Strom Sparen EU Vorstoß Leistung der Staubsauger begrenzen (Foto Peter Hoffmann Waldstraße 20 66113 Saarbrücken)

Von Staub- und Laubsaugern und neuen Gesetzen

Seit 1. September ist es so weit: Die EU hat – mal wieder – in unser aller Leben eingegriffen und den Staubsaugern eine Obergrenze verordnet. Sehr zum Ärger mancher Bürger, die sich gegängelt fühlen, doch viele Fachleute geben Entwarnung. Denn auch mit 1.600 Watt soll die Leistung der Müllschlucker noch ausreichen und sollen auch Tierhaare auf dem Teppichboden kein Problem sein …

Dennoch schlägt die neue EU-Verordnung auch hohe mediale Wellen, wurde unter anderem von RTL aktuell thematisiert, wo die Redakteure mit einem Schmunzeln beruhigten: Keine Sorge, natürlich dürfe der alte, hochtourige Staubsauger auch weiterhin benutzt werden:

Obergrenze von 1.600 Watt auf Neugeräte!

Auch der bayerische Rundfunk befasst sich mit dieser Thematik, sieht die Staubsauger im Stromspar-Modus und verweist auf Untersuchungen, die ergeben haben, „dass mit weniger Watt ebenfalls gute Saugleistungen möglich seien.“

Tatsächlich gingen die Verbraucherzentralen bereits im Vorfeld davon aus, dass diese Vorgaben ganz unnötig Staub aufwirbeln. Denn „die Saugleistung der Staubsauger wird sich durch die Begrenzung der Leistungsaufnahme nicht verschlechtern“, gab Elke Dünnhoff von der Verbraucherzentrale Rheinland Pfalz bereits 2013 Entwarnung. Schließlich würden die Geräte gleichzeitig effizienter, sprich: bei geringeren Stromverbrauch die gleiche Wirkung erzielen.

Freilich geht der Bayerische Rundfunk davon aus, dass sich eine Neuanschaffung – beim vergleichsweise selten benutzen Staubsauger -, nicht rechnet. Das Altgerät kann also in der Tat bis zu seinem „Lebensabend“ genutzt werden!


Kein Ende in Sicht?

Tatsächlich denken die EU und deren Kommissare schon wesentlich weiter, hoffen auf den technischen Fortschritt und gehen daher davon aus, dass bald beim Saugen mit Neugeräten noch deutlich mehr gespart wird. Deshalb soll im Jahr 2017 – wiederum im September -, eine weitere (zweite) Stufe der Staubsauger-Verordnung in Kraft treten. Ab dann dürfen Staubsauger nämlich nur noch maximal 900 Watt Leistung aus dem Stromnetz ziehen.

Zudem soll die Lautstärke der Sauger begrenzt werde. Das indes dürfte dann zumindest die Nachbarn freuen, die ohnehin schon durch andere Sauggeräusche, nämlich die der überlauten Laubsauger, schwer genervt sind:

Deren Betrieb ist zwar in Wohngebieten auf bestimmte Arbeits- und Ruhezeiten begrenzt … doch wo und wer hält sich schon daran? Naturschützer wie den NABU erfüllen diese Geräte mit Verbrennungsmotor ohnehin mit einem Grausen, da hier allzu viel Wind auf den Balkon und in den Garten gebracht wird.

Tatsächlich würden hier Luftgeschwindigkeiten von bis zu 160 Stundenkilometern erzeugt. Ein Sog, der jede Getränkedose mitreist und gegen den kein Kleintier eine Chance hat.

Problemfall Laubsauger:

„Bei der Saugmahd an Straßenrändern zeigte sich, dass kein Insekt der Krautschicht, das in einen Saugmäher gelangt, überlebt und sich nur ein Teil der Krautschichtbewohner durch Flucht in den Boden retten kann“, warnt der NABU und geht davon aus, dass sogar Kleinsäuger in Gefahr sind.

Ohnehin plädieren die Naturschützer dafür, im Garten auch mal ein paar Blätter liegen zu lassen. Denn hier, in der Laubstreu, finden viele Kleintiere Unterschlupf und Nahrung!

Insofern wären Begrenzungen für die Laubsauger vielleicht wichtiger gewesen als ein „gedrosselter Schaum“ bei den Indoor-Modellen? – Laut Wikipedia haben in den Staaten einigen Gemeinden Laubsauger nämlich bereits seit den 1970 er Jahren verboten!

Die EU will, dass wir nun auch beim Staubsaugen Geld sparen!

Foto: Peter Hoffmann

Ein Gedanke zu „Von Staub- und Laubsaugern und neuen Gesetzen“

  1. Diese obergrenze von 1600 Watt ist einfach Sch….n… meiner Meiung Nach. Wer einen sehr großen Garten hat wird das bezeugen können. LG und danke für den guten Artikel Heidi

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