Jael mit Sammy 9

Von menschlichen und tierischen Patienten

Deutschland schnieft und niest. Da stellen sich viele Tierhalter die Frage, welche Gefahren für Hund und Katze mit einem Haushalt voller erkrankter Menschen verknüpft sind!?

Tatsächlich führt das nasskalte Wetter nun vermehrt zu Infekten, die nicht mit einer „echten“ Grippe zu verwechseln und daher meist auch rasch wieder auskuriert sind.

Die Influenza oder Virusgrippe kann dagegen für uns Menschen durchaus zu einer Gefahr werden.

Ist es eine echte Virusgrippe oder „nur“ ein Infekt?

Der Focus warnt daher vor der alljährlichen Grippewelle und sieht vor allem für ältere Menschen, aber auch Schwangere oder Personen mit Diabetes ein Problem. Denn gerade dann können die Krankheitsverläufe, die oft „überfallartig“, nach wenigen Stunden Inkubationszeit auftreten, besonders heftig sein.

Typisch sind eine extreme Abgeschlagenheit, massive Kopf- und Gliederschmerzen sowie hohes Fieber um die 40 Grad Celsius, das oftmals mit Schüttelfrost verknüpft ist.

Auch Übelkeit, Erbrechen und Durchfälle sind keine Seltenheit, und eine echte Grippe kann durchaus auch tödlich verlaufen. Jedenfalls dann, wenn sich Komplikationen wie eine Lungenentzündung oder eine Beeinträchtigung des Herzmuskelgewebes einstellen:

Europäer müssen Grippe mehr fürchten als Ebola titelte daher die Welt im August dieses Jahres und verwies damit darauf, dass allein in Deutschland tausende Patienten Jahr für Jahr von einer scheinbar banalen Virusgrippe dahingerafft werden.

Kuscheln nach wie vor erlaubt!

Doch was droht unseren Tieren, wenn ihre Halter verschnupft sind? Können wir unsere Tiere wirklich anstecken, wenn wir in diesem Zustand mit ihnen kuscheln?

Dieser Frage geht die Tierschutzorganisation Tasso nach und glaubt, dass die Ansteckungsgefahr zwischen Mensch und Tier zumindest bei den typischen menschlichen Erkältungssymptomen wie Husten, Schnupfen oder Fieber äußerst gering ist.

Dennoch können Hunde und Katzen natürlich Symptome aufweisen, die einer menschlichen Erkältung ähnlich sind, bestätigt die für TASSO tätige Tierärztin Dr. Anette Fach.

Auch in den Tierkliniken und bei praktischen Tierärzten finden sich daher Patienten mit einer erhöhten Körpertemperatur, triefender Nase und / oder einem „bellenden“ Husten. Symptome, die darauf hinweisen, dass der Vierbeiner alles andere als „okay“ ist.

Wenn bei Hund oder Katze die Körpertemperatur erhöht ist?

Allerdings dürfen wir, wenn wir Bello oder Mieze eigenhändig ein Thermometer einführen, nicht außer Acht lassen, dass hier, bei unseren Kleintieren, andere Normalwerte als bei uns selbst gelten:

So liegt die normale Körpertemperatur eines Hundes bei 38 Grad Celsius, wobei auch 38,5 noch als „nicht krank“ gelten.

Auch Katzen besitzen einen höheren Soll- bzw. Toleranzwert als wir Menschen, so dass bei einem ausgewachsenen Stubentiger 39 Grad als gerade noch normal gelten!

Was darüber liegt, gilt auch bei Bello oder Mieze als Fieber und könnte ein leichter Infekt sein. Oder auch eine ernsthafte Erkrankung: „Lautes bellendes Husten, Niesen und Würgen beim Hund können beispielsweise auf einen sogenannten Virushusten hindeuten“, erklärt Dr. Anette Fach, was es mit dem gefürchteten Zwingerhusten auf sich hat.

Daher sollte jeder Hund, bei einem Verdacht auf diese oder eine andere Infektionskrankheit, (s) einem Tierarzt vorgestellt werden!

Generell wird, so der Tasso-Experten-Tipp, eine Impfung gegen diese ansteckende Infektionskrankheit für alle Hunde mit viel Kontakt zu Artgenossen empfohlen. Dabei ist der Virushusten bei vielen Tierärzten bereits Bestandteil der regulären Hundeimpfung. So entsteht, wie Fach erklärt, zwar kein vollständiger Schutz vor der Erkrankung, aber die Symptome sind im Fall der Fälle deutlich milder.

Wenn die Augen der Katze tränen?

„Entzündungen der Atemwege und tränende Augen bei Katzen sind unter anderem Symptome des Katzenschnupfens und sollten nicht unterschätzt werden“, warnt die Tierärztin vor einer für Stubentiger großen Gefahr.

Hervorgerufen werde dieser Krankheitskomplex durch verschiedene Erreger: „Katzenschnupfen kann sich dabei zu einer chronischen Erkrankung entwickeln und im schlimmsten Fall auch zum Tod des Tieres führen!“

Daher sollten Katzen mit solchen Symptomen schnellstmöglich einem Tierarzt vorgestellt werden!

Auch gegen den Katzenschnupfen stehen, Tasso und Fach zu Folge, Kombinationsimpfstoffe zur Verfügung; leider schützen auch diese nicht zu 100 Prozent.

Ein guter und lang bestehender Schutz entsteht daher allein durch eine sorgfältige Grundimmunisierung und wiederholte Nachimpfung der Tiere. Gemäß den Empfehlungen der ständigen Impfkommission sollten Katzenwelpen mit der 8., 12. und 16. Woche und danach jährlich weiter geimpft werden, erklärt Philip Mc Creight, Leiter von Tasso, abschließend.

Dass eine Erkältung vom schmusenden Menschen auf den Hund überspringt, gilt als relativ unwahrscheinlich. Dennoch kann auch der Vierbeiner von Infekten und einem Virushusten gequält werden!

Foto: Peter Hoffmann

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