werden.

Krautfäule ist eine große Gefahr für die Tomatenernte. Um dies vorzubeugen, ist das Spritzen mit einem Schachtelhalmabsud empfehlenswert. Auch die Beigabe von Schachtelhalmjauche zum Gießwasser ist angebracht.

Der Knoblauchabsud wird hergestellt aus einer Handvoll Knoblauchzehen und das mit einem 1 Liter kochendem Wasser aufgießen. Das ganze 1 Stunde stehen lassen und dann abseihen. Die schon befallenen Blätter sofort entfernen und entsorgen, aber nicht auf den Kompost.

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