Pudel Welpen auf der Wiese

Von Hundemarotten und Tierarztbesuchen

Was Mäxchen nicht kann, lernt Max nur noch schwer … was für Menschen gilt, hat auch für junge Hunde seine Richtigkeit.

Das bedeutet, dass wir dem Welpen bereits von klein auf beibringen, dass er mitunter auch mal festgehalten wird und dass ihm mal jemand ins Maul schaut.

Tatsächlich sind heute so genannte Welpen-Wesenstests ja groß in Mode, bei denen der auserkorene Liebling dann auch mal auf den Arm genommen und schließlich sogar auf seinen Rücken gedreht wird:

Können bestimmte Charaktereigenschaften bereits in den ersten Lebenswochen erahnt werden?

Daran, wie willig der Welpe hier mitspielt, ob er zu maunzen und sich frei zu strampeln beginnt oder aber, ganz im Gegenteil, sich in sein Schicksal fügt und mucksmäuschenstill hält, sollen dann Rückschlüsse auf den späteren Charakter des Hundes erfolgen. Eine Methode, auf die manche Experten schwören, während andere hier eine wenig aussagefähige „Kaffeesatzdeuterei“ sehen.

Ohne Frage jedoch ist es so, dass jener Welpe, der als erster auf uns zustürmt, vermutlich der Rabauke des Wurfs ist und uns später mal, als pubertierender Junghund, den ein oder anderen Nerv kostet. Wollen wir uns also wirklich dieser Herausforderung stellen oder sind wir letztendlich vielleicht doch besser mit jenem Welpen bedient, der uns nur schüchtern und nach gutem Zureden die Hand schleckt?

Denn tatsächlich kann der Grat zwischen Übermut und Zurückhaltung mitunter schmal sein und auch ein allzu schreckhafter Hund im Alltag zu einem Problem werden … wir sollten uns also schon im Vorfeld überlegen, was wir von unserem zukünftigen Partner erwarten und mit welchen Eigenschaften und Marotten wir besser und gelassener klar kommen!

Welpen bereits früh auf den Besuch beim Tierarzt einstimmen:

Wie unterschiedlich die Wesensmerkmale unserer Hunde sind, erleben wir dann stets aufs Neue, wenn wir in unserer Tierklinik einen Termin haben. Denn da gibt es jene Hunde, die bereits auf der Fahrt zum Tierarzt zu einem bedauernswerten Häufchen Elend mutieren (selbst wenn das „Häufchen“ 50 Kilogramm Lebensgewicht hat und zu den so genannten Listenhunden gezählt wird!), während wiederum andere noch am Empfang Männchen machen oder aber, kaum im Wartezimmer, zeigen wollen wer hier das Sagen hat und der Herr im Raum ist:

„Vielen Tierhalten wird schon bei dem Gedanken an den nächsten Tierarztbesuch Angst und Bange“, glaubt daher auch die Tierschutzorganisation TASSO. Tatsächlich müsse man, wie die für TASSO tätige Tierärztin Dr. Anette Fach klarstellt (http://www.tasso.net/Service/Presse/Pressemeldungen), hier manche Hunde einbremsen und wieder anderen tierischen Begleitern Mut machen: „Am wichtigsten ist, dass der Tierhalter selbst ruhig bleibt und so tut, als sei die Situation möglichst normal.

Denn negative Stimmungen und die eigene Unruhe übertragen sich vom Menschen direkt auf das Tier“, weiß die Expertin.
Fach empfiehlt daher allen Haltern und Hunden eine regelrechtes „Tierarzttraining“, bei dem Herrchen und Frauchen bereits zu Hause den Onkel Doc geben. Tatsächlich sollten, Fach zu Folge, schon beim Welpen einfache Handgriffe wie die Ohrenkontrolle oder der Blick ins Maul geübt werden, damit die für den Hund später ganz normal sind.

Auch das Abtasten von Extremitäten und Bauch könnte bereits zu Hause geübt werden, damit später, wenn es ernst wird, nicht bereits die Routineuntersuchung in einen Nervenkrieg ausartet!

Damit der Tierarzt zum guten Bekannten und Freund wird:

Wenn möglich und wenn das Personal damit einverstanden ist, kann die Klinik oder Praxis auch schon mal im Vorfeld besucht werden. Denn gerade dann, wenn keine Untersuchung ansteht, kann der Vierbeiner die Räumlichkeiten völlig unvoreingenommen erkunden und sich, animiert von Leckerlis und / oder Streicheleinheiten, mit all den ungewohnten Gerüchen und den seltsamen Geräten vertraut machen.
Tatsächlich sollte man, wie Anette Fach erklärt, „Bello“ nach Absprache mit dem behandelnden Tierarzt auch mal auf dem Behandlungstisch „probesitzen“ lassen:

„Da Hunde als Rudeltiere schnell die ihnen vermittelte Stimmung des Rudelchefs übernehmen, ist ein besonnenes Verhalten des Halters gerade in Ausnahmesituationen und beim Tierarzt besonders wichtig“, bekräftigt TASSO noch einmal abschließend.

Will meinen: Beginnt bereits der Halter in Erwartung einer Angst- oder Beißattacke seines Vierbeiners zu schwitzen, steigen die „Chancen“, dass dieses Worst Case-Szenario auch wirklich eintritt, beträchtlich!

Foto: Peter Hoffmann

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