Staffordshire Terrier Kopfstudie

Urlaub mit dem Hund: Leichte Entspannung in Dänemark in Sicht!

Natürlich gibt es keine Hunderasse, die per se gefährlich und unerziehbar ist …

Dennoch gibt es, und das hierzulande wie auch bei unseren europäischen Nachbarn, so genannte Listenhunde und Kampfhund-Gesetze, Begriffe und Regelungen, durch die bestimmte Rassen wie auch deren Halter pauschal kriminalisiert werden:

Werden manche Hunde schon bissig geboren?

Ein „Schubladendenken“, das viele Experten für fatal halten. Tatsächlich nämlich stellt sich die Frage, ob so, mit einer Brandmarkung von Stafford & Co., mehr Sicherheit auf unseren Straßen einkehrt.

Schließlich werden viele Beißattacken von ganz „normalen“ Hunden verübt, oftmals auch von Mischlungen oder Schäferhunden, die andernorts bei Behörden als Diensthund genutzt werden.

Ein deutlicher Hinweis darauf, dass das Problem „am anderen Ende der Leine“ liegt und keine Rasse von sich aus böse und unkontrollierbar daher kommt!

Dennoch werden gesetzliche Einschränkungen für bestimmte Rassen, die von den Verwaltungen oftmals höchst willkürlich ausgewählt wurden (denn auch in der Bundesrepublik Deutschland gibt es ja keine einheitliche Regelung!), so schnell wohl nicht abreißen … und so bleibt auch in Dänemark das seit dem 1. Juli 2010 geltende Verbot von Zucht, Haltung und Einfuhr als gefährlich geltender Hunderassen (siehe unten) weiterhin bestehen. Eine Entscheidung, die von TASSO e. V., VIER PFOTEN und dem VDH ausdrücklich abgelehnt wird. Denn „kein Hund ist von Geburt an bissig oder gar lebensbedrohlich, sondern wird durch das menschliche Verhalten dazu gemacht“, warnt Birgitt Thiesmann von der Tierschutzorganisation VIER PFOTEN vor einer trügerischen Sicherheit.

Umstrittener Paragraf gekippt!

Tatsächlich werden in Dänemark die Rassen Pitbull Terrier, Tosa Inu, Amerikanischer Staffordshire Terrier, Fila Brasileiro, Dogo Argentino, aber auch die Amerikanische Bulldogge, dazu der Boerboel, der Kangal, der Zentralasiatische und Kaukasischer Ovtcharka sowie der Südrussische Ovtcharka und Tornjak und Sarplaninac weiter vorschnell verurteilt.

An anderer Stelle haben der öffentliche Druck und die jahrelangen Proteste dagegen Wirkung gezeigt und sind, nach Auskunft von TASSO e. V., zum 1. Juli Änderungen in Kraft getreten. So dürfen seit diesem Zeitpunkt Grundbesitzer keine Hunde mehr abschießen, die auf ihrem Eigentum herumstreunen. Freilich können Halter, deren Hunde zum wiederholten Mal auf fremden Grundstücken frei umher laufen, mit einem Bußgeld von bis zu 270 Euro belangt werden.

Eine durchaus korrekte Entscheidung, glauben die Tierschützer: „Wir begrüßen es außerordentlich, dass mit dieser Regelung das antiquierte Feld- und Weggesetz von 1872 nun endlich überholt ist“, erklärt dazu Mike Ruckelshaus, tierschutzpolitischer Sprecher von TASSO: „Wir fragen uns allerdings, ob diese Regelung auch für streunende Katzen gilt, denn dazu wird in den Verlautbarungen des dänischen Landwirtschaftsministeriums nichts erwähnt“, so der Experte weiter.

Eine weitere Gesetzesänderung betrifft den sogenannten Bissverletzungsparagraphen. Denn bislang durfte ausschließlich die dänische Polizei darüber entscheiden, ob ein Hund nach einem Beißvorfall eingeschläfert wird oder nicht. Was die Frage aufwirft, welcher Polizist wirklich über das nötige Fachwissen verfügt, wenn es um eine derart weitreichende Entscheidung geht!?

Künftig ist dies zum Glück ein wenig anders und haben Hundebesitzer das Recht, dazu die Einschätzung eines Hundesachverständigen einzufordern. Was gut klingt, hat jedoch Tücken, denn leider sei in der neuen Gesetzgebung nicht eindeutig definiert, welche Ausbildung diese Person haben muss, gibt Udo Kopernik, Pressesprecher des VDH, zu bedenken. Deshalb bleibe erst einmal abzuwarten, ob diese Änderung tatsächlich eine Verbesserung für die Hundesicherheit in Dänemark darstellt.

Die oben genannten Interessenverbände raten daher von einem Urlaub mit dem Hund in Dänemark weiterhin unisono ab!

In Dänemark zeigt man sich mit Hunden und Rassen, die als gefährlich gelten, nach wie vor wenig gnädig!

Foto: Peter Hoffman

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